Ausgabe 
20.1.1866
 
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Darmstadt Bazar als Mitwirkung zur

Gründung einer Anstatt für Blödsinnige

im

Grosiherzoqthum Heffen

unter dem Protcrtorute

Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Ludwig von Hessen, Prinzessin von Großbritannien unv Irland, und unter Betheiligung

Ährer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Carl von Hessen,

geborene Prinzessin von Preußen.

Comite:

Freifrau von Bellersheim, Frau Geh. Rath von Biegelebcn, Frau Geh. Rath Hallwachs, Frau Anna Merck, geb. Schenck, Freifräulein von Schenck, Hofvame, Frau Cecile Weber, geb. Offner. Frau Christiane Wittich, geb. Liebig.

Secretär: Dr. Ernst Becker.

Das Großherzogthum Hessen besitzt ein Landes-Irrenhaus, sowie Unterrichts-Anstalten für die Blinden und Taubstummen' für die armen Bldosi nnigen dagegen, deren sich in unserem Lande über 700 finden, ist bis jetzt noch Nichts geschehen. Eine ganz geringe Anzahl derselben (etwa 13 nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung) befanden sich in dem Irrenhospitll Hofheim: ein oder das andere blödsinnige Kind bemittelter Eltern mag in einer auswärtigen Anstalt un-ergebracht sein; weitaus die größte Zahl derselben fallt jedoch ihren Familien zur Last, welche selbst mit dem besten Willen so gut wie nichts zu deren geistiger Ent- Wickelung beizutragen im Stande sind.

Die Erfahrungen anverer Blödenanstalten haben cs nämlich über allen Zweifel erhoben, daß blödsinnige Kinder einer solchen Entwickelung wohl fähig sind, sobald nur die Erziehung derselben frühzeitig genug begonnen und von einem mit dem Arzte Hand in Hand gehenden tüchtigen Lehrer geleitet wird. Diese Hülfe den blödsinnigen Kindern unseres Landes zu leisten, ist der Zweck der Anstalt, deren Gründung durch Herrn Diakonus Engel in Erbach angeregt worden ist, und welche demnächst an einer noch naher zu bestimmenden Localität unter dem Patronat Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Ludwig von Hessen ins Leben treten soll. " 11

UBnS die hierzu zu^ beschaffenden Mittel betrifft, so ist man rein auf die Privatwohlthätigkeit hingewiescn. Ein kleiner Fond ist bereits, auf die in öffentlichen Blättern erschienenen Aufforderungen hin, cingegangen; allein die Bedürfnisse einer solchen Anstalt sind gerade im Anfang am bedeutendsten, und die bis jetzt erhaltenen Gelder erscheinen hierzu bei weitem nicht ausreichend. Der

11genommene Sajar, zu welchem beizutragen Sie hiermit freundlichst gebeten werden, hat den Zweck, durch den etwa

nach Ostern vorzunehmenden Verkauf der eingesandten Gegenstände eine ansehnliche Summe zu erzielen, welche im Verein mit den schon setzt und demnächst noch weiter eingehenden Geldbeiträgen, dem Unternehmen über die ersten Schwierigkeiten weghelfen würde.

^ßer je in1 unferem Ooenwalde diese unglücklich n Geschöp e gesehen hat, die, ihren Familien zur Last, den Kindern zum

Gespotte, und Niemanden zum Nutzen, vot den Thüren kauern oder auf der Landstraße umhertaumeln, und sich dabei sagt,

daß dieselben Menschen, wenn sie frühze tig in eine Anstalt wie die bcabsichiigte getreten wären, zum größten Theil nützliche Glieder der Menschheit geworden, ja die Fähigkeit erlangt hätten, ihren Unterhalt selbst zu verdienen, der wird mit Freuden sein Scheifiein zu einem so segensreichen, im Sinne echt christlicher Liebe unternommenen Werke beitragen.

Darmstadt, 11. Januar 1866.

Ma» bittet, die Gaben bis spätestens zum 25. März an eine der Damen des Comitä's einzusenden.

ungefähren Angabe^de^Wcrches^gMen'wollten.'' """" ®Ebet Unb ®cbcrinnen bic tiDn b°ig-tragen-n Gegenstände mit einer

Auszuleihen.

189) Gegen hypothekarische Sicherheit i liegen in bcr Gemeindekasse Mainzlar 1300 fl. zum Ausleihen bereit.

Allendors a. d. Lda., den 13. Januar 1866. Der Gemeinde-Einnehmer von Mainzlar: Bieber.

Frischdäcker zu Gießen.

Sonntag den 21. Januar. Friedrich ZÜIch auf dem SelterSweg. Heinrich Noll in der Neustadt. Carl Leber am Lindenplatz.

Druck unv Verlag der Brüh

Äirehtiche Anzeigen.

Evangelische Gemeinde zu Gießen Gottesdienst.

Am 21. Januar. 'Morgens: Pfarrer Landmann. Nachmittags: Pfarrer Dr. Etel.

Universitäts-Gottesdienst.

Um 11 Uhr: Professor Dr. yesse.

Getauft.

Den 14. Januar. Elisab th Wiibelmine Christrane Marie Jabanna, eine uneheliche Tochter von auswärts, g,baren den 22. Decemder 1865.

Beerdigt.

D en 14. Januar. Cbriärne Elisabeth Euler, geborne Rinn, B-iltwe des verssorbenen Burgers feben Univ. - Buch- und Steindruckerei (Fr.

und Packers, Phrlipp Eh iiliun Eonrad Euler, alt 67 I. 1 M. 6 T., geiiorben den 12. Januar.

Die Pfarrgesckäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Landmann._______

Katholische Gemeinde.

I Beerdigte.

! Den 31. Decemder 1865. Magdalena Marga,elha Georg, geborne Georg, Ehefrau deS hiessgen Burgers und Schneidermeisters, Ludwig Georg, alt 32 I. 3 M. 13 T., gestorben den

: 30. D-cember 1865.

Den 4. Januar. Susanna Jäger, geborne Kalusch, Ehefrau deS hiestgen Bürgers und Graß- herzogliche» CalculatarS, Ivtaritz Jäger, alt 51 I. 10 Di. 13 T.. gessarben den 1. Januar.

Den 7. Januar. Jacob Dämchen van Menger- scheid, im Königreich Preußen, all 25 I., gestorben den 5. Januar.

Chr. Pietsch) in Gießen.