Ausgabe 
3.1.1855
 
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Anzeigeblatt

für die

Stadt und den Kreis Gießen.

Jfä 1. Mittwoch den 3. Januar 1SS5*

Erscheint wöchentlich zwei Mal: Mittwoch und Samstag. Preis et« Zahrgangs für Einheimische 1 ft. 30 fr., für Auswärtige inel. P-staulschlag« 1 ft. .39 fr. Auswärts abcnnirt man sich bei allin Postämtern. In Gießen lei der Expedition (Canzteiberg Lit. B. Nr. 1.) EinrückungSgebühr für die gefpatleuc CorfuSzeitc oder deren Raum 2 kr. Anzeigen aus verschiedenen Schriften die gespnUent Corpuszeile 3 kr.

M m t l i ch e v T h e i l.

Steckbriefe Großherzoglichen Kreisamts Gießen.

1) Rosine Herberg aus Neckargemünd. Alter: 21 Jahre. Größe: etwa 4' 78" rheinisch. Haare: schwarz, dünn. Augen: grau oder braun, stechend. Angenbraunen: schwarz, beinahe über der Nase zusammengewachsen. Nase: spitz. Mund- gewöhnlich. Stirn: gewölbt. Kinn: oval. Zähne: gut. Gesicht: oval. Gesichtsfarbe: blaß. Statur: mittel. Besondere Kenn­zeichen : lange Augenwimpern, schwacher, namentlich an den Mundwinkeln wahrnehmbarer Schnurrbart. Kleidung: weiß gehäkeltes Tüchelchen, vorne mit schwarzen und rothcn Faden, brauner wattirter Rock, blaue gedruckte Jacke, leinenes Hemd R. H. gezeichnet, graugrundiger wollener Shawl mit blauen Streifen an der Borde, goldene Boutonsohrringe, ein schwarzer Tuchschuh und ein viel­farbiger Straminschuh. Sie ist des Mords dringend verdächtig und am 25. November v. I. ai.s der Haft zu Frankfurt a. M. entsprungen.

2) Jacob Diehl von Fellingshausen. Alter: 12 Jahre. Ursache: Heimlicher Entfernung von Haus und HerumtreibenS auf der Bettelei.

Gerichtliche

Edictalladung.

27152) Gießen. Nachdem Großher- zvgliches Hofgcricht der Provinz Obcrheffen durch Erkenntniß vom 30. Octobcr 1 854 über den mit 181 fl. 5 kr. überschuldeten Nachlaß des Kaufmann Kuder von Wieseck den Eoncurs erkannt hat, werden alle Die- jenigcn, welche Ansprüche irgend welcher Art an den fraglichen Nachlaß bilden kön­nen, aufgefvrdert, solche so gewiß im Termin

Freitag den 9. Februar 1855, Vormittags 8 Uhr, dahier anzuzcigen und zu begründen, widri­genfalls sic ohne besonderes Präclusivdccret von der Masse ausgeschlossen werden.

Gießen am 1. Deccmber 1854.

Großherzogliches Landgericht Gießen. _________________Ploch.____________

Besondere Bekanntmachung.

2571) Gießen.

Die Gewerbspatente für 1855 sind vom 3. bis zum 14. Januar täglich, vom 15. bis 31. Januar 1855 aber jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Vor­mittags bei der Großhcrzoglichcn Districts- Einnehmcrei Gießen ohne besondere Anfor­derung abzuholen.

Gießen den 29. December 1854.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

D. E b e l.

nämlich:

1) 45% Ellen kvrnblaucs, in der Wolle gefärbtes % breites Tuch, veranschlagt zu 3 fl. per Elle,

2) 111% Ellen grau melirtes wollenes % breites Tuch, veranschlagt zu 2 fl. 30 kr. per Elle,

3) 3 Ellen hellblaues wollenes % brei­tes Tuch, veranschl. zu 4 fl. per Elle, 4) 348 Stück große neusilberue Rand­knöpfe, veranschl. zu 3*/2 kr. per Stück, 5) 84 Stück kleine desgleichen, veran­schlagt zu 2 kr. per Stück,

6) das Dccatiren von 160'/, Ellen Tuch, veranschlagt zu 5 kr. per Elle,

7) die Fertigung von 12 Uniformsmützen, einschließlich des Tuchs, veranschlagt zu 2 fl. per Stück,

8) die Lieferung von 6 neuen Säbel- kuppcln mit Schloß, veranschlagt zu 2 fl. 42 kr. per Stück,

9) die Fertigung von 12 Uniforms­röcken , veranschlagt zu 6 fl. 48 kr. für einen Rock,

10) die Anfertigung von 6 Paletots, ver­anschlagt zu 5 fl. 48 kr. per Stück,

11) die Fertigung von 6 Radkrägcn, ver­anschlagt zu 3 fl. per Stück,

12) die Fertigung von 18 Beinkleidern, veranschl. zu 1 fl. 18 kr. per Stück, 13) die Fertigung von 6 Westen, ver­anschlagt zu 1 fl. 20 kr. per Stück, sollen im Soumissionswcge angeschafft und vergeben werden. Desfallsige Anerbietungen sind, und zwar die für Tuchlieferung mit Mustern versehen, bis

Dienstag den 8. Januar 1855, Vormittags 10 Uhr, hier abzugeben, zu welcher Zeit die Eröff­nung der Offerten erfolgt. Die Bethci- ligtcn können derselben anwohnen und die Proben für Tuch, Knöpfe k. täglich hier einsehen.

Gießen den 2. Januar 1855.

Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. D. Ebel.

1) Gießen. Der vormals dem Chri­stian Hast angehörige Acker hinter dem Arresthaus in der Nähe des Eisenbahnhofs, ist anderweitig zu verpachten und das Nä­here bei der unterzeichneten Stelle zu erfragen.

Gießen den 30. December 1854.

Großherzogliches Postamt Gießen. Schön.

ttud Privat - Bekanntmachnttge». Versteigerungen.

7) Gieße n.

Lieferung von Tuch und Knöpfen und

Fertigung von Schneider-, Kappen­macher- und Sattlerarbeit.

Die zur Bekleidung der Polizeidiener der Stadt Gießen erforderlichen Gegenstände,