210) Photographie.

Unterzeichneter macht hiermit die ergebene Anzeige, daß er den 6. Februar wieder nach Gießen kommt, um daselbst photographische Aufnahmen vorzunehmen. Probebilder liegen bei Herrn Schlatter am Kreuz zur gefälligen Ansicht auf, und es erlaubt sich der Unterzeichnete, auf die in Farben aus­geführten aufmerksam zu machen.

Die Aufnahmszeit ist bis zum 15. Februar täglich zwischen IV und 3 Uhr in einem geheizten Glashause. Georg Markwort,

wohnhaft im Hause des Hrn. A. Balser, in dm Neuenbäuen, Nr. 72.

Dreizehnter Jahresbericht

des

Verems zur MrterMtzung armer KraZtken vom Lande,

unter dem Schutze

Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin oon Hessen.

Das Landkrankenhaus ist auch im Jahr 1856 vorwärts geschritten, hat mit 75 Gemeinden des Landes Verträge zur Verpflegung ihrer armen Kranken abgeschlossen, hat an seine Kranken sammt dem Wartpersonal in beiden Häusern, die Zahl von 16,548 Verpflegungen gewährt und dafür 13,350 Pfv. Brod, 9039 Stück Wecke, 2662 Pfo. Fleisch, 7288 Schoppen Milch re. verbraucht. Die beiden Hauser hatten Ende 1856 59 Betten, darunter 31 Bettstellen von Schmicdeisen. In der Bedienung und Wartung des Hauses und der Kranken sind erhebliche Erweiterungen und Verbesserungen eingefübrt, neue Wärter und Dienstleute angestellt, eine Weißzeugverwaltung für die Krankensääle und eine Kleiderkasse für ras Wartpcrsonal eingeführt, ganz neue Räume sind erbaut, andere verbessert worden; dabei ist ein Theil der Capitalschuld getilgt und der Werth des eigenen Vermögens an Grund und Mobilien noch erhöht worben. Die Ausgaben in 1856 betrugen 7758 fl. 51 fr., die Einnahmen 8195 fl. 31 fr., darunter aus Vergütung für die Krankenpflege allein 3023 fl. 39 fr.; auch an Vermächtnissen und Schenkungen hat es nicht gefehlt;

auch wird die warme Theilnahme, welche Behörden und Private der Anstalt schenken, immer größer. Man hat im Landkranken­

haus in 1856 107 erhebliche Operationen ausgefübrt, eine größere Anzahl verkrümmter oder an Knochenfraß und schwerem Knochenbrand leidender Glieder geheilt, Geschwülste entfernt, Entstellungen beseitigt, Spalten und Fisteln geheilt, schwere Gelenk-

leiden, Augenleiden und örtliche Leiden aus allen Gegenden des Körpers beseitigt; schwere Typhusfieber geheilt und im Ganzen

509 Individuen mit Arznei und Pflegmitteln versorgt, darunter 249 Männern, Frauen und Kindern die gesammte Hospitalpflege gewährt. Eine eigene Denkschrift wird diesmal die Verhältnisse des Lanvkrankenhauses allseitig und actenmäßig beleuchten, damit alle gute Menschen Dieses Werk der Liebe unv Barmherzigkeit vorurtheilsfrei bcurtheilen können und einschen, daß es Der dankbar anerkannten Unterstützung wcrth ist, Deren cs bei den stets wachsenden Ansprüchen und ohne alle Unterstützung von Staatsseite so dringend bedarf. Die Aerzte des Landes finden die näheren technischen Mittheilungen in derDeutschen Klinik, Berlin 1858, nnd wollen diese nicht verwechseln mit den daselbst niedergelegten Mittheilungen über die Augenheilcnstalt und opera­tive Klinik. Der Vorstand des Vereins:

Ur. Knchler. v. Jimgenfeld- Gerhard. Kehr.

Lebettsverfichernsrgsbank f. D. in Gotha.

120) Diese Anstalt verthcilt im Jahre 1858 an ihre Versicherten den Ueberschuß des Jahres 1853, welcher 295.961 Thlr. 23 Sgr. beträgt und eine Dividende von

2 9 Procent

ergibt.

Durch diese und die in ähnlicher Höhe künftig zu erwartenden Rückerstattungen stellen sich die Beiträge auf ein sehr nievriges Maas herab.

Neben der dadurch gewährten Billigkeit der Versicherung bieten die auf pupil- larische Sicherheit ausgeliehenen Fonds der Bank von nahe an Neun Millionen Thaler jede wünschenswerthe Garantie dar.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 1857 hat sich durch einen ungemein reichen Zugang an neuen Versicherungen (1361 Personen mit 2,567,500 Thlr.) und durch eine inner­halb der rechnungsmäßigen Erwartung gebliebene Sterblichkeit (450 Personen mit 750,000 Thlr.) als recht günstig erwiesen.

Die Zahl der Versicherten ist auf 20830, die Versicherungssumme auf 33,500,000 Thlr. gestiegen; für gestorbene Versicherte wurven im Ganzen bis jetzt 10,100,000 Thlr. ausgezahlt.

Auf diese Ergebnisse verweisend, laden zur Versicherung ein:

Hofg.-Advocat G. R. Krauskops in Gießen.

Oscar Ehrhardt in Marburg.

Dan. Vepler junior in Wetzlar.

216) Ein tüchtiger Schmiedgeselle kann noch dauernde Beschäftigung erhalten bei

Schmied Unverzagt, am Wallthor.

211) Eine Stola ist gefunden worden und kann in Lit. B. Nr. 22 auf dem Marktplatz wieder in Empfang genommen werden.

215) Akademischer

Gesang-Verein.

Das diesjährige Winterfest, bestehend in Concert und Ball, wird

kommenden Freitag, den 5, l. Mts., im Saale des Gasthofeszum Prinz Carl" stattfinden. Außer den Mitgliedern können auch einzelne Herren daran Theil neh­men und zu dem Ende Eintritts-Karten, a 48 fr., tn der Ricker'schen Buchhand­lung erhalten. Am Festabend kostet das Billct für solche an der Kasse 1 fl. Anfang des Concertes um 6, des Balles um 8 Uhr.

Gießen, den 2. Februar 1858.

Der Vorstand des akademischen Gesang-Vereins._______

218) Denjenigen, welcher am Sonntag aus dem Leib'schen Saale meinen lieber« zieher mitgenommen hat, fordere ich hiermit auf, mir denselben binnen 24 Stunden wieder zuzustellen, wierigenfalls ich gegen ihn, wie gegen einen Dieb, verfahren muß.

F. Petri.