Die „Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft" hat kürzlich Nachträge zu ihren Statuten veröffentlicht, welche den Versicherten manche Erleichterungen und Vortheile bieten und wir glauben der Wicht des Publicisten zu genügen, wemt wir unfern Leserkreis auf die wichtigsten dieser Abänderungen hier aufmerksam machen.
Als den wichtigsten Zusatz zu den Statuten bezeichnen wir den, daß der auf Lebenszeit Versicherte gegen eine etwas erhöhte Prämie sich die Auszahlung des versicherten Kapitals, die bisher erst nach dem vollendeten 85. Lebensjahre erfolgte, schon für das 30., 35., 40., 45., 50., 55., 60., 65., 70. und 75. vollendete Lebensjahr sichern kann, wofern sie nicht wegen des eingetretenen Ablebens früher erfolgt ist. Bisher konnte die Besorgniß, im Fall eines langen Lebens seine Beiträge noch fortzahlen zu müssen, wenn die Erwerbsthätigkeit längst aufgehört habe, Viele abschrccken, sich in eine Lebensversicherung einzukaufen; jetzt kann man sich diese Besorgniß leicht ersparen, ja sogar sich die Möglichkeit verschaffen, sich für den Rest seines Lebens von einer bestimmten Periode an das Capital und den Zinsengenuß desselben zu sichern, was gewiß recht Vielen willkommen sein wird.
Fast nicht weniger wichtig ist, daß diese Gesellschaft in solchen Fällen, wo unvorhergesehene Verhältnisse die Fortentrichtung der Beiträge unmöglich machen, unter Anrechnung der vollen Reserve eine neue Police gewährt, auf welche nicht nur keine wei- tern Beiträge zu leisten sind, sondern sogar nach fünf Jahren wieder Dividende baar vergütet wird, so daß bei dem jetzigen Stande der Dividende die geleisteten Einzahlungen in den meisten Fällen vollständig wieder zurückerstattet werden.
Wer dagegen vorzieht, ganz auszutreten, erhält anstatt der bisher bei dem Rückkauf zu gewährenden zwei Fünftheile der eingezahlten Beiträge künftig drei Viertheile des für die betreffende Versicherung in den Reservefonds vorhandenen Betrags.
Um zu keinem Mißverständniß Veranlassung zu geben, bemerken wir hier ausdrücklich, daß der Reservefonds jedes Versicherten geringer ist, als die geleisteten Zahlungen, was darin seinen Grund hat, daß jedes Jahr Versicherte sterben, deren Einzahlungen das ihnen für den Todesfall gesicherte Capital bei weitem noch nicht decken, das folglich von den Einzahlungen der Lebenden berichtigt werden muß. Uebrigens wird uns von dem Direktorium der Gesellschaft versichert, daß das Verhältniß des Reservefonds der Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft anerkannt das günstigste von allen deutschen Lebensversicherungs-Anstalten sei und in gleicher Weise also auch auf die betreffende Rückvergütung einwirken muffe.
Von den übrigen Abänderungen der Statuten, die sämmtlich im Interesse der Versicherten vorgenommen sind, wollen wir hier nur noch erwähnen, daß bei Versicherungen von mindestens 300 Thlr. auch eine vierteljährige Abführung der Jahresbeiträge gestattet ist, während bisher nur jährliche und halbjährliche Zahlung gestattet war, was vielen Personen den Beitritt sehr erleichtern wird.
Für uns unterliegt es keinem Zweifel, daß bas Direktorium durch diese Abänderungen nicht nur dem Publikum, sondern gleichzeitig der Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft einen großen Dienst geleistet hat, da dieselbe um so mehr zu
Lebensversicherungen benutzt werden wird, je vortheilhafter sie den sich zu Versichernden die Bedingungen stellt. Je höher aber die
Zahl der Versicherten steigt, um desto mehr wird das Direktorium sich in den Stand gesetzt sehen, auf dem betretenen Wege voran
zu schreiten, und geht diese Ansicht in Erfüllung, so ist der Zweck dieser Mittheilung erreicht.
Zu Aufnahmen von Versicherungen dieser Gesellschaft bin ich stets bereit. Der Agent:
E. C. Rühl.
Behörden, Privaten, Agenturen, V0I1 Lehr - Anstalten, Gewerbetreibenden u. s. w.
werden von unterzeichnetem Insertions-Comptoir für 200 deutsche und ausländische Zeitungen, über welche auf Verlangen specielle Verzeichnisse gratis zu Diensten stehen, zu Originalpreisen angenommen und prompt besorgt. Das Insertions-Comptoir bietet den geehrten Inserenten die Vortheile der Ersparung von Porto, Postprovisionen für Nachnahme der Beträge, Correspondenzen und anderen "Weitläufigkeiten, liefert über jede Annonce Belege und befördert die eingehenden Aufträge täglich. Die Wünsche der Inserenten, betreffend: Arrangement, Ausdehnung und etwaige Wiederholung der bezüglichen Inserate werden genau berücksichtigt, auch die Interessen der geehrten Auftraggeber in jeder Hinsicht gewissenhaft vertreten.
Die Vortheile, welche bei Ueberweisung von Annoncen durch meine Vermittelung dem inserirenden Publikum zu Statten kommen, mögen durch nachfolgendes kleine Beispiel genügend in die Augen springen.
Eine Anzeige von 10 Zeilen ä 3/4 Sgr. im Nürnberger Correspondent beträgt 7!/2 Sgr., hierzu Porto hin und her 6 Sgr., Postprovision für die Nachnahme des Betrages 1 Sgr., Belags-Exemplar 1 Sgr., Briefträger für Kreuzband und Brief 1 Sgr., in Summa Sgr. Dasselbe Inserat durch mein Insertions-Comptoir vermittelt, würde nur 71/2 Sgr. kosten.
Bei grösseren Inseraten, namentlich bei solchen, welche in verschiedenen Zeitungen beordert werden, ist dieser Vortheil natürlich um so bedeutender.
Bei Aufträgen für mehrere Zeitungen bedarf es stets nur eines (deutlich geschriebenen) Manuscriptes.
Das Insertions - Comptoir von Friedr. Bartholomäus in Erfurt.
(503) (Verleger der „Thüringer Zeitung“.)
Annoncen
Die Nummer 46 vom Iahr- gang 1861 des hiesigen Anzeige- blattes wird zu kaufen gesucht.
Die Expedition.
2434) Ich bringe hiermit zur Kenntniß, daß mein Unterricht im Nähen, Stricken
und sonstigen weiblichen Arbeiten, den 1. October wieder beginnt. Auch können einige unbemittelte Mädchen dasselbe ohne eine Vergütung bei mir erlernen.
Lokomotivführer Einolf Wittwe, wohnhaft bei Herrn Küfer Klinke!, Caplansgasse.
Frischhäckerzu Gießen.
Sonntag den 28. September. Daniel Rühl am Marktplatz. Heinrich Noll in der Neustadt. Heinrich Elemmrath auf dem SelterSweg:
Kirchliche Anzoifton.
Evangelische Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Am 28. September, als am Erndte- Dankfest.
Morgens: Geheimer Kirchenrath Dr. Engel.
Nachmittags: Mitprediger Lips.
Kopuliere.
Den 21. September. Georg Konrad Lam- pus, Bürger und Oeconom dahier, des verstorbenen hiesigen Bürgers und GastwirthS, Johann Melchior LampuS, ehelicher Sohn; und Sophie Simon, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Fuhrmanns, Jacob Simon, eheliche Tochter.
Getaufte.
Den 21. September. Dem Bürger und I Küfermeister, Heinrich Schmoll, eine Tochter, Wilhelmine Karvline Magdalene Georgine, geboren den 17. August:
Denselben. Eine uneheliche Tochter von hier, (Smilic Henriette, geboren den 29. August.
Den 25. September. Dem Bürger und Apotheker, Theodor Witte, ein Sohu, Eduard Heinrich Ludwig Hermann, geboren den 31. August.
Beerdigt.
Den 19. September. Elisabethe Huhn, ge- borne Schlcuning, des verstorbenen Bürgers und Fuhrmanns, Heinrich Huhn, hinterlassene Wittwe, alt 74 I. 3 SDi., gestorben den 17. September.
Die Pfarrgefchäfte in der nächsten Woche besorgt Geheimer Kirchenrath Dr. Engel.


