Einem Jeden, der bei Ihnen erklärt, daß er der Stellvertretungs-Versicherungs-Anstalt für die Militärpflichtigen des Jahrs 1859 beitreten wolle, ist ein Exemplar der fraglichen Belehrung zur Kenntnißnahme auszuhändigen.
Die Beitrittserklärung ist von Ihnen in Bezug auf das Jahr, die Person des Versicherten und das Datum gehörig auszufüllen und von dem Beitretenden zu unterschreiben. Die Unterschrift des Beitretenden wird von Ihnen beglaubigt und die Beglaubigung mit Datum versehen von Ihnen unterzeichnet, auch das Bürgermeistereisiegel beigedrückt.
Diesem vorgängig ist die Beitrittserklärung dem Bcitretenden zu übergeben, damit dieser solche und den baaren Betrag der Einlage — 190 fl. — an den Vorsteher und Kassier ver Stellversicherungs-Anstalt, Großherzoglichen Oberst Fresenius zu Darm- stadt — wohnhaft in der Elisabethenstraße bei Weißbindermeister Frank, Nr. 229a — überbringe oder portofrei übersende.
Schließlich verweisen wir Sie noch im Uebrigcn auf die betreffende Belehrung und erwarten, daß von Ihnen in der Stell- vertretungssache mit aller Pünktlichkeit und Genauigkeit verfahren werde.
Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen.
Edietalladungen.
Versteigerungen.
1831) Forderungen an den Nachlaß der dahier verstorbenen Wittwc des Andreas Lampus sind innerhalb 4 Wochen, von heute an gerechnet, bei dem unterfertigten Gerichte anzumelden und zu begründen, widrigenfalls dieselben bei der Erbvertheilung unberücksichtigt bleiben. — Der Großh. Hofger.-Advocat Diery dahier ist zum Curator bestellt worden und können Zahlungen nur an diesen rechtsgültig geleistet werden. Gießen, am 27. August 1858.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Muhl, Bott,
Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.
1879) Nachdem über den Nachlaß des verstorbenen Schullehrers Heinrich Joseph Wetzer zu Niederklein der förmliche Concurs erkannt worden, so werden sämmtliche Gläubiger des Cridars aufgefordert, ihre Forderungen im Termin
den 13. October d. I., Morgens 10 Uhr, Cont.-Zeit unter Vorlage der beshalbigen Beweisstücke beim Rechtsnachtheile der Ausschließung von der Masse anzumelden und zu begründen, und dient denselben zugleich zur Nachricht, daß das demnächstige Prä- clusivdecret nur durch Affixion am Gerichts- brett bekannt gemacht werden wird.
Kirchhain, den 2. September 1858.
Kurfürstliches Justizamt.
F. G u z e ck e r.
vdt. Diehl.
Besondere Bekanntmachung.
Die Anschaffung und Unterhaltung der Fasselochsen in der Gemeinde Gießen.
1937) Die Stadt Gießen wird für die Anschaffung und Unterhaltung der, für das hiesige Zuchtvieh nöthigen zwei Fasselochsen, vom nächsten Jahr an in der Weise sorgen, daß sie den Ochsenhaltern das Sprunggeld der gedeckt werdenden Thiere überläßt und außerdem jedem noch eine Prämie von 30 bis 40 fl. zahlt.
Diejenigen hiesigen Einwohner nun, welche hiernach einen Ochsen für die Gemeinde anschaffen und unterhalten wollen, werden ersucht, ihre dessallsigen Anerbietungen 'bin* nen 14 Tagen hier abzugeben.
Gießen, am 18. September 1858.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
D. Ebel.
Versteigerung von Zwetschen.
1943) Die Zwetschen - Erndte an der Straße von Gießen nach Steinbach soll
Freitag den 24. d. Mts.
meistbietend versteigert und der Anfang Morgens 9 Uhr, jenseits des Gießener Stadtwaldes, gegen Steinbach hin, gemacht werden. Gießen, den 20. September 1858.
Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Holzapfel.
1940) Freitag den 24. d. Mts., Vormittags 8 Uhr,
werden in meiner Wohnung vier Fuder reines Kornstroh für hiesiges Militärcom- mando an den Wenigstnehmenden vergeben.
Gießen, den 20. September 1858.
Peppler, Oberstlieutenant.
1950) Am Montag, den 27. September l. I., Vormittags 11 Uhr,
soll im hiesigen Gerichtsgebäudc der zur Concursmasse des Joseph Ortenbach gehörige, in der Catastral-Gemeinde Wetzlar, nahe am Silhofer Thor gelegene Schützengarten, Flur XI, Nr. 1 u. la, 4 Morgen 153 Ruthen 80 Fuß groß, mit Wohnhaus, Wirthschaftslocal, Kegelhaus, Thurmhaus, Schützenhalle und Stallgebäudc, durch seine schöne und bequeme Lage, sowie seine vortreffliche Einrichtung zur Fortsetzung der seither daselbst betriebenen Gartenwirhschaft vorzüglich geeignet, unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen, öffent- lich meistbietend versteigert werden.
Wetzlar, den 19. September 1858.
Der Massecurator: Staudinger, Rechts-Anwalt und Notar.
Versteigerung alter Baumaterialien.
1938) Dienstag den 28. d. Mts.,
Vormittags von 9 Uhr an, sollen in dem Freiherrlich von Nordeck zur Rabenau'schen Hof zu Großen-Buseck nachbenannte Baumaterialien versteigert werden:
1) circa 200 Cubikfuß altes Bauholz und Abfälle von 3 bis 11 Fuß Länge,
2) circa 25 Stück gestemmte Stuben« thüren mit Futter, Bekleidungen und Beschlag, die meisten hiervon 40 Zoll weit 82, Zoll hoch,
3) eine bedeutende Quantität gestemmte Lambris und Brüstungen,
4) circa 40 Stück vierflügelige Fensterrahmen, 40 Zoll weit, 73 Zoll hoch, im Lichten mit Beschlag und theil- weise mit Glas,
5) circa 15 dis 20 Stück zweiflügelige Fensterläden, theilweise mit Jalousie, nebst Beschlag,
6) eine Parthie altes Eisen und sonstige Gegenstände.
Rabenau, am 18. September 1858. Unger, Bauverwalter.
1948) Freitag den 24. l. Mts., Nachmittags 1 Uhr,
soll das Obst der hiesigen Gemeinde, in Adtheilungen, an den Meistbietenden versteigert werden.
Der Anfang ist an dem Trieb, an dem Vicinalweg nach Holzheim.
Lang-GönS, am 20. September 1858. Großherzogliche Bürgermeisterei Lang-Göns.
Henrich.
Aepfel-Verstcigerung.
1939) Auf dem Gute Neuhof bei Leih- gestern soll
Donnerstag den 23. September, Vormittags 9 Uhr,
eine große Quantität Aepfel baumweise ver- steigcrt werden._______________________________
Weinverstcigerung
int großen Saale des Cafe Baltus. 1942) Dienstag den 28. September d. I., Vormittags 10 Uhr,
läßt der Unterzeichnete eine große Parthie 1855r und 1857r Weine öffentlich versteigern. Dieselben sind sämmtlich rein gehalten und besonders die 57r von ausgezeichneter Qualität; darunter ein Stück Rüdesheimer Berg (Auslese).
Die Weine werden auf Verlangen bis in Quantitäten zu 20 Maas ausgeboten. Die Bedingungen werden bei der Versteigerung bekannt gemacht, woselbst auch die Proben verabreicht werden.
Gießen, den 22. September 1858.
R. Baltus.
Feilgebotenes.
1953) Bestes Jagd- und Scheibenpulver, Kugelblei, Schrot und Zündhütchen empfiehlt
L. Jahreis.


