Das Turn- und Gesangfest zu Gießen.
1474) Es ist nunmehr entschieden, baß das vereinigte Turn- und Gesangfest, welches durch die allgemeine Landestrauer für dieses Jahr gewissermaßen in Frage gestellt war, abgehalten wird; der Festausschuß Hal aber in Würdigung der erhobenen Bedenken, dasselbe während der zwölswöchigen Trauer stattfinden zu sehen, beschlossen, dasselbe auf einen späteren Termin zu verlegen und es sind nunmehr der 17. bis 19. August d. I. als die Festtage bestimmt worben. Hat man gegen diesen Zeitpunkt geltenb gemacht, baß manche der Herren Professoren und Studirenben bereits vor dem Feste Gießen verlassen haben werden, so ist doch immerhin zu erwarten, daß, wo nicht besondere Gründe dagegen sprechen, dieselben gerate des Festes wegen ein paar Tage länger in Gießen verweilen.
Gießen kann und darf bei diesem Feste, was Tausende in seine Mitte ziehen wird, nicht hinter atweren Städten zurückbleiben. Es ist noch nie zurückgeblieben, wo man zu einem guten Zwecke seine Freigebigkeit in Anspruch genommen, es hat, wie die Sammlungen für Schleswig-Holstein, die deutsche Flotte u. s. w. u. s. w. beweisen, viele andere Stätte weit überholt, es wird auch für die deutsche Jugend, die hierherströmt, um im edlen Wetteifer ihre Kraft im Turnen und Singen zu zeigen, offene Herzen unt — offene Hände haben. Es gilt aber, ganz besondere Anstrengungen zu machen, damit auch nur den bescheitensten Ansprüchen genüge geleistet wird. Jedes kleinste Eckchen mache man bereit für die fröhlich einziehende Turnerschaar; ein freundliches Gesicht und herzliches Willkommen läßt auch ben Anspruchsvollsten über Mangelndes hinwegsehen, und Anspruchsvolle kommen nicht zu solchen Festen. Kommen nun aber, ihr lieben Bewohner Gießens, die Euch aus manchen ähnlichen Vorgängen bekannten bösen Leute mit den freundlichen Gesichtern, aber ben langen Listen unv Blechbüchsen, so greift einmal ganz besonders tief in cen Gelbsäckel, denn solches Fest
kostet Geld, viel Gelb, und gebt mit freundlichem Gesicht, denn — den fröhlichen Geber hat Gott lieb!
Der Festausschuß ist bemüht, daß das Fest in einer der Provinzial-Haupstadt würvigen Weise eingeleitet wirb. Eine zweckentsprechende Sängerhalle wirb errichtet, bei deren innerer Einrichtung auf die Damenwelt Cie schuldige Rücksicht genommen wirb.
Treffliche-Musikchöre werden bas Fest verherrlichen unb unsere vaterländischen Sänger bei ihren Vorträgen unterstützen, und Cer Verpflegungsausschuß wirC bemüht fein, Curch Auswahl guter Getränke Cie ermatteten Körper wieder stärken zu helfen. —
Das Programm des Festes wird in der Kürze veröffentlicht.
Fremdm-Register vom 2. bis 4. Juni 1862.
I n den Gasthäusern.
Im klappen : Hr. Givrier m. Fam. a. England; Hrn. Maschinenbauer Bvninger v. Dortmund u. Rohde v. Deutz; Hr». Gutsbes. Baron v. Rabenau V. Darmstadt u. Baron v. Rabenau v. Londorf; Hr. Kaulhrich, Jnspert. v. Lübeck; Hr. Medler, Bürgermstr. v. Stockstadt; Hr. Wiede, Apoth. u. Hr. Brüger, Bergw.-Dirert. v. Siegen; Fr. Pfisterer v. CarlSruhe; Hrn, Kaufl. Kistner v. Hanau, Kaufmann ». Willingen, Fritz v. Wiesbaden, Reiber v. Dillenburg, Blank v. Mainz, Osner v. Bamberg, Weiß v. Heilbronn, Schütz v. Mannheim, Feller v. Heidelberg, Hartmann v. Rheydt Haberstoff v. Nürnberg, Wurstmann v. Hanau, Keßler v. Cöln, Mahner v. Mannheim, Sachs o. Leipzig, Scheel v. Würzburg, Leupold v. Erfurt, Niemann u. Osten v. Bremen, Gildehaus v. Ehemnitz, Lothe v. Lindau, Edbacker v. 'Nürnberg, Kesselstein ». Cassel u. Henß u. Frankfurt.
Im Prinz Carl : Fr. Schumann in. Fam. v. Berlin; Hr. v. Stuckrath, Hauxtm. v. Glogan; Frl. Üblich, Hofopernsängerin u. Fr. Stolz- Ubrich u. Hannover/, Hrn. Rent. v. Chanlbaro v. Saffy u. v. Fraisfinet v. Mogador; Hr. Müller, Tech«, v. Ehringshausen; Hr. Laniß, Commereien- Rath v. Hamburg; Hr. v. Schlonzer, Mas. u. CarlSruhe; Hr. Gettwert, Fabrikbes. v. St. Polten; Hr. Klarfeld, Apoth. ». Frankfurt; Hr. Per- tusini, Dr. med. u. Hr. Sadeky, Dr. jur. v. Prag; Hr. v. Rosse,iberg, Lieuten. v. Mainz; Hrn. Reut. Angelauff u. Lvrivell ». Ostende; Hrn. Kauft. Züblin a. d. Schweiz, Steudthoff v. Ständen, Koppler v. Osnabrück, Tragnitz v. Berlin, Merter v. Hallein, Stupper v. Bielitz, L.mperk v. Heilbronn, NitiuS v. PeterSwald, Moser v. Coblenz, Terheide» v. Lübeck, Rutenrith v. München, Hartmann v. Weilmünster u. Siegel v. Frankfurt.
Im Einhorn: Hrn. Rent. Macdvnold in. Tvcht. v. London u. Schröder v. Frankfurt; Fr. v. d. Holde m. Tocht. v. Berlin; Hrn. Getraide- händler Fischer v. Prag u. Pires v. Wien; Hr. Schroder, Restaur. u. Hr. Haaz m. Tocht., Rent. v. Dresden; Hr. Dr. Moldenhauer v. Darmstadt; Hr. Zimmermann, Fabrik, u. Fr. v. Schrader m. Tochter v. Berlin; Hr. v. Fichter m. Fam., Partie, v. Bonn ; Hrn. Kaufl. Beckhardt v. Hannover, Cramer v. Dresden, Rüßler u. Böchter v. Leipzig, Beckermann u. Kohl- nlann v. Darmstadt, Oßwald v. Zürich, Wittenstein v. Barme» u. Mühlberg v. Frankfurt.
Im Darmstädter Haus: Hr. Thome, Fuhrn» v. Hommertshausen; Hr. Simon, Gerber v. Kaltennordheim; Hr. Jost, Oeeon. v. Hayger; Hr. Roth, Fruchthndlr. v. Langsdorf; Hrn. Kauft. Reinemann v. Cassel u. Bögler v. Lindau.
Im deutschen Hos: Hr. Wolf, Apoth. v. Ziegenhain; Hr. Rothschild, HandelSm. v. Coblenz; Hrn. Fuhrt. Wagner, Lvber u. Wöll v. Laubach u. Keil, Michel 11. Walter v. Bessungen.
In der Sonne: Hr. Koch, Lchioffermstr. v. Sonnendorf; Hr. Löwenstein, Kaufm. v. Berlin^ Hrn. Handelsl. Mause u. PeterS v. Battenfeld; Hr. Zulauf, Oeeon. v. Ober-Roßbach.
In der Rose: Hr. Schomber, Forstwart v. Keffelbach; Hr. Wegler, Steinh. v. Schlitz; Hr. Pröscher, Metzg. v. Schotten; Hrn. Sold. Gat- tinger v. WvrmS, Dönges v. Wommelshausen u. Stiegel v. Herzhausen.
I n den Privathäusern.
Bei Hrn. I. H. Fuhr : Hr. Stiefel, Kaufm. v. Gaualgesheim. — Bei Hrn. Kaufm. Appel : Fr. Actuar Stehr v. Homberg.
Temperatur im Mai, Gießen: niederste 1862 ......+ 4,2° K6.
mittlere 1862 ......+ 11,8 „
früheres Mittel aus 14 Jahren + 10,2 „
höchste 1862 + 18,5 „
Niederschlag im Mai 1862 ...... 3,84 Pariser Zoll.
„ „ „ im Mittel von
1851—1861 . . . 2,29 „
Die erste Blüthe des Weinstocks wurde 1862 beobachtet am 24. Mai; im Durchschnitt der 8 letzten Jahre am 20. Juni; unter diesen am frühesten 1857, am 8. Juni; am spätesten 1856, am 8. Juli.
Wasserwärme der Lahn.
Mittwoch den 4. Juni 17% ®raC.
Donnerstag „ 5. „ 18 „
Freitag „ 6. „ 18% „
L. C. Rllbsamen, Schwimmlehrer.
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