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1790) Gießen.

An unsere Mitbürger in Oberhessen»

Als int Marz 1848 das deutsche Volk sich erhob, um lang ersehnte Güter zu erreichen, die Freiheit, Einheit, Größe und Wohlfahrt Deutschlands, da durfte man von dem ernsten, besonnenen Willen der deutschen Männer die Erreichung jenes hohen Zieles hoffen. Es ist anders gekommen. Schuld von unten, Schuld von oben hat das große Ziel wieder in die Ferne gerückt. Wir wollen hier nicht erörtern, wieviel Schuld auf Seite der einzel­nen Regierungen, wieviel aus Seite des Volkes fällt; aber das wollen wir aussprechen, daß eS deutscher Männer unwürdig ist, das hohe Ziel auszugeben.

Wir halten darum fest an der Zdee des deutschen Bundesstaates, wie ihn die National­versammlung in Frankfurt, später Preußen angebahnt haben, der zugleich die Hauptbedinauna zur Erreichung des großen Zieles enthält, ein deutsches Volkshaus, durch welches die Nation ein Organ hat gesetzlicher Freiheit, wirklicher Einheit und vernünftigen Fortschrittes: und hegen die gute Ueberzeugung, daß so die Wünsche der Nation, wie die Rechte der Einzelstämme, Emzclstaaten und Einzelfürsten ihre beste Verständigung und Vermittelung finden werden Hat auch jetzt die Reaction der falschen Volksfrennde und des Particula- rismus das große Werk gehemmt, es wird die Zeit kommen, wo die wahren Freunde des Volks sich wieder erkennen und zusammen finden werden.

Mitbürger! Auch die Interessen unsers engeren Vaterlandes sind bedingt durch die Lö­sung der großen deutschen Frage. Laßt uns zum bevorstehenden Landtage Männer wählen, welche besonnen das Beste des großen, wie des engeren Vaterlandes zu erwägen im Stand sind und den Feinden der Einheit und Freiheit des deutschen Volkes, mit welchem Namen diese sich auch decken mögen, das gute Recht gesetzlichen Fortschrittes zu dem großen Ziele entgegen halten.

^m Auftrage der Versammlung constitutioneller Männer Obcrhessens zu Hungen am 30. xjuttt, erlauben wir uns aus folgende Männer aufmerksam zu machen, von denen wir überzeugt sind, daß sie in obigem Sinne aus dem bevorstehenden Landtage wirken werden.

Wahlbezirke.

II. K a m m e r.

I Kammer.

Battenberg . . Biedenkopf . . Gladenbach . . Gießen . . . Homberg . . . Alsfeld . . . Lauterbach . . Herbstein . . . Schotten . . . Grünberg . . . Butzbach . . . Lich . . . . Hungen . . . Nidda .... Ortenberg . . Büdingen . . . Vilbel .... Friedberg . . .

Minrsterialrath Eigenbrodt. Bürgermeister Thomas in Niederdieten. Kaufmann Theiß in Gladenbach.

Landrichter Ploch in Gießen. Hofgerichtsrath Köster in Gießen. Oeconom Keudel in Storndorf. Bürgermeister Eifert in Lauterbach. Posthalter Habicht in Engelrod. Pfarrer Lehr in Schotten.

Assessor Thaler in Grünberg. Steuercommissär Hisserich in Butzbach. Dr. Gros in Kolnhäuser,.

Steuercommissär Hunsinger in Hungen. Assessor Dr. H. Ehr. Knorr in Worms. Hofg.-Advokat Rosenberg in Gießen. Rentmeister Jordan in Lindheim. Dekan Th ud ich um in Rödelheim.

Landrichter Hofmann in Friedberg.

Regicr.-Rath

Trapp in Biedenkopf.

Hofgerichtsrath Kraft in Gießen.

Fabrikant Hoffmann in Alsfeld.

Rath Lange in Schlitz.

Reviers. Hofsmann in Grünberg.

Forstmeister v. Buseck in Gießen.

Assessor Draudt in Hungen.

Gymnasial-Dircctor Thudichum in Büdingen.

Hofgcr.-Advok. Stahl in Darmstadt.

Gießen, Lich und Grünberg, den 25. Juli 1850.

Das Provinzialwahlcomitö für Oberhellen.

v St. Georg, Präsident des vaterländischen Vereins zu Gießen. G. PH. Gail, Tabakssabrikant zu Gießen. Jean Gertig, Kaufmann zu Gießen. Dieterich, Bürgermeister zu Lich. Semmler, Kaufmann zu Grünberg.___________

(Hierzu eine Beilage.)