Ausgabe 
29.9.1866
 
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Auf vie in der Beilage Nr. 77 d. Bltt«. enthaltenen Aufklärung finden wir uns veranlaßt zu entgegnen: Sind wir auch mit dem Verfasser ganz einverstanden, daß es die Aufgabe eines Staates fei, für fein im Felde stehendes Heer Sorge zu tragen, so glauben wir ihn doch daraus aufmerksam machen zu müssen, daß dasselbe gerade feindliche Staaten nicht gcthan haben; woher hätte sonst unsere Stadt die vielen Lieferungen in Speisen rc. machen müssen. Daß es unser Staat, soweit er konnte, an nichts fehlen ließ, unterliegt wohl gar keinem Zweifel, und für Verwundete und Kranke wurde von Jedermann anerkennungswerth beigesteuert. Wie stand es aber in den ausgehungerten Gegenden des Odenwaldes rc., wo unser Militär sich einige Wochen aufhielt? Beinahe entblößt von Lebensmitteln, war es dem Einzelnen fast unmöglich, sich für seinen geringen Sold etwa» Erquickendes zu verschaffen, welches um so mehr Noth that, als er oft Tagelang unter freiem Himmel in beständigem Regenwetter campiren mußte.

Dies einsehenv, bewilligten fast die meisten Gemeinden unseres Landes ihren im Felde stehenden Angehörigen eine Unterstützung aus Gemcindemitteln, nur unsere Stadt nicht. Der Verfasser glaubt, daß jeder Einsichtige den Gemeinderath deßhalb besonders hochachten mußte, weil er diesesunkluge Ansinnen" ablehnte, da man dieses ja möglicherweise als eine feindliche Demonstration angesehen hätte.

Wenn dieses Ansinnen wirklich so unklug war, wie sich der Verfasser einbildet, so glauben wir aber, ohne dem Gemeindcraty nahe treten zu wollen, für ungerecht halten zu müssen, daß man für einige Musikfreunde eine gewisse Summe jährlich dem allgemeinen Bürgergeldbeutel entnimmt. Und dann wie konnte nur ein vernünftiger Mensch dabei an eine Demonstration denken, wenn man seinen Angehörigen eine Liebesgabe spendet. War kenn der Gemeinderath von einem preußischen Kommissar (viclleichi von einigen in seiner Mitte?) überwacht oder war die Stadtkasse einer preußischen Controle unterworfen, weßhalb man so ängstlich sein mußte? Uns scheint als ob der unterschriebeneEin Bürger" einer jener (44) einflußreichen Bürger ist, welche schon so ost das Wohl der Stadt zum Gegenstand ihrer Träume machten und deswegen sogar eine Adresse um Einverleibung Gießens in Preußen an den König von Preußen unterschrieben und absandten, bei andern Gelegenheiten aber mit eben so viel roth-weißem Patriotismus erscheinen und so gewiß einzig'in ihrer Art dastehen. Einige Bürq er.

gerichtsanwalt Dr. jur. Wolff in Mar-

stäbt er Haus.

bei der Expev. d. Bltts.

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3350) Ein braves Dienstmädchen wird gegen guten Lohn gesucht. Z ' _

Einladung

3325) Sämmtliche Soldaten von Gießen

Fröhlichkeit."

3311) Montag den 1. October, Abends

Berlinische Feukr-Mrsicherungs-Anflall,

gegründet 1812.

Grund-Capital: Zwei Millionen Thaler.

3197) Nachdem ich die Hauptagentur der Berlinischen Fcucrversicherungsanstalt für die Provinz Oberheffen übernommen habe, emrc'*"<~L v'"r" r,

statt dem Publicum zur gefälligen Benutzung und bin zur Ertheilung jeder Auskunft bereit.

Agenten werken unter günstigen Bedingungen zu engagiren gesucht.

Friedrich Kraft, Hofgerichts-Advocat.

Tagesordnung: Rechnungsablage, Vorstandswahl, Aufnahmen und Besprechungen über kaS Stif» tungsfest.

Der Vorstand.

' ' 3242) Ein Zapfjunge wird gesucht und

Zu erfragen kann derselbe sogleich eintreten im Darm­

burg zurichtem________

3277) Herr Referendar H. Hellmann, 1861 Stukcnt in Bonn, wird ersucht, seinen Verpflichtungen gegen mich nachzukommen-

Bonn, den 21. September 1866.

F. P. Willems.

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M Frau Th. Wißmann, Sclterswcg,

M in Gießen. W

pfehle ich diese ältesie und solide An-, pracis halb Ubr.

- - - ...... Generalversammlung.

3333) Meinen verehrten Kunden, sowie einem hiesigen wie auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mit dem Gestrigen, dem 24. d. Mts., wieder hier eingetroffen bin und meine Wohnung sich bei Fr. Wissig Wittwe auf dem Asterweg befindet. Christian Frutig, ________Barbier und Heilgehulfe.

3302) Ein Knecht bei Ochsen, der so- gleich eintreten kann, wird gesucht bei

F. T e x l o r, aus ker Hardt.

Einzel - Bescheinigung

über die bei Buchhändler Ricker und Professor Dr. Gaß eingegangeneni und an das Hülfs-Comito in Heuchelheim abgelieferten Gaben. _ I 1) Bei Buchhändler Ricker: Herr Simon aus Manila 2 fl. Assessor Hell­mann 2 fl. Georg Buderus in Lollar 25 fl. H. R. in Frankfurt 3 fl.

Sr. Durchlaucht Prinz Ferdinand zu Solms-Lich 10 fl. - L. und B. in Hanau ____, _______________ . .

2 fl. 20 fr. Professor Dr. Engelbach 3 fl. 30 fr. Apotheker Buff in Gladen- werden auf heute Abend halb 9 Uhr zur bad) 2 fl. F. S. in Weilburg 5 fl. Dr. Rieger in Darmstatt 5 fl. Frau Bcratbung für die, Sonntag den 30. Scp- Advokat Hoffmann in Darmstadt 5 fl. Frau Pfarrer Weitershausen in Auerbach 2 fl. fembtr stattfindenke Partie, in kaS Loos'- Aug. Zimmermann in Lollar 5 fl. Professor Dr. Saniere in München 3 fl. 30 fr. geca( jn ter Neustadt eingeladen.

Von dem Commando des Hamburgischen Kontingents in Folge einer Verwendung 77~7 onnn

des Herrn Pfarrer Wilhelm Baur in Hamburg- 1 Sack Kaffee, 1 Sack Reis, 3214)

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2) Bei Professor Dr. Gaß: Dr. St. in Höchst 1 fl. 45 fr. Ungenannt in Darmstadt 1 fl. 45 fr. Professor Dr. Lange 10 fl. Professor Dr. Gaß 3 fl. Frl. v. R. 2 fl. Ungenannt in Cassel 1 fl. 45 fr. Stud. theol. Fabricius in Groß-Umstadt 3 fl. 30 fr. Director Schönborn in Breslau 3 fl. 30 fr.