Ertra Beilage zu Nr. 78 des Anzeigeblattes.
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Zur Verständigung.
—... ^^07) 'S6 ftiiB m dem hiesigen Publikum über meine mit Hrn. Franz Block zum Raupen in veraanaener Mocke aebabti» Differenz von gewisser tecitc Ausstreuungen gemacht worden, welche mit dem wahren Sachverhalte so sehr im^Widersvrucke^Keben Q| 'ch Nicht umhin kann mem VerhältNiß zu Hrn. Block in diesem öffentlichen Blatte wahrheitsqe ru « 21 iS hiesige Publikum mag sich dann sein Urtheil über die Sache bilden. g neu ju erzayien. das
Gegen Mitte des Monats August kam ich in hiesiger Stadt an, um mich Hierselbst bis zum Monat October aukrubalten und kehrte, wie ,chon vorher o,ters auf der Durchreise geschehen, in dem Gasthofe des Hrn Block ein , nufzuhalten, und
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schäft, bei welcher ich spater angestellt war, in Diensten gestanden, eine Weinforderung im Restbeträge von 137 ff. !U haben ver-
,teLCn C'^ ^nunSr »r, etn,e. gar klägliche Jcremiade anzustimmen pflegte, weil von dem Schuldner kein Geld ru haben sei Herr Block hatte mich schon früher hiervon in Kenntniß gesetzt, und an mich das sehr naive Ansinnen gerichtet, ich möae^iene Schuld bezahlen. Da mich die Sache gar Nichts anging; so wies ich jenes Verlangen entschieden zurück, hatte mich aber weil es mir unangenehm war, daß Herr Block an einem Bediensteten der Gewerkschaft, bei welcher ich angestellt gewesen, etwas'verliere ver- anlaßt gefunden, bei ihm meinen Aufenthalt zu nehmen, um ihn hierdurch einigermaßen zu entschädigen. ’
, ^^k)renv meines Aufenthaltes bei Hrn. Block wurde ich von diesem mit einer mir oft widerwärtigen Zuvorkommenheit beban- delt, ohne daß jedoch derselbe den chiermit beabsichtigten Zweck zu erreichen vermochte, denn so oft Herr^Block in einem gemütblickcn
«*» bmchi- und mich ,n Bezahlung »o«f,"i«fch chn L
«-k. 9Be0C?er Uebmedung oder gar der gerichtlichen Klage war für Hrn. Block Nichts ju hoffen. Er suchte darum ein
L Im dasjenige, was .hm ein Anderer schuldig war, zu erlangen, und glaubte dieses gefunden u haben
als am 10. September d. j. ein gewisser Or. Sarnes von hier auf Grund etnfr angeblich an mich habenden Wechselforderuna g gen mich Klage erhoben und zu seiner Sicherheit gegen mich - als Ausländer - provisorischen Arrest mvetrirt batte Während «ich «,ch,„"ag. »«»««».II und ich .,«, nun «... BI°«, «.gen,,in!. L" '
««.»irdünj, » un,<,ah„n «.trag. »«« »7 fl., ch-ns-»- g-gn, mich N-gmw -ns un° »«lan.»,. »dw°hi l>r. S-m.« m“, sein« Wechftlklage abgewiesen und vei klkannte Personalarrest aufgehoben worden, zu seiner eigenen Sicherstellung wiederholte Erkennung des Perfonalarrestes über, mich, indem ,ch - obgleich ich jeden Tag Geld zu erwarten hatte - im Augenblicke anker Stand war ihn zu befriedigen. Herr Block ließ zugleich merken, er werde von diesem Anträge dann abstehen, wenn ich die Weinforderung an ?7'»Meln,ngen ebenfalls zu berichtigen verspreche. Durch dieses Verfahren war ich in die Nothwendigkeit versetzt, entweder au unbestimmte Zeit bis mein Geld ankam — wiederholt in Haft genommen zu werden, oder eine fremde Schuld zu übernehmen
und da kein anderer Ausweg geboten war; so wählte ich das weniger empfindliche liebel, d. h. ich der ich niL m, '
dem Hrn. Block soviel Geld zu geben, als dieser an Meiningen zu fordern hatte. Ich machte mich^zugleich ehreuwortlieb anheischig, so lange m Gießen zu verbleiben, bis die Forderung des Hrn. Block für Logis und Bewirthung getilgt sei, wahrend dagegen v.e Wemforderung erst ,m November d. I. abgetragen werden, und Herr Block - wie ich noch jetzt durch Zeugen Keifen kann — wegen dieser keinerlei Sicherheit beanspruchen sollte. - y ' 10 ü uercei'en
Durch diesen Vergleich war denn Herr Block glücklich dahin gelangt, wohin er schon lange gestrebt, er hatte Jemanden gefunden der f.ch wegen der Weinforderung vor den Riß stellen sollte. J • x> 1 n gefunden,
Wenige Tage nach Abschluß jener Uebereinkunst traf die von mir erwartete Geldsendung ein und ich überaab fcaunn fnfnri h00 st' an den Buchhalter des Hrn. Block, um damit die vo.i mir gemachte Zeche zu'bezahl?» indem i'ch zugleich ba bu Zeit, über welche mir noch keine Rechnung gegeben worden, eine solche zu fertigen. Herr Block rcsp. dessen Buck,kalter auitiirJ nur diese Zayluiig a Conto, v. b. sie versuchten solche von dem Gesammtbetrage meiner eigenen Schuld und der ursprünglich Meiningen ,cheu Weinschuld in Abzug zu bringen, und als ich hiergegen reclamirte und mich auf den Vergleich berief , wonach die letztere Schuld erst ,m November d. I. abgetragen zu werden brauche, erklärte mir Herr Block, der nach Erreichung ein s Zweckes die angelegte freundliche Maske hinweggerissen, und weitere erkünstelte Höflichkeitsbezeichuungen für Überflüssig hielt, in sehr barscher We,,e: er werde nur die geleistete Zahlung nur so, wie geschehen, gut bringen, und meine im Hause habenden Effecten mir erst daun verabfolgen, wenn ich ihn vollständig bezahlt hätte. Als ich des Abends auf das seither im Rappen bewohnte Zimmer in welchem sich meine sämmtlichen Effecten befanden, zurückkehren wollte, fand ich dessen Tyüre verschlossen und wurde von "dem Kellner bedeutet, daß Herr Block das Zimmer verschlossen und den Schlüssel an sich genommen habe. Ich verlangte nun Hrn Block tu lprechen, um diesen wegen seines eigenmächtigen und gewaltsamen Benehmens zur Rede zu stellen. Aerr Block erschien jedoch nur unter Bedeckung zweier Hausknechte, und erklärte mir, er werde mich in das Zimmer nicht einlassen und mir auch meine Sachen erst dann zustellen, wenn ich seine ganze Forderung, also auch die übernommene Weinschuld bezahlt habe. Durch diese Gewaltmas'- regel sah ich mich aus dem Besitze meiner Effecten gesetzt, und wurde daher genöthigt, gegen Hrn. Block gerichtliche Klage ru erheben, welche durch einen Vergleich ihr Ende gefunden hat. 5
Dies ist der wahre Sachverhalt, und cs wird aus solchem leicht zu benrtheilen sein, auf wessen Seite das Recht ist Herr Block hat durch wohlberechnetes Benutzen der Umstände von mir die Zahlung einer Schuld, die mich nichts anging, zu erwirken ver- flanden. Ob dies nobel war und geeignet ist, dem Gasthause zum Rappen bei Reisenden zur Recommandation zu dienen, will ick dem Urtheil des Publikums anheimgeben. 3 ' ;
Gießen, den 25. September 1857.
William (£. Deeley.
Wallan, hei Biedenkopf-


