Ertra-Beilage zu dir. 44 dcs Anzeigeblnttes.

T h e a t e r - U o t i ).

«v ' tnÄ ff? im ®?in ? Vergnügen des Theaters entbehren mußten, hat uns Hr. Director Goltdamer im Monat

Mar dasselbe verschafft und es ist von seiner Seite Alles geschehen, um sich die Gunst des Publikums zu erwerben; wenn das Repertoir anfangs nicht ganz den Ansprüchen einer Universitätsstadt entsprach, so wurde doch von Seiten der Mitglieder gut gespielt und man konnte sich recht gut unterhalten; besonders müssen aber die Theaterfreunde dankbar anerkennen, daß' der Liebling des hlkslgtn Puöllkums, Fl'k. , IN ctntßcu 9tv(lcn uls Seift tiorcfcfü^rt tpuvbc.

In Frankfurt war vom Lobe der Frl. Seebach in allen Blättern zu lesen, warum soll also GieKen ruriickbleibcn und nicht wohlverdientes Lob über Frl. Nuthliug aussprechen. Erstens ist cs gewiß lobend anzuerkennen, daß dieselbe ffit 1855. einen außerordentlichen Fortschritt gemacht, damals schon gewann sie alle Herzen, heute aber steht eine beinahe vollendete Künstlerin vor r tcnn' ronn man "wagt, wie wenig Mittel eine Provinzial - Bühne zur Ausstattung bietet, und eine Schauspielerin solche Erfolge erzielt, kann man behaupten, ge sei vollendete Künstlerin. Ich spreche hier nicht von meiner Ansicht allein, sondern gUrubc im Namen aller zu reden, welcheGnfcldiö",Die Schule des Lebens", undEin Weib aus dem Volke", von Frl.

Der Raum ist zu beschränkt, sonst würde ich Alles, was besonderen Eindruck auf mich machte, hier erwähnen, ich will daher nur anfuhren, was ich im ganzen, zahlreich versammelten Publikum bemerken konnte; die tiefe Rührung, die durch den Ton, welchen Frl. Nuthl.ng bei den verschiedensten Situationen anschlug, Aller Herzen durchbebte; nicht ich allein, cs vergaßen Viele, daß sie sich im Theater besirnden, und ich habe manches Auge in Tbränen erbli/t, welches wohl früher in größeren Stuten gefeierte Künst- linnnen sah. ine natürlichere, bessere Reklamation habe ich nie gehört, man war versucht zu glauben, daß nicht auswendig gelernte, |entern wirklich empfundene Worte gesprochen wurden und diese Natürlichkeit, behaupte ich, macht den wahren Künstler a.u6 ?ar ganzen Spiel keine Absicht, fein einstudtrtes Wefen zu bemerken, und dies Spiel versetzte ein ganzes Publikum in eine Illusion, die außerordentlich war. 1 3 J 8 *

Man merkte auch den andern Mitspielcnden an, daß sie sich sichtlich bestrebten, die Bemühungen der Frl. Rüthlinq zu unter- stutzen, und muß auch dies lobend erwähnt werden. '' 8

Schl-eßlich nod) eine Bitte au den Hrn. Director: wäre es nicht zu ermöglichen, daß unser verehrter Gast das Gretchen im Faust , Louise mKabale und Liebe und emc uns unvergeßliche Rolle die Thusnelda, imFechter von Ravenna" noch spielte? Ich glaube, daß -?r. Director Goltdamer sich dadurch einen großen Dank vom Publikum versichert halten konnte.

. Freitag den 4. Juni:

Letzte n n d Schluß-Vorstellung.

Zum E r st e n m a l e :

Zunge Studenten und alte Philister,

oder: '

Heirat!) und Fchlachtentod.

Original-Lustspiel in 3 Akten von Putlitz.

Nach diesem:

Tutti Frutti, oder: Gude aut, Alles aut.

Theatralisches Divertissement mit Gesang und Tanz, unter Mitwirkung mehrerer^Gäste vom Bockenheimer SommeE-eater.

Anfang: halb 8 Uhr.

.. Durch die Darstellung dieses anerkannt guten Lustspiels und Zusammenstellung des Divertissements lebe ich der angenehmen Ueberzeugung, den verehrlichen Theaterfreunden eine sehr interessante Schluß-Vorstellung zu bieten und cm- pw)le sonnt diese Vorstellung, als für dießmal des letzte, der freundlichen Theilnahrne derselben, gebe aber auch die Versicherung, daß Alles aufgeboten werten wird, einen recht angenehmen Abend zu bereiten. Zugleich spreche ich hierdurch meinen herzlichsten Dank für das meinem Unternehmen bis hierher gütigst geschenkte Wohlwollen aus. Möge mir dasselbe bis ru meiner

kehr in hiesige Stadt zur nächsten Winter-Saison in gleichem Maße aufbewahrt bleiben! ' 6

Hochachtungsvoll

Goltdamer.