Ausgabe 
22.12.1866
 
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Mmn zur Unterstützung von Invaliden und von ^SoldatenZvom Jeldzuge 1866.

gefallener hessischer

Bitte an Arbeitgeber!

Unter den Invaliden aus dem jüngsten Feldzug befinden sich gar Manche, Venen in ihrer traurigen Lage am Besten und Nachhaltigsten dadurch geholfen werden könnte, daß ihnen ein ausreichender Arbeitsverdienst verschafft würde. Gar Manche haben uns schon erklärt, daß sie nichts Besseres begehren.

Als gesunde kräftige Männer sind sie vor wenigen Wochen in's Feld gezogen, zum Theil abberufen aus lohnender Arbeit: jetzt als Invaliden, verstümmelt oder doch des freien Gebrauchs einzelner Glieder beraubt 'n die Heimath zurückkehrend, sind sie großentheils nicht im Stande, ihren früheren Beruf und Erwerb wieder zu ergreifen, weil sie gerade für ihren gewohnten und erlernten Beruf durch ihre Wunden untauglich gemalt worden sind.

Die an sich nicht leichte Aufgabe aber, nunmehr einen ganz neuen Erwerbs- und Nahrungszweig aufzusuchen, wird diesen Unglücklichen natürlich um so mehr erschwert, je mehr sie durch ihr körperliches Gebrechen in der Wahl des neuen Berufs beschränkt sind. Wenn es ihnen aber nicht gelingt, genügenden Verdienst zu finden, dann haben sie bei ihren jungen kräftigen Jahren schon die trostlose Aussicht, fortan auf Lebenszeit verdienst- uns nahrungslos der öffentlichen Unterstützung anheimzufallen! Sie vor diesem Schicksal so viel als möglich zu bewahren, ist eins der dringendsten Gebote der Menschlichkeit, ist eine der ersten Pflichten der Mitbürger!

Unb ihre Erfüllung scheint in der That nicht allzuschwer zu sein. Werden doch in industriellen und kaufmännischen Geschäften, in Fabriken und Läden, in Werkstätten und Comptoiren, in Gasthöfen wie in Privathäusern u. s. w. gar vielfach Arbeiten und Dienste gefordert und gut gelohnt, zu deren Verrichtung cs wohl persönlicher Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit, nicht aber des vollen Gebrauchs aller Körperkräfte bedarf, Arbeiten namentlich, welche sitzend oder mit nur einer Hand verrichtet werden können und für deren Erlernung doch keine längere Lehrzeit erforderlich ist. Für solche Arbeitsstellen nun dürsten manche durch Wunden invalid gewordene, sonst aber in voller Manneskraft stehende Soldat n, welche ihren früheren Beruf aufgehen muff n, vorzugsweise geeignet oder doch der Berücksichtigung würdig sein, ja es dürfte hier die Erfüllung einer HumaniiätSpflicht häufig Hand in Hand gehen mit dem Vortheil des Arbeitgebers.

Wir unsererseits erklären uns hiermit zur Vermittelung zwischen arbeitsuchenden Invaliden und den Arbeitgebern gerne bereit. Wir ersuchen namentlich Alle, welche einem Invaliden Arbeitsverdienst entweder selbst zu geben oder nachzuweisen im Stande sind, hierdurch dringend, uns davon vorläufig Kenntniß geben zu wollen, und hoffen wir, ihnen demnächst passende Leute zur Auswahl Vorschlägen und über deren Persönlichkeit, Aufführung und Befähigung gleichzeitig ausführlich eingehende amtliche Zeugnisse vor­legen zu können.

Darmstadt, am 18. October 1866. Der Vorstand des Vereins.

Geschäfts-Anzeige.

4446) Unterm Heutigen habe ich dahier ein Geschäft in Landesproducten ge- gründet, und halte ich nebenbei stets großes Lager von ächtem Brauermalz aus der Fabrik meines Schwiegervaters, Herrn S. Marx Sohn in Groß-Gerau; unter Zu- sicherung der reellsten Bedienung empfehle ich mich bestens.

Gießen, den 16. December 1866. M. Rosenthal,

tm Hause des Herrn S. Flörsheim.

Die Freunde der Kleinkinderschule

laden wir hiermit zu der Christbescheerung für unsere Kleinen ein und bemerken, daß sie am.nächsten Sonntag, Nachmittags zwischen 45 Uhr in der Turnhalle stattfinden wird und daß die Theilnehmer nur durch die vordere Thüre eingehen können.

Der Vorstand.

Im Leibschen Saale.

4509) Donnerstag den 2 7. December 1 8 66.

Am dritten Weihnachtsfeiertage:

Großes Ertra - Concert

der Hietzener Musik-Kapelle.

Anfang 4 Uhr. Entree für Herren 12 fr., für Damen 9 fr. Familien-Billets, 5 Stück für 30 fr., sind bet Herrn C. Not off zu haben.

Programme an der Kasse gratis.

Unter Andern kommt zur Aufführung: Arie aus der Oper:Die Zauber­flöte"; Dies Bileniß ist rc., für Horn, vorgetragenvon Herrn Robert Schwan; Humoristische Variationen überLott is dot" ; Lorelei-Paraphrase; Ein musikalischer Bilderbogen rc.

Die Direction: Adolph Hecker.

Turnverein.

4474) Am 2. Feiertage im Zinßer'- schen Garten:

Weihnachtsfeier durch Aalt und während der Pause staitfindende

Bescheerung.

Es wird besonders heivorgehoben, daß jeder Theilnehmer feine Karte mitzubringen hat, da nur gegen Vorzeigung derselben der Eintritt stattfinden kann, sowie daß Kinder unbedingt ausgeschlossen sind.

Die an der Beschecrung sich betheiligen- den Damen und Herren werden nochmals ersucht, ihre Gaben spätestens bis zum 25. December wohlverpackt an Herrn Turn- wart Rübsamen abzuliefern.

P. S. Die Ballkarten sind nur bis zum Montag Mittag 12 Uhr zu haben.

4508) Der Fräulein auf der Mäusburg, Schreiberin dreier anonymen Briefe, Post­stempel vom 18. d. M., die Bemerkung, daß sie die Gesellschaft, welche sie sucht, nicht findet, daß eS besser wäre, aus langer Weile jden Schmutz von ihren Röcken zu entfernen und die Löcher in ihren Strümpfen zu stopfen, als Schandbriefe an Personen zu schreiben, die sie schon seit langer Zeit verachtend behandeln._____________________

4403) Mehrere kleinere Kapitalien sind gegen gute hypothekarische Sicherheit auszu-

l leihen. Näheres bet Ehr. Vix.