Beilage zu Nr. 52 des Anzeigeblattes.
Vermischte Anzeigen.
Für Auswanderer.
334) Am 1. unv 15. jeden Monats befördere ich Auswanderer __per Dampf- und Segelschiffen nach allen Häfen von Nord-Amerika. Für reelle und billige Beförderung bürgt,
Lich, am 20. Februar 1861, H C Dingmann
Anzeige und Empfehlung.
1511) Einem verehrlichen Publikum mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich mich dahier als Federnputzer etablirt habe. Da ich im Besitze von ganz neuen und gut eingerichteten Maschinen bin, so verspreche ich, bei reeller Bedienung und den billigsten Preisen, alle mir übergeben werdenden Betten von Motten, Schweiß unv sonstigem Unrath auf das Vollständigste zu reinigen und wieder in den schönsten Zustand zu Versetzen.
Indem ich bereits schon über 10 Jahre dieses Geschäft betreibe und überall den größten Beifall gefunden habe, so hoffe ich, auch hier mich eines solchen erfreuen zu dürfen, und sehe daher einem recht zahlreichen geneigten Zuspruch entgegen.
Meine Wohnung befindet sich auf dem Neuenweg im Höstreich'sehen Hause, Nr. 117. Heinrich Sauer.
1489) Es wird eine Ladeneinrichtung, oder Theile davon, zu kaufen ge- sucht. Nachricht franco anCarlGärthe in Wetzlar.
1517) Ich ersuche meine geehrten Kunden, die Schirme, welche sich bei mir zur Reparatur befinden, bis zum 1. nächsten Monats abholen zu lassen, da von dieser Zeit an Marken dafür gegeben werden.
W. Frank.
Annonce.
1444) Für ein lebhaltes Colonial- und Eisenwaaren - Geschäft in einer Kreisstadt wird unter annehmbaren Bedingungen zum sofortigen Eintritt ein Lehrling gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
1497) Das Haarschneide-Cabinet von Christoph Oppermann, im Hause des Herrn P h. Leib, ist nur von Nachmittags 1 bis Abends 9 Uhr offen.
1510) Sonntag den 30. Juni, bei günstiger Witterung:
Concert
der Gießener Musik-Capelle
im Busch'schen Garten.
Anfang 4 Uhr.
Kirschen Markt
in Gießen.
1512) Mittwoch den 3. Juli, von Nachmittags 1 y2 Uhr an:
Entree Ball
im
Leib'schen großen Saale.
Musik von der Gießener Capelle. _________________ PH. Leib.
2 Maurergesellen
können dauernde Beschäftigung gegen guten Lohn erhalten bei
August Nauheimer.
1258) Ein braves Mädchen, welches sogleich, oder auf Johanni, einrreten kann, wird in Dienst gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts.
1473) Bei dem Unterzeichneten kann ein mit guten Zeugnissen versehener junger Mann, welcher eine schöne Handschrift schreibt, auf Anmelden sogleich Beschäftigung finden.
Gießen, den 24. Juni 1861.
Dr. Diehm, Hofger.-Advocat.
Ausznleihen.
1490) 100 fl. liegen gegen genügende Sicherheit zu 5 pCt. zum Ausleihen bereit. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts.
Zum Wormser Dombau.
Ein gesandt. Wie den sehr verehrten Einwohnern der Stadt Gießen bekannt sein wird, hat sich am 12. December 1856 mit allerhöchster Genehmigung ein Dombauverein dahier constituirt zu dem Zwecke, den hiesigen in vielen seiner Theile sehr baufällig gewordenen Dom, ein altehrwürdiges, den ganzen Rheinstrom zierendes Baudenkmal edelsten byzantinischen Styles, an welchem bereits mehr denn acht Jahrhunderte mit ihrer inhaltschweren Geschichte, und auch mit ihren gewaltigen Stürmen vorüber- gegangcn sind, und welcher in Folge schweren Verhängnisses leider alle seine vormals so reichen Fonds eingebüßt hat, und darum jetzt aller Mittel zur Selbsthilfe beraubt ist, auf dem Wege der Einsammlung freiwilliger Geldbeiträge allmählig herzustellen, und so vor gänzlichem Verfalle zu bewahren. Es werden hierzu, nur das Allernothwendigste anbelangend, 58,000 fl. erfordert. Unseren angestrengten Bemühungen während verwichener vier Jahre ist es gelungen, durch Beiträge, die uns von hochfürstlichen Personen gespendet worden, sowie durch Sammlungen, die wir in Städten und Landgemeinden bis jetzt angestellt haben, von erwähnter Summe circa 23,000 fl. aufzubringen, es fehlen uns also zur Zeit noch 35,000 fl., und bleibt uns somit noch Vieles, gar Vieles zu thun übrig. Wir sehen uns darum genöthigt, fort und fort und nach allen Seiten hin um menschenfreundliche Bei- Hilfe uns umzusehen, zumal in gegenwärtigem Augenblicke, wo die auf 18,500 fl. sich belaufende Herstellung der Gesammtbedachung des Domes in Ausführung begriffen ist, wozu uns noch, da von obigen 23,000 fl. schon beiläufig die Hälfte verwendet ist, mit Einrechnung der uns pro 1861 in Aussicht stehenden ständigen Beiträge, nahezu die Summe von 5000 fl. fehlt, die im Laufe des Jahres von uns noch zu beschaffen ist. Vertrauensvoll wenden wir daher jetzt auch unseren Blick nach Gießen hin, jenem Sitze der Musen, die ja die Pflegerinnen alles Schönen, Edlen, Erhabenen und Großartigen in Kunst und Wissenschaft sind, und geben uns der festesten Zuversicht hin, daß wir allda mittelst unseres Bevollmächtigten und Vorsitzers — Decans Sänger von hier — welcher zu Anfang künftiger Woche behufs der Einsammlung freiwilliger Liebesgaben daselbst eintreffen wird, eine recht lebendige Theilnabme an unserem so schwierigen Unternehmen finden werden. Es trägt dasselbe ja durchweg einen monumentalen und ächt nationalen Charakter an und in sich, und wird sich darum kein biederer Deutscher, wer und welchen religiösen Bekenntnisses er auch immer sein möge, leicht entschlagen können und wollen, sich dafür zu interessiren, und mit einem, wenn auch noch so kleinen Beitrage sich daran zu betheiligen.
Wir begleiten unseren Vorsitzer mit dem Wunsche, daß sein Bemühen recht erfolgreich sein möge.
Worms, am 26. Juni 1861. Der Vorstand des Dombauvereins Worms.


