Beilage zu Nr. is des Anzeigeblattes.

Fremdeu-Register vom 4. bis 7. Februar 1858. I n feen Gasthäusern.

Im Happen : Hr. Baude!, Fabrik, v. Offenbach; Hr. Maus, Contr. V. Wismar; Hr. Glänzet, Access, m Hanau; Frl Schramm v. Haiger; Hrn. Kauft. Achenbach v. Mainz, Schaffe v. Düsseldorf, Rosenbaum u. Lobensahl v. Frankfurt, Müller ». Eisenach, Steinert v. Schwerin, Mühlen v. Homburg, Samuel v. Aachen, Mayer v. Altstadt, Stackmauu v. Fürth, Rothschild u. Schneider v. Cassel, Meininger v. Halle, Habenicht v. Augs­burg, Merkel v. Alsfeld, Wetter v. Dresden, ©edel v. Dietz, Stieberritz v. Weilburg, Holzwerth v. Frankfurt u. Temnau v. Mainz.

Im Einhorn : Hr. Schnlenberg, Bauaufs. v. Ehringshausen; Hrn. Hüttenrerw. ® rum et v. d. Aßlarhütte u. Jochem v. d Fnedrichshütte; Hrn. Rent. Merion v. «Straßburg, Siberson u. Cherson ». Paris; Hrn. Kauft. Wiederson v. Hanau, Krauskopf ». Mörnsheim, Schneider ». Gries­heim, Hildebrand v. Schweinfurt, Menge! v. Stettin, Hofmann a. Schiessen, Ranfurt v. Straßburg, Windel v. Hannover, Brauns v. Rousdorf, Hofklein v. Plünchen, Schwende v. St. Goar, Lazerus u. Oppenheim v. Gladenbach, Kurfeld ». Düren, Walder v. Offenbach, Schmidtus v. Mainz, Fronheim v. Göttingen, Cahn v. Cassel, Hölsch u. Lammerborn v. Lambrecht, Wenede v. Nordhausen, Kitterle, Feist, Krauskopf u. Halle v. Frankfurt.

Im Prinz Carl: Hr. Bans, Fabrik. ». Paris; Hr. Bergen, Berg- verw. v. d. Justushütte; Hr. Hornemauu, Pfart. v. Boltendorf; Hr.

Mabel, Privatm. ». Schierstein; Hr. Dormer, Berw. v. Cvblenz; Hr. Smith, Agent v. Nassau; Hr. Bed, Stud. v. Meiningen ; Hr. Hargner,' Fabrik. ». Fürth; Hr. Hellmann, Oecon. v. Bürgel; Hr. Kirlb, Privatm. v. Wiesbaden; Hr. Schisaloff, Prof. v. Petersburg; Hr». Kaust. Klein v. Bonn, Göbel ». Iserlohn, Kütz v. Mainz, Leuter v. Stuttgart, Schiffelmann v. Barmen, Goldmann v. Mannheim, Leuchter u. Arnold v. Frankfurt.

Im Darmstädter Haus: Hr. Häuser, Oecon. v. Waldmannshau'sen; Hr. Dietrich, Lehr. ». Ettingshausen; Hr. Burckhardt, Handelsm. v. Zopfendorf.

In der Sonne : Hr. Hartmann, Müll. v. Niederweidbach; Hrn. Fuhrt. Faßhauer u. Knierim v. Dudenrod«; Hr. Frick, Oecon. v. Niederscheld; Hr. Alt, Sattl. v. Creuznach; Hr. Jäkel, Uhrmr v. St. Goar; Hrn' Fuhrl. Getsch v. Daubhausen, Brudt v. Dillheim u. Saudt v Wehrdorf.

Im Hirsch: Hrn. Fuhrl. Löffel u. Albast vi Bielefeld; Hr. Södler, Fuhrm. v. Romrod.

In der Rose: Hr. Spanier, Metzg. v. Scholten; Hin. Geschäfts!. Dönges v. Bottenhorn, Müller u. Pfeiffer v. Wommelshausen.

In feen Privathäusern.

Bei Hrn. Kupferschm. Kirsch : Frl. Bläser v. Grünberg. Bei Hrn. H. Hornberger: Hr. Seckel, Kaufm. v. Dietz u. Fr. Siebert v. Nieder­ohmen. Bei Hrn. Gymn.-Lehr. Dr. Rumpf: Hr. Egelei, Privatm. v. Echzell. Bei Frl. Windeder: Fr. Bürgermstr. Kiesdel v. Liederbach.

Einige Worte über Hmrdwerker-Vorschntzvereine,

von

F. Z a m m i n e r.

(Im Auftrage des Ausschusses des Gewerbvereins zu Gießen.)

Eine Anstalt, welche sich feem Handwerkerstände vieler deutscher Stäfete im Laufe feieses Jahrzehnts in hohem Grade nützlich erwiesen hat, fehlt noch zur Zeit in Gießen. Es ist dich eine Handwerker-Vorschußkasse. In einer Beziehung hat jedoch die Ver­spätung, in welche Gießen bezüglich der Begründung eines Handwerker-Vorschußvereines gerathen ist, ihr Gutes; insofern nämlich, als sich mittlerweile die Grundsätze ganz festgestellt haben, auf welcher die Einrichtung einer solchen Anstalt beruhen muß, wenn sie Bestand haben und zugleich ihren Zweck auf das Vollständigste erfüllen soll.

Dieser Zweck besteht darin, daß der Handwerker, welchem bei dem Betrieb seines Geschäftes vorübergehend Geldmittel fehlen, namentlich, wenn dieß zu Zeiten eintritt, wo er am Vortheilhaftesten Ankäufe von Rohmaterial machen könnte, die erfor- liche Summe leihweise auf turze Termine erhalten könne. Bekanntlich können feie Gründe, aus welchen es Jemand an Geld fehlt, sehr verschiedene sein. Jedes Geschäft, jedes Handwerk bedarf eines gewissen Betriebskapitals. Wenn dieses nach eingelau­fenen Zahlungen durch Verschwendung oder auch nur durch unvorsichtige Ausgaben verringert worden ist, oder wenn jenes Betriebs­kapital aus Mangel an Fleiß nicht in hinlänglich raschem Umschlag erhalten wird, um feinen Mann zu nähren und wenn es deßhalb endlich selbst angegriffen werden muß, so kann es billiger Weise nicht die Aufgabe der Vorschußkasse sein, die auf solche Art ent­stehenden Lücken auf die Dauer auszufüllen. Denn in solchen Fällen ist nicht abzusehen, aus welcher Quelle die Wiedererstattung fließen soll; und es wird wohl Jedem einleuchten, daß bei dem besten Willen, dem größten Scharfsinne und vollendetster Kunstfer­tigkeit es niemals gelingen wird, eine Kasse zu erfinden, aus welcher man mehr herausnehmen kann, als man hineingelegt hat.

Aber auch der fleißige und sparsame Handwerker, welcher sein Geschäft mit dem nöthigen Betriebskapital begonnen oder dieses Kapital durch den Ertrag seines Fleißes auf die erforderliche Höhe gebracht hat, kann, oder man darf sagen, er wird häufig in feen Fall kommen, int rechten Augenblick, wo er Einkäufe gegen Baarzahlung mit größtem Vortheil machen könnte, feie dazu nöthigen Mittel nicht parat zu haben. Nicht selten ist feas ungebührlich säumige Zahlen feer Kunfeen, welches ohnehin einen Theil feer Zinsen fees Betriebskapitals verschlingt, feie Quelle feer Verlegenheit fees Hanfewerkers. Auch können Krankheit ofeer sonstiges unverschuldetes Unglück einen Theil des Betriebskapitals aufzehren, welcher später durch verdoppelten Fleiß wieder ersetzt werden könnte. Es ist die eigentliche Bestimmung der Handwerker-Vorschußkassen, in solchen Fällen Aushülfe zu leisten.

Der größere Industrielle und der Kaufmann haben Geldsummen, welche zum Betriebe ihres Geschäftes dienen sollen, beim Banquier hinterlegt, sie stellen darauf hin bei Einkäufen Anweisungen und Wechsel aus und der Banquier bewilligt, wenn er den Fabrikanten oder Kaufmann als sicher und zuverlässig kennt, auch Kredite weit über die Grenzen der hinterlegten Summe, im Ver­trauen auf spätere Deckung, und ermöglicht so dem Geschäftsmanne vortheilhafte Unternehmungen.

Aehnliche Vortheile sollen die Handwerker-Vorschußkassen dem fleißigen und zuverlässigen, wenn auch wenig bemittelten, Hand­werker bieten.

Viele der frühesten Anstalten dieser Art in Deutschland wurden von Menschenfreunden gegründet, welche das Betriebskapital entweder unverzinslich oder für geringe Zinsen herschossen, während die Verwaltung von Andern unentgeltlich übernommen wurde. Fast alle diese Kassen sind nach wenigen Jahren wieder eingegangen, entweder weil die Personen, welche die angesührten Opfer für das Gemeinwohl brachten, starben, oder weil sie durch ungebührliche Forderungen, Verluste und bittere Erfahrungen verschiedener Art abgeschreckt wurden. Wie in vielen andern Fällen, so zeigte sich auch hier, daß wohlthätige Unterstützungen das Mittel nicht fein können, um ein der Natur der Sache nach immer wieder sich erneuerndes Bedürfniß zu befriedigen.

Kaum weniger ungeeignet wäre es und würde den beabsichtigten nützlichen Zweck 'großentheils vereiteln, wenn Kapitalisten, etwa auf Aktien, eine Handwerker-Vorschußkaffe in der Absicht gründeten, um Gewinn daraus zu ziehen. Den Gründern würde,