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Weidig: Sr. Großkurt v Cassel. Bei Srn. Schreiner Henkelmann: Sri. Großkurt v. Cassel. Bei Fr. Buchhdl. Ricker: Frl. Eckstein v. Zwingenberg. Bei Frl. Eckstein: Fr. Decan Eckstein v. Zwingenberg.- Bei Hrn. Worms: Hr. Maier, Dr. med. v. Berlin. Bei Hrn Adv. Dorn-

scif: Fr. Prof. Fleck v. Leipzig. Bei Hrn. Protocoll. Krebs: Hr. Reitz, Landr. v. Battenberg. Bee Hrn. Secret. Balser: Hrn. Gpmnas. W. u. A. Cramer v. Wies­baden.

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Novelle

von

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(Fortsetzung.)

Welch ein toller Galimathias!" rief Adelaide, ihn unterbrechend.Wollen Sie mir eine Vorlesung halten?"

Keineswegs, mein Kind. Ich gebe nur höflichst zu bedenken, daß es für ein Frauenzimmer gut ist, sich lieber zu viel, als zu wenig retiree zu halten und stelle ebenmäßig anheim, die Nutzanwendung auf einen Casus zu machen, der vielleicht in diesem Augenblicke zu Mord und Todtfchlag geführt hat."

Ich verstehe diesen Unsinn nicht, Herr von Schelf!" sagte sie.Wenn es ihnen nicht beliebt, sich deutlicher zu erklären, so verlassen Sie mich, ich will aufstehen."

Und immer Sie, Adelaide?" versetzte der General und griff nach ihrer kleinen Hand, welche sie aber schnell unter die Decke zog.Haben wir nicht unter vier Augen das trauliche Du verabredet?"

Davon weiß ich nichts!" sagte sie.Ich kenne kein Verhältniß unter vier Augen zwischen uns!" Vor dem unendlich spöttischen Ausdrucke, welcher in Ton und Blick bei diesen Worten lag, biß sich der General in die Lippen.

Nun, so erkläre ich Dir," versetzte er," daß Deine Coketterie einen Zweikampf auf Leben und Tod zwischen zwei Cavälieren veranlaßt hat."

Die junge Frau erblaßte, aber ihre zuckenden Lippen ließen keinen Augenblick auf die Antwort harren: Den Vorwurf der Coketterie verbitte ich mir! Der kann nur im Hirn eines eifersüchtigen Thoren ent- sichen, eifersüchtig ist aber nur der, welcher sich bewußt ist, daß er keinen Anspruch hat, geliebt zu werden und sich mit Andern in Liebenswürdigkeit und Galanterie nicht messen kann wie Sie, mein Herr von Schelf.

Aber Adelaide!" sagte der General, mehr säst durch ihre Schönheit, als ihren Zorn besiegt

Gehen Sie!" Dabei klingelte Adelaide heftig und Doris erschien sogleich.

Ich werde Sie rufen!" sagte der General zornig zu der Dienerin.

Du gehorchst doch wohl mir," sprach Adelaide in einem völlig veränderten, ganz sanften Tone und dem Generale ging das Lächeln derCreatur," wie er die arme Doris nannte durch Mark und Bein. Die Zofe blieb und der General stampfte mit dem Fuße, daß seine Steifstiefeln über den dürren Waden schüttelten.

Bravo, Ercellenz," sagte Adelaide und lachte ganz ausgelassen. Er kam zur Besinnung und schämte sich, murmelte noch ein Paar Worte und verließ dann das Zimmer.

t e 0.

Kaum hatte er die Thüre hinter sich geschlossen, als die Nachricht, welche er gebracht hatte, mit ihrer vollen Schwere auf ihre Brust fiel. Sie war vorbe­reitet gewesen und hatte Dellheim eine Strafe ge­wünscht, nun aber kam ihr plötzlich ein anderer Ge­danke, der sie zittern machte. K-in Wort sprach sie während des Anziehens mit ihrer K-mmerjungfer, welche Takt genug besaß, eine bessere Stimmung ab­zuwarten sie hatte gehorcht und Wort für Wort gehört, was beide mit einander gesprochen.

Ob die Herren noch nicht zurück sein mögen, Doris?" fragte die Generalin endlich.Geh, erkun­dige Dich und bringe mir gute Nachricht."

Mit Herzklopfen erwartete sie die Rückkehr der Dienerin.Doris?" rief sie ihr entgegen.

Sie sind wieder hier aber nicht alle Herr von Falken"

Ein unterdrückter Schrei ließ Doris nicht auS- sprechen, sie eilte ihrer Herrin zu Hülfe, welche leichen­blaß und zitternd sich an die Lehne des Sophas hielt.

Unmöglich, Doris!" Ganz unmöglich!" stammelte sie, dann setzte sie sich nieder und stützte den Kopf in die Hand, so daß ihr Gesicht ganz verdeckt wurde.

4.

In der Hauptfronte des Schlosses war eine Reihe von Zimmern dem freien geselligen Verkehr geöffnet, zu beiden Seiten des Salons, welcher den Mittelpunkt bildete. Während in dem einen Raume Villard ge­spielt, in dem andern gelesen, in dem dritten Schach geboten wurde, noch andere für Tarok- und Lchombre- parthien, die oft schon am Morgen begannen, einge­richtet waren, versammelte sich im Salon nach Be­lieben die übrige Gesellschaft. Unbedingte Zwangs- lostgkeit war das erste Gesetz dieses gastfreien Hauses.

Heute sah man die Nebenräume ganz leer, im Salon schien sich Alles zusammengedrängt zu haben. War abermals eine politische Neuigkeit eingelaufen, wie die längst abgesprochene, daß Bonaparte sich zum Kaiser der Franzosen gemacht? Ueber diese Farce wie sie es nannten hatten sich die deutschen Herren, die alle von weit besserem Adel waren als der kleine corsische Advocatensohn, köstlich amüsirt.Grade so, als ob ich römisch-deutscher Kaiser werden wollte!" hatte ein Reichsfreiherr vom Rheine gesagt.Würde man mich nicht in's Tollhaus schicken? Und ich bin doch kein Untcrthan."

Wegen des Tollhauses, meinte sein Nachbar, das sei bei dem Bonaparte nicht mehr nöthig, der stecke schon mitten darin, nämlich in Frankreich und die Damen belustigten sich ganz absonderlich über die Madame Beauharnais, die nun gar eine kaiserliche Majestät spielen wolle.

Eine Theatermajestät weiter nichts," sagte der