Beilage zu Nr. 23 des Anzeigeblattes.
Vermischte Anzeigen.
673) Bei der heute auf dem hiesigen Polizeivüreau stattgehabten Verloosung der drei Oelgemälve fiel auf
Nr. 32 der erste Preis,
„ 182 der zweite und
„ 132 der dritte Preis.
Gießen, den 17. März 1862.
497) Es wird ein qualificirter junger Mensch in eine Wirthschaft gesucht. Das Nähere bei der Erped. d. Bltts. _____
619) Für das Frankfurter Journal wird vom 1. April ab ein Mitleser gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. ____________
699) In der verflossenen Woche wurde auf dem Wege von dem Wallthore über den LooS'schen Felsenkeller nach dem Bahnhof und von da zurück durch die Stadt ein goldenes Pettschaft nebst Uhrschlüffel, beide mit Stein, auf der einen Seite von grüner, auf der andern von grauer Farbe, verloren. Der Finder wird gebeten, wegen Rückgabe sich an die Exped. d. Bltts. zu wenden.
643) Ein Möbelschreiner findet dauernde Beschäftigung bei Ehr. Schopbach.
2500 fl
sind in der Homberger Kirchenkasse auszu- leihen. Für den Kirchenvorstand: (623) Mnn ch.
560) Bei der Haberkorn'schen Stiftung zu Gießen liegen 3000 fl. zum Ausleihen bereit.
s Theater-Anzeige.
Freitag den 21. März 1862.
Zum Benefiz für Frau Richter,
r e c i o s a.
Romantisches Schauspiel in 4 Akten mit Gesang, von P. H. Wolff. Musik von C. M. v. Weber. August Friese.
! Zu meiner Benefiz-Vorstellung lade ich ! ein hochgeehrtes Publikum ergebenst ein. , Leonore Richter.
Das Oetror tu Gteßerr betreffend.
Die indirecten Steuern, als Zölle, Mahl-, Schlacht-, Salzsteuer und bergt, sind in Zeiten aufgekommen, in welchen die öffentlichen Finanzen schlecht standen und die Erhebung virecter Auflagen schwierig war oder keine genügende Hulfsquelle für die öffentlichen Kaffen bildeten. Deßhalb sind sie in der Regel, soweit sie reine Finanzmaßregeln waren, nur hulfsweise eingefuhrt worden, nm den öffent cken Kassen eine gewisse Einnahme zu sichern. Niemals ist dabei verkannt worden, daß sie eine gewisse Ungerecht'g- S Ä Jn, » dadurch nicht nach dem Vermögen, sondern nach dem Verbrauch des Einzelnen die Steuerlast vertheilt
w rd so dast sie Men armen Mann, der viel steuerbares Material verbraucht, leicht mehr belastet, als den größten Grundbesitzer oder Fabrikherrn, der weniger nöthig hat. Deßhalb ist denn das Bestreben der Finanzleute in der Neuzeit, besonders in Belgien, dem Staat, an dem alle anderen sich ein Muster nehmen können, darauf gerichtet, an die Stelle der indirecten Abgaben möglichst tolECerSi1er 'in“©iefeen*haben m'k'benn Sr auch noch einige inbirecte Besteuerungsweisen unb barunter bas stäbtische Octroi, bas nach eingezogener Erkundigung im Ganzen jährlich 16000 fl. netto ber Stabtkaffe abwirft, eine Summe, die bei dem großen Der- möaen der Stadt und bei ihren entsprechend großen Bedürfnissen eine unbedeutende zu nennen ist. Freilich kann sie tn der Stadt- affe nickt entbehrt werden, allein daß sie gerade durch Octroi zu beschaffen wäre, das folgt daraus noch keineswegs. Vie mehr könnte die sraalicke und eine noch weit höhere Summe sehr wohl durch direkte Umlagen gedeckt werden, da die Letzteren hier verhaltniß- mäsiia beisviellos gering sind, sie machen noch nicht die Hälfte der directerr Staatssteuern aus. Für die Erhebung des Octrois bezahlt die Stadt vier Beamte und unterhält vier Thorhäuser, soweit der Staat nicht etwa daran Theil nimmt, außerdem kostet auch die Anksickt aenen Schmuggel Zeit und Geld, während die direkten Abgaben an die Stadt direkt an den Rechner bezahlt werden, also wen n r Erhebungskosten verursachen. Die Hauptsache aber ist die Belästigung, welche die Geschäftsleute durch das Octroi erleiden. Die Metzaer Bäcker, Müller, Liqueurfabrikanien rc. rc. müssen von allem, was sie von ihren Artikeln herein bringen, Octroi berablen Von dem was ausgeführt wird, kann Octroi, jedoch mit einem Abzug zurückvergütet werden. Das Abmessen, Wiegen u. s. w. erfordert aber so viel ßeit, daß viele Leute oft Stunden lang warten müssen, bis sie nur ein Fäßchen Liqueur rc. rc. vom Thor w a brinaen können: denn die in neuester Zeit eingetretene Erleichterung, baß man nicht mit jedem Krug Brandwein an das Sel- ttrsthor gehen muß, um die Steuerrückvergütung zu erlangen, will gar nichts heißen. Die durch das Bestehen des Octrois noth- wendigen Plackereien setzen unsere Geschäftsleute auswärtigen Concurrenten gegenüber in große materielle Nachtheile, sie sind ein Hemmniß des Verkehrs, das allein schon die Beseitigung gebietet. ,
Das Octroi selbst ist ein verrottetes Finanzmittel aus einer geistes- und gelßarmen Zeit, eine Ungerechtigkeit gegen unsere Ärmeren Gemeindeglieder und oft eine inbirecte Besteuerung des Landvolks, bas seine Lebensmittel hier kauft, also eine Ungerechtig. feit auch nack dieser Richtung hin, unb folgeweise einer Stabt unwürbig, die über bebrütendes eigenes Vermögen gebietet und sender möchte deßhalb die Gemeindeverwaltung und die höhere Behörde ersuchen, für Abschaffung des Octrois unb Verwanblung deffelben in birecte Umlagen Sorge zu tragen.__________________________________________________________________
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Anaen-Heilanstalt ju Darmstadt
Ulld der damit verbundenen operativen Clinik von bem leitenben Arzt berfelben Dr. H. Küchler.
fWilhelminenstraße I. 117.) ,
Die Tbätiakeit ber Angen-Heilanstalt ist in 1861 bnrch eine schwere Krankheit bes unterzeichneten Dirigenten wahrend mehrerer Monate unterbrochen worben unb zwar gerabe in ben Monaten Mai, Juni, Juli, August unb September, wo sonst ber Andrang ber Hilfesuchenden am qrößttn zu sein pflegt. Diese Gottlob vorübergegangene Crisis, welche ben Arzt mitten aus ber schönsten unb
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ben günstigsten Vorzeichen die Wiedereröffnung der Thätigkeit der Anstalt schon feit Monaten zu gestatten.


