Ausgabe 
17.4.1850
 
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Hr. Graf, Lehrer v. Darmstadt. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach. Hr. Weiß, Gastw. v. Braunfels.

Im Darmstaedter Haus'. H*"'..Geschäfts!. . 8 , '

Holzhausen, Eschle v. Fortwangen, Burckhardt v. Reifenberg, Geil v. Fulda, Siebert ». Elshof, Wagner v. Biedenkopf, Leib v. Gleiberg, Braun u. Wunderlich v. Winterberg, Großmann v. Battenberg u. Burckhard v. Neffenberg.

Im Stern: Krn. Sanger Becker v. Dortenrod u. Schneider v. Bonn. Hr. Schäfer, Wilit. v. Cassel. Hr. Heck, Oecon. v. Beiershausen.

I » d e n Privathäusern.

Bei Hrn. Gastw. Maier: Hr. Hecht, Lehrer v. Ober, zell u. Hr. Arnstein, Kfm. v. Laubach. -.Bei Hrn. We,ßb. «etri- Fr. Scheid v. Butzbach. Bei Hrn. Messerschmied Sartorius - Hr. Martin, Lehrer der freien Künste v. Frank­furt. - Bei Hrn. Prof. v. Klipstein: Hr.Tertor, Pn. vatm. v. Lich. Bei Hrn. Schneidermfir. Schmidt- Hr. Stein," Oecon. v. Burggemünden.

P u n t e s.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch, und Sleindruckerei.

Wechsel erlebte. .

Der Trappistenordeu ist auf die allgemeinen Grunv- ' sähe der Benedictinerregel gegründet. Den Namen Trappist verdankt er dem Kloster, welches ui einem weiten Thale int westlichen Thetie des Waldes La Perche, im Departement de l'Orme in der Nor­mandie liegt, und zwar zwischen den Städten l'Aigle und Mortagne, von denen jede drei Stunden davon entfernt ist. Der Wald La Perche, welcher cs um­schließt, ist einer der ausgedehntesten in der Normandie, und von den zahlreichen labyrinthisch ssch durchkreuzen­den Pfaren, welche ihn in jeder Richtung durchschnei- den hat er von den Bewohnern der Gegend den Beinamen La Trappe erhalten. Das Kloster wurde 1140 unter der Regierung Pabst Jnnocenz II. und König Ludwig VII., von Rotrou II., Grasen von Perche, gegründet, der sich als ein kühner Kriegsmann in den Kreuzzügen in Spanien und in Palästina aus- reichnete Bon seinem Fürsten mit einer Botschaft nach England geschickt, überfiel ihn auf dem Meere

ein so heftiger Sturm, daß das Schiss dem Untergange nahe war. Da that der Graf das Gelübde, zur Ehre der Jungfrau eine Kirche bauen zu wollen, wenn er sicher dieser Gefahr entkäme. Der Sturm legte sich und nach seiner Rückkehr gründete er in Folge seines Gelübdes in dem einsamen Thale La Trappe, ein Kloster mit einer Kirche, deren Dach zum Gedächtniß der Ursache ihrer Erbauung die Form eines umge­legten Schiffsrumpfes erhielt, das Kloster aber wurde genannt La Maison Dien Nötre Dame de La Trappe und die Kirche 1214 vom Erzbischof von Rouen der Mutter Gottes geweiht. Ungefähr achtzehn Jahre nach ihrer Erbauung gab der Sohn des Gründers, Ro­trou III., ehe er zu einem Kreuzzuge nach Palästina abreiste, der Stiftung reiche Schenkungen, und nach seiner Rückkehr legte er hier die kostbaren Reliquien nieder, welche er während seiner Abwesenheit gesammelt hatte. Verschiedene Päpste, besonders Eugen III. und Alerander III. nahmen das Kloster unter ihren be- sondern Schutz und befreiten unter andern Immuni­täten seine Glieder von der Entrichtung der Zehnten. Auch erzählt man, daß der heilige Bernhard das Kloster besucht habe und zeigt im Walde noch eine Grotte, in welcher der Heilige sich seiner Bußübungen wegen zurückzog. Doch scheint diese Sage nur erfun­den zu sein, um dem Orte eine größere Heiligkeit zu geben. .

Endlich wurde die Abtei, wie so viele andere In­stitute dieser Art eine Commende des Pabstes und blieb in dieser Verfassung vom Ende des fünfzehnten Jahrhunderts bis zur Zeit ihrer Reformation gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts; und während der Kämpfe, welche der Losreißung der nördlichen Provin­zen Frankreichs zu Gunsten Englands vorangingen, wurde diese Stiftung eine Beute aller der Wechselfälle des Krieges, der das Land verwüstete.

Im Jahre 1660 waren die Klosterbrüder auf sieben herabgesunken, welche die Strenge und Eigenthümlich- feit des Ordens nur in ihrer Kleidung und ihrem Namen bewahrten. Ihre Tage vergingen in Trägheit und waren dem Vergnügen der Jagd geweiht, ihre Nächte den Freuden der Tafel oder noch gröberer Sin­nen tust. Ihr Leben war das Gespräch und das Ziel des Spottes der umwohnenden Landleute und schreckte jeden, der in ihren Orden zu treten wünschte, ab, sich dem Schauplatz ihrer Ausschweifungen zu nähern. Die Folgen dieses regelwidrigen Lebens zeigten sich bald tn t dem immer sichtbarer werdenden Verfall ihres Hauses. - (Fortsetzung folgt.)

Ein Besuch in dem Kloster La Trappe.

(Fortsetzung.) _

Von diesem Gelübde des Schwelgens gnv bestimmte Personen an gewissen Orten und unter gewissen Um­ständen entbunden. Diese Personen find der Abt, wel­chem mit den Fremden und Mönchen zu sprechen er­laubt ist, dock, nicht an den heiligen Orten, wie in der Kapitelstube, dem Refeetorium, der Capelle, den Kreuzgängen w., der Hotelier, der nut den lhm anvertrauten Gästen, sobald eS nöthig ist, doch nicht mit einem Mönch des Klosters sprechen dars, und der Kellermeister und Hausverwalter, der zu allen Zeiten in der Verwaltung seines Amtes mit den Besuchenden, Arbeitsleuten oder den Mönchen spiechen mag.

Doch warum, könnte man fragen, dieses ewige Stillschweigen? Der Trappist antwortet: jedes noth- wendige Wort habe zwei nutzlose bei (ich und daß es leichter sei zu schweigen, als Mäßigung in dem Laufe einer Unterredung zu beobachten. Die Philosophie der Trappisten geht mehr dahin, gut zu leben, als aut zu sprechen.

Dabei darf man aber nicht denken, daß das Leben in diesem Kloster stets in frommer Heiterkeit hmfiieße, daß die Abgeschiedenheit , in welcher die Mitglieder dieses Ordens von einander leben, sie völlig von dem gemeinen Loose der Sterblichen befreit habe. Die An­nalen von La Trappe haben auch ihre Spalten nut Erinnerungen an Anarchie, Verfolgungen und Leiden angefüllt, wie jedes andere menschliche Institut solche