Ausgabe 
8.10.1859
 
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Schüler von r Unterricht Näheres bei

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Mnurermeister, leinrid) JuliuS,

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leliche Tochter, ,en 3. October.

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28 I. 8 M.

ch, Maurer aus 3. October.

chsten Woche ann.

L o c n l e s.

Gießen. Der Herbst mit seinen Annehmlichkeiten ist da und die Besorgniß, welche den Sommer über manch zaghaft Herz heatc ist beseitigt. Die Früchte des Feldes sind gut gcrathen und der größte Theil glücklich eingeheimst, auch die Kartoffeln, die tägliche Nahrung so vieler Millionen, werden besser ausfallen als man gedacht hatte. Für den Hunger ist also gesorgt; aber wie ist es mit dem Bruder desselben, vem Durste?

Auch hierfür hat die Natur Sorge getragen. Der Wein ist, wie man allgemein hört, tn Hülle und Mlle gerathen, und wird wenn nicht besondere nachtheilige Witterungsvcrhältnisse auf ihn zerstörend einwirken, glücklich geerndtet, und was die Haupt- fache'ist w ohlfeil werden; nur mit dem Bier ist es anders, dasselbe ist theuer und scheint auch wieder so zu bleiben.

Wenn wir auch die Zeit her für den Schoppen.sog. Sommer- oder Lagerbier 4 kr. gezahlt haben, so steht doch dieser Preis keineswegs im Verhältnis; zu dem jetzigen Jung- oder Schenkbier. Einsender dieses hat sich hier nicht die Aufgabe gestellt, den Brauern ihren schönen Verdienst nachzuweiscn, was ihm ein Kleines wäre, und ist auch durchaus nicht der Ansicht, daß Jemand ohne Verdienst arbeiten soll; doch wenn derselbe die Schranken der Billigkeit überschreitet, dann glaubt man ihn durch einige anzu- führcnde Thatsachen in dieselben zurückzuführen, berufen zu sein. ,

Bekanntlich kostet in andern benachbarten Städten, wie Friedberg, Frankfurt, Darmstadt, Mainz re., der Schoppen ^ungbier nie mehr als 3%, oft nur 3 kr., und keinem Brauer resp. Wirth fällt es nur im Geringsten ein, einen Heller mehr zu fordern, nur hier in Gießen müssen wir wieder für den Schoppen Jungbicr 4 kr. zahlen und glauben wir doch nicht, daß die hiesigen Brauer mehr Steuern und Abgaben zu leisten haben, als die übrigen unseres Landes. Auch stehen die Gersten-, Hopfen- und Holz- preise mit denen anderer Städte ziemlich gleich, vielleicht manche hier noch niederer, und das Wasser hat man, Gott sei Dank, in allen noch umsonst. Hierzu gesellt sich noch der Bortheil, daß zu dem Jungbier weniger Hopfen und Malz genommen und dasselbe schon nach einigen Wochen, oft schon nach 14 Tagen, in Zapf genommen wird, während man zu dem Sommerbier mehr Hopfen und Malz braucht, dasselbe stärker eingekocht werden muß und erst nach Monaten consumirt wird. Es tritt also bei dem Jungbicr, sowohl eine Ersparniß der Rohprodukte (Malz, Hopfen, Holz), als auch eine Capitalzinsersparniß ein, und wird folglich bei demselben das Capital rascher und öfter umgesetzt, als beim Sommerbier, ein Umstand, der durchaus nicht unberücksichtigt bleiben darf. Warum inan hier immer noch 4 kr. für den Schoppen Schenkbier zahlen muß,, ist uns unbegreiflich; cs ist dieses eine Bcrfahrungsart, über welche wir uns des bezeichnenden Ausdrucks enthalten wollen.

Weit anders verhält es sich nut den Wirthen und Bierbrauern anderen Geschäftsleuten gegenüber; hier soll alles wohlfeil und billig sein, und wer hat nicht schon einmal einen Wirth oder Bierbrauer, zumal wenn er auch Zapfer ist, darüber Klage erheben hören, daß der Laib Brod, wenn das Malter Korn oder Waizen auf dem Fruchtmarkte um % bis 1 fl. fiel, nicht herunter gekommen sei, oder wer hat nicht sagen hören, wenn ein Brauer für ein fettes Schwein, oder einen Ochsen re., welche er mit den Nebenprodukten seiner Brauerei doch zuin größten TheU mästet, nicht so viel erlöste, als er gehofft hatte, das Fleisch ist im Verhältniß zu den Vichpreiscn zu theuer? Diese Lebensbedürfnisse sollen sich sogleich nach dem jemaligen Marktpreise richten, während das Bier eben­falls ein primäres Lcbensbedürfniß bei ihnen denselben durchaus nicht unterliegen soll.

Nach allem diesem glauben wir mit Fug und Recht das Verlangen stellen zu dürfen, daß der Schoppen Jungbier für die Folge für 3'/, kr. verabreicht wird, obwohl derselbe mit 3 kr. auch hinlänglich bezahlt und den Brauern immerhin noch ein schöner Verdienst verbleiben würde.

Sollte dieser Fall wider Erwarten nicht eintrcten, dann muß man an die Standhaftigkeit des Publikums appelliren, dem gegenüber die Brauer gewissermaßen ein Complott gebildet haben, indem sie sich gegenseitig verabreden, den Schoppen Bier nicht geringer als zu 4 kr. zu verzapfen, mithin alle Concurrenz abgeschnitten ist.

Zu diesem Zwecke braucht das Publikum nur auch ein Complott gegen die Bierbrauer zu schließen und sich dem Genuß des Bieres eine Zeit lang zu entziehen, und daß dann in ganz kurzer Zeit das vorgesteckte Ziel erreicht wird, dafür bürgt Einsender dieses und erinnert nur daran, daß vor einigen Jahren, als die Brauer den ersten Versuch machten, den Schoppen Bier von 3 fr, auf 3'/2 zu schrauben, in manchen Wirthschaften sich die Gäste für 1 kr. Brandwein, ein Glas Wasser, eine Karte und Abends Licht dazu geben ließen, und so bis zur Feierabendstunde mit Spiel den Abend zubrachten, und siehe, nach Verlauf von 2 Tagen stand der Schoppen Bier wieder auf seinem alten Preis.

Hoffentlich kann und wird es auch bei uns nicht mehr lange dauern, daß das Bier als ein primäres Lebensbedürfniß betrachtet

und ähnlich wie in Baiern dcr polizeilichen Aufsicht rc. unterworfen wird, in welchem Falle das Publikum gegen die Willkühr der

Brauer, sowohl in Bezug auf den Preis, als auch auf die Güte des Biers, sicher gestellt wird.

Sollte sich dennoch dcr hohe Preis von 4 kr. für den Schoppen Bier halten, so können die Wcinwirthc zur Drückung desselben

auch noch ihr Schärflein beitragen, und muß rühmlichst anerkannt werden, daß sie bereits hiermit schon den Anfang gemacht haben.

Bei der voraussichtlichen diesjährigen abermals guten Weinerndte wird sehr leicht der Fall eintreten, daß wir einen guten Schoppen Wein in den Gasthäusern zu einem sehr geringen Preise vorgesetzt bekommen, und dann kann das Bier, wenn auch nicht ganz ver­drängt, doch wenigstens dessen Preis gedrückt werden. T.

Fremdm-Register vom 3. bis 5. Oktober 1859.

I n d e n Gasthäusern.

Im Einhorn: Hrn. Oecon. Stoll u. Bausch v. Nieber - Wöllstadt; Hr. Erlcinayer, Dort. v. Heidelberg; Hr. Baron v. Flemming, Hauptm. v. Chemnitz; Hr. Beck, Fabrik, v. Nürnberg; Hr. Leske, Buchb. u. Hr. Felstng, Lehr. v. Darmstadt; Hr. Winkler, Mas. v. Berlin; Fr. Hofr. Glock v. Gotha; Hr. Dalin-Ham, Lieuten. ».Erfurt; Hr. Heuchel, Reut, v. London; Hr. Reh, Gutsbes. v. Hannover; Hr. Löfster, Lehr. v. Frank- turt; Hr. Brand, Oecon. v. Dürenstein; Hr. Mayer, Baumstr. v. Aachen; Hr. Heidefus, Hüttenbes. v. b. Friedrichshülte; Hr. Theile, Arzt u. Hr. Kope, Stenten, v. Mainz; Hr. Weichei, Doct. v. Darmstadt; Hrn. Kaust. "9 » Braunschweig, Nage! v. Bremen, Kvchler v. Lich u. Linzemann v» Berlui.

Sm Prinz (Karl ; Hr. Oswald, Dr. med. v. Vilbel; Hr. Wagner,

3)11111. v. Schotten; Hr. Schmiermuüd, Bürgermstr. v. Ober-Seibertenrod; Hr. Schreiner, Oecon. v. Ronzhausen; Hrn. Geschworenen Steuernagel v. Rödelheim, Spengler v. Hof-Schwalheim, Hartmann v. Reinhardshain, Helfrich v. Glauberg u. Kaul v. Nieder-Morstadt; Hr. Köhler, Pharm. v. Gladenbach; Hr. Wägner, Geom. v. Weilburg; Hrn. Oecon. Schaubach v. Rieder-Florstadt u. Schepf v. Pohlgöns; Hr. Weidenbach, Privatm. v, Coblenz; Hr. Rosenthal, Metzg. v. Nauheim; Hr. Haupt, Privatm. v. Hamburg; Hr. Lenz, Gastw. v. MonShausen; Hr. Bergen, Bergw.-Berw. v. d. Justushütte; Hrn. Kaust. Birkenholz v. Vilbel, Ehrmann v. Soden, Klein v. Bonn u. Schaum v. Würzburg.

Im Rappen: Hr. Eisenhnth, Apoth. v. Vilbel; Hr. Metz, Müll. v. Nieder-Osteiden; Hr. Weiß, Oecon. v. Albershausen; Hr. Ebhardt, Affeff. v. Dillenburg; Hr. Heusinger, Prof. v. Marburg; Hr. Biffcr, Arzt v. Erfurt; Hr. Rostmann, Hofger.-Rath v. Coburg; Hr. Oßler, Reut. v. Wien; Hr. Mörsmann, Beamt, v. Weinheim; Hr. Läufer, Fabrik, v. Augsburg; Fr. Giebler in. Tocht. v. Dillenburg; Hr. Freihr. v. Rordeck