Ausgabe 
16.4.1862
 
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974) Mein Lager in Strohhüten, welches wieder auf das Reichhaltigste affortirt ist, sowie Bänder, Blumen, Federn, Tüll, Spitzen, gestickte Kragen, Aermei, Taschentücher und eine große Auswahl Netze, empfehle ich zu den billigsten Preisen.

_______________I- H- Fuhr.

963) Ein möblirtes Zimmer ist auf nächstes Semester zu vermiethen bei

Louis Busch Wittwe, Seltersweg.

r.tf =:. Kefe, täglich frisch bei Wittwe Hellmold, (970) Neuenbäuen.

Heuverkauf.

907) Aus der Psarrschcuer zu Reis­kirchen sind ungefähr 180 (Srntner sehr gutes Heu zu verkaufen.__________________________

950) Von heute an

Frische Hefe

im Darmstadter Haus.

Vcrmiethungen.

972) Durch den Wegzug des'Herrn Steueraufseher Roth ist dessen Logis ander- weit zu vermiethen und sogleich beziehbar.

Hermann Dietz, 8it. C. Nr. 25.

966) Das seither von Herrn Prof. Or. S o l d a n im ehemaligen B e r g m a n n'schen Hause bewohnte Logis ist vom 1. Juli a. c. ab zu vermiethen. C. Em melius.

951) Der erste Stock in meinem Hause i ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen.

Georg L ü d c k i n g. s

Vermischte Anzeigen.

Cöin-Gisßerier Gisenbahn.

953) Abfahrten nach:

Amsterdam, Rotterdam 545 9* M.

Deutz 545 9* M. 230 N.

Mineen 545 M. 23O N.

Siegen 54S 9* M. 23O 5ä0 N.

* bedeutet Schnellzug.

964) Ein Frauenzimmer, welches das Putzmachergeschäft zu erlernen wünscht, kann unter vortheilhaften Bedingungen sogleich eintreten bei Henriette Heß.

954) Zum öffentlichen Anwälte ernannt, zeige ich hiermit an, daß ich, wie seither, bei Kaufm. Calme Reiß Wittwe am Asterweg wohne.

Gießen, den 12. April 1862. Ludwig Lauer, Hofgerichts - Advocat.

961) Die Nummer 137 hat den Tuch­teppich gewonnen.

C. Vogel, Polizeidiener.

916) Ein gesitteter Junge vom Lande, welcher Pferdeknecht werden will, wird in Dienst gesucht. Von wem? sagt die Exped. dieses Blattes.

Auszuleih en.

958) 180 fl. liegen gegen gerichtliche Versicherung in biesieger Kirchenkasse zum Ausleihen bereit.

Heuchelheim, den 14. April 1862.

Schleenbecker, Kirchenrechner.

962) Anmeldungen zur Aufnahme in die hiesige Großherzogliche Realschule für das mit dem 12. Mai beginnende neue Schuljahr können bis zum 20. d. M. und dann vom 4. Mai an täglich vormittags bei der unterzeichneten Direktion gemacht werden. Die Prüfung der aufzunehmenvcn Schüler findet den 9. Mai vormittags um 9 Uhr in dem Realschulgebäude statt.

Gießen, am 12. April 1862.

Großherzogliche Direktion der Realschule zu Gießen.

Dr. Weigand.

957) Die unten in Abschrift mitgetheilte Adresse an Seine König!. Hoheit den Großherzog wegen Einführung einer Shnodal­und Preßbyterialverfassung für die evangelische Kirche ces Großherzogthums, ist von einer großen Zahl hessischer Männer, welche sich für das kirchliche Verfassungsleben interessiren, in Frankfurt berathen und beschlossen, und mit zahlreichen Unterschriften versehen bereits bei Sr. König!. Hoheit vem Großherzog übergeben worden. Das Beispiel hat an den verschiedensten Orten des Großher­zogthums Beifall und Nachahmung gefunden, indem gleichlautende Adressen unterzeichnet und eingereicht worden sind. Auch in Gwßen soll Denjenigen, welche die in der Adresse ausgesprochenen Grundsätze und Wünsche theilen, Gelegenheit gegeben werden, durch Unterzeichnung der Adresse sich an der guten Sache zu betheiligen, zu welchem Zwecke die Adresse in der Kürze in Circulation gesetzt werden wird. Das Comitö der Versammlung für Union und Kirchenverfassimg.

M'erdurchlauchtigster chroßherzog! Mll'ergnädigster Kürst und Kerr!

Das von Ew. König!. Hoheii als Großhcrzog und Mitregent am 25. März 1848 erlassene unk durch das Regierungsblatt verkündigte Edier des Inhalts:

In der Absicht, die evangelische Kirche m ihren segensreichen Wirkungen zu fördern, haben Wir auf Antrag Unserer kirch- liehen Behörden beschlossen, eine weitere zeitgemäße Entwickelung der inneren Verfassung der evangelischen Kirche des Großherzogthums in der Art anzubahnen, daß namentlich den Gliedern des nichtgeistlichen Standes die ihnen gebüh- rende Mitwirkung nicht länger vorenthalten bleibt. Wir werden sofort eine Commission mit dem Entwürfe einer solchen Verfassung beauftragen und denselben einer aus Gliedern des geistlichen und weltlichen Standes' durch freie Wahl zu bildenden Synode zur Perathung vorlegen";

wurde von der 'MlreicheN protestantischen Bevölkerung des Landes mit Freude und Dank ausgenommen.

Dies Edict stellte die Erfüllung eines.lange gehegten Wunsches, eines stets dringend er_ w erdenden Bedürfnisses in nahe und fickere Aussicht.

Rasch folgte auch der erste Schritt zur Ausführung dieser Zusage; denn schon am 16. August desselben Jahres geruhten Ew., König!. Hoheit zu befehlen, daß in-Gemäßheit höchst Ihren Entschlusseseine Commissiön mit Dem Entwürfe einer zeitgemäßen Verfassung der cvaNg. Kirche zu beauftragen sei, welcher sofort einer aus Gliedern des geistlichen und weltlichen Standes gewählten Synöde zur Berathung vorgelegt werden solle", daß die 16-Mitglieder dieser Commission den Verfassungs-Entwurf auszuarbeiten hätten, daß iHv Entwurf sodann zur öffentlichen Kenntniß gebracht und daß derselbe nach Befund einer nochmaligen Berathung der Commission vorgelegt: werken solle, ,um in dieser Mise Ew.-König!. Hoheit in den Stand zu setzen, die der,Synode zu machen- den Vorlagen allseitig zw-prüfen- und mit vem Beistände Gottes die'Entwickelung der Verhältnisse der evang. Kirche des Groß- herzogthums zum gedeihlichen Ziele zu führen." . - -

01 Die verordnete. Commission., unseres Wissens nur aus Männern bestehend, welche des Vertrauens Ew.. König!. Hoheit, wie auch der protestantischen Kirche durchaus würdig waren, wurde aus den 16. November desselben Jahres einberufen und nahm' bh