Beilage zu .1« 84 des Anzeigcblattcs.
V e r m i s ch t e 91 a ch r i ch t e n.
1732) D i e
Allgemcinc Nienün- und Ltbcnsvcrsicherilllgs- Anstalt zu Darmstadt
(bisherige Firma: Allgemeine Meuteuaustalt) übernimmt,
unter Garantie eines dermalen ($32,000 fL betragenden Vermögens:
1) wie bisher die Versielrernng steigender dienten gegen beliebige Kapitaleinlagen. Ende 1854 belief sich die Zahl der Rentenversicherten auf 5983 mit 10,023 Einlagen und 619,272 fl. Vermögen. Die im Deccmbcr b. j. zur Auszahlung kommenden Renten betragen laut besonderer Bekanntmachung aus eine volle Einlage von 100 fl. in den verschiedenen Jahresgesellschaften und Altersklassen 3 fl. 40 fr. bis 6 fl. 41 fr. . . ___ ,
Seit dem 1. Januar d. I. ist die 8. Jahresgesellschaft in der Bildung begriffen.
2) Lebensversicherungen gegen feste, zu keinerlei Nachzahlung verpflichtende, billige Versicherungsbeiträge,
3) Leibrenten Versicherung en, womit auch Wittwenrenten erworben werden können, 4) wie bisher Dopositengelder bis zu 2.) fl. herab, welche vom 30. Tage nach
der Hintcrlegnng bis zur Zurücknahme dermalen mit 3'/2 % verzinst und auf Verlangen ganz oder stückweise zurückbezahlt werden. Ende 1854 betrug die Summe der hinterlegten Gelder 533,545 fl. Die vom v. I. unerhoben gebliebenen, darum Dem Kapital zinstragend beigcschricbencn Zinsen beliefen sich Anfangs d. I. auf 10,068 fl.
Wegen näherer Auskunft, sowie wegen unentgcldlichen Bezugs von J)rc« svcctcn und Statuten der Anstalt, beliebe man steh an deren Herren Bevollmächtigte zu wenden"). .
Darmstadt, teil 14. August 1855. Die Direktion.
*) In Gießen: an Herrn Buchbinder A. L. Balser.
In Lieh: an Herrn Gemeinde-Einnehmer A. Fuhr.
Theater-Notiz.
3034) Die letzteren Thcaterverhällnisse in hiesiger Start waren wirklich nicht dazu geeignet, große Theilnahmc zu erwecken, indem dieselben den Ansprüchen des Publikums keineswegs genügten. Um so erfreulicher ist es aber, zu erfahren, daß uns dafür eine Entschädigung geboten werden soll. Der Schauspiel-Director Weiser (als Schauspieler hier allgemein bekannt und beliebt) wird in den Monaten November und Deccm- bcr Hierselbst Vorstellungen geben. So viel wir in Erfahrung gebracht, hat derselbe eine tüchtige, solide Gesellschaft engagirt, und da die äußere Ausstattung, Theater und Garderobe, glänzend sein soll, so ist demselben gewiß ein günstiges Prognostieum zu stellen. ‘ Wir halten es demnach für unsere Pflicht, die Bewohner unserer Stadt darauf aufmerksam zu machen, und Herrn Weiser bei einem so schwierigen Unternehmen, wie eine Theater - Direetion heut zu Tage ist, durch zahlreichen Besuch des Theaters zu unterstützen, denn nur dadurch würde es möglich, daß wir, wie früher, uns wieder eines soliden Theaters zu erfreuen hätten.
Mehrere Theaterfreunde.
Tmyunterricht.
2094) Der Unterzeichnete hat die Ehre, einem geschätzten Publikum hiermit anzuzeigen, daß seine Tauzuntcrrichtsstunden mit dem 25. Oetober wieder beginnen. Anmeldungen beliebe man baldigst abzugeben.
Frühere Schüler, welche den Unterricht im Tanzen bei mir fortzusetzen wünschen, wollen mich davon in Kenntmß setzen. — Außer den schon bekannten Tänzen werde ich in tiefem Kursus auch die neuesten Modetänze lehren.
Zu Erthcilung des Unterrichts in den Wohnungen der Familien bin ich jetzt auch wieder erbötig. 8. E. Rübsamen.
Zahnärztliche Anzeige.
3057) Zahnarzt A. Weinert aus Mainz wird seinen Aufenthalt hier noch auf einige Tage verlängern. Seine Wohnung ist bei Herrn Büchsenmacher Großmann auf dem Lindenplatz.
3062) In der Buchdruckerei des Unterzeichneten wird ein Lehrjunge gesucht. 8 M. M e r k.
Gießener Praunstein- GewerKschast.
3013) Von heute an ist das Comptoir in dem Bischosf'schen Hause, in der Nähe des Bahnhofs.
Gießen den 13. October 1855. E. W. Fernie.
Gew erb sch ule zu Hungen.
3041) Nachdem dem Unterzeichneten durch Beschluß ter unterm 11. d. M. dahier stattgehabten Generalversammlung die Stelle eines Lehrers an der Gewerbschule dahier übertragen worden ist, so wird hiermit veröffentlicht, daß dieselbe Sonntag den 28. d. Mts. ihren Anfang nimmt.
Die Lehrgegenstände bestehen im Archi- tcctonischen und Freihandzeichnen, Mathematik, Rechtschreiben, Baumaterialienlehre und der Anfertigung von Voranschlägen.
Zugleich wird bemerkt, daß der Unterricht für Unbemittelte unentgeltlich, und für Bemittelte gegen billige Vergütung geleistet wird. Hungen den 16 Oetober 1855.
Buttron, Geometer l. Klasse.
3037) A. Vialle
aus Frankreich, welcher in hiesiger Stadt angekommen ist und nur kurze Zeit hier verweilen wird, hat die Ehre, einem verehrlichen Publikum anzuzeigen, daß er durch eine neue Methode die «^»ühneraugeu an den Füßen in Zeit von 3 bis 4 Minuten ohne Schmerz und Blut radikal vernichtet. Er besitzt Zeugnisse seiner Geschicklichkeit von anerkannten Acrzten und von hohen Personen in Europa und Amerika. Diejenigen Personen, welche ihm ihr Vertrauen schenken wollen, werden sich überzeugen, daß durch seine Operation und durch eine von ihm präparirte Salbe das Uebel für immer verschwindet. Er logirt im Gasthof zum Hirsch, 3immer Nr. 6, und steht daselbst von Vormittags 11 bis Nachmittags 3 Uhr zu Diensten. Auch kommt derselbe auf Verlangen in tie Wohnungen.^
Z e u g n i ß.
Dem Hrn. Vialle bezeugen wir hiermit, daß er uns vor vier Jahren einige Hühneraugen entfernt hat und dieselben nicht wieder zum Vorschein gekommen sind.
Meiningen den 20. Juli 1855.
H. Kulmbacher, Anton Henneberg, Kaufmann.


