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fühlendes Herz leer läßt es bedurfte aber recht fester Grundsätze und einer sichern Selbstbeherrschung, um nicht in den Strudel hineingerissen zu werden, wo alles, was reizend und süß war, erlaubt schien und die nüchterne Sprödigkeit verlacht wurde.
Der Morgen, der schon längst die Stadt geweckt hatte, schien nun auch im Schlosse zu tagen. Wir haben bereits einem, freilich nicht eben vortheilhasten Lever beigewohnt und laden unsere Leserinnen — nur diese! — zu einem zweiten ein. Denn es ist das Lever einer Dame.
Sie dürfte übrigens, wenn es sich sonst schickte, nicht scheuen, beim ersten Erwachen gesehen zu werden, was ein ziemlich scharfer Probirstein für weibliche Schönheit ist. So ruhig hat sie geschlummert, von gaukelnden Träumen gewiegt! Noch irrt ihr sammt- schwarzes Auge, halb sichtbar unter den schneeigen Liedern ins Leere, sie ist noch von einem süßen Bilde bewegt, denn ein Lächeln verklärt ihr Gesicht, dessen reines Oval nicht durch eine jener abscheulichen Nachthauben verunstaltet ist, sondern mit dem aufgestecktcn von einem leichten seidenen Netze gehaltenen Haar frei und lieblich auf dem Kopfkissen ruht, wie eine rosige Frucht auf milchweißer Schaale. Die Gardinen des -Bettes sind zurückgeschlagen, eine schlanke Zofe ist im Zimmer beschäftigt und wirft zuweilen einen ungeduldigen Blick nach ihrer Herrin, ob es ihr noch nicht belieben wird, ganz zu erwachen. Endlich hebt die Dame ihren feinen leuchtenden Arm von der Decke und winkt der Zofe herbei.
„Ercellenz?" wispert das gehorchende Kind.
Jeder, dem das reizende Wesen nicht näher be
kannt war und der sich ihrer wundervollen Schönheit als ein stummer Beobachter gefreut hatte, erschrack, wenn er sie zum ersten Male mit dem Titel: „Ercellenz" anreden hörte. Wie? Sie war ja kaum achtzehn Jahre alt, das vollendete Bild der Jungfräulichkeit — und man nannte sie Ercellenz! So ost und auffallend war diese Ueberraschung an Fremden ihr bemerklich geworden, daß sie sich darüber amüsirte. Wenn aber dann ein fragender Blick umhcrlief, um denjenigen zu suchen, der ihr ein Recht auf diesen Titel gegeben hatte, so fühlte sie nicht selten eine Regung, welche dieses kindische Amüsement schnell dämpfte.
„Ist schon Gesellschaft im Salon, Doris?" fragte sie jetzt.
„Ja wohl, Ercellenz. Sie sinr spät aufgewacht," antwortete die Zofe.
„Wer ist im Salon?" fragte die junge Frau nachlässig, ohne die geringste Anstalt zum Aufstchen zu machen.
„Seine Ercellenz der Herr Gemahl — dann der Herr Reichsgraf, unser erlauchter Wirth, dessen Gemahlin und Frau von Albis — und so nannte die Dienerin noch eine ganze Reihe von Namen.
„Aber — wer noch?" rief die Dame mit sichtlicher Ungeduld.
„Ich weiß es in der That nicht," erwiderte Doris, „habe nur einen flüchtigen Blick bineingethan, als der Herr General mich fragte, ob Sie noch schliefen."
,,War Herr von — Althof nicht da? Besinne Dich!"
(Fortsetzung folgt.)
Cotirs «ler Staais-Papiere. Frankfurt, den 12. August 1850. (Schluss der Börse.)
Oestreich . .
Metalliq. Obligat. . .
■pCt.
5
Papier 821/,
Geld 827.!
Baiern . . .
Obligationen .....
pGt.
3%
Papier
847.
Geld
837.
ditto ditto . . .
47,
72
717.
Würtemberg
Obligationen b. Roths.
37-
84
83%
ditto ditto . . .
4
63%
637.
5 3
Neue Würtemberg.
47-
987.
97%
Bank-Actien.....
1209
1204
Nassau ...
Obligationen b. Roths.
37,
87%
877.
fl. 250 Loose b. Roths.
101%
1007,
ditto ditto
5
104
1037,
fl. 500 ., ditto
157
1567,
fl. 25 Loose.....
26%
267.
Bethmann. Obligat.
47,
78
777,
Frankfurt. .
Obligationen.....
3
827.
81%
ditto ditto
-
—
ditto v. 1839
37,
9-57,
957,
Preussen . .
Staatsschuldscheine
37,
87
867,
ditto v. 1846
37-
927.
917.
Prämienscheine
109
Taunusbahnaclien . .
301
299
Darmstadt .
fl. 50 Loose .....
77
767,
Holland. . .
Integrale .......
27,
577,
577.
fl. 25 ditto......
297,
297,
3>
Holländische.....
4
87%
Obligationen .....
37,
85%
85
Syndicats .......
37,
'—
87%
ditto.......
4
917,
91
Spanien . . .
Innere Sch. neue Obi.
3
337.1«
33%,
ditto.......
47,
967,
96
Polen ....
fl. 300 Lott. Loose Rth.
—
—
Baden ....
Obligationen v. 1842
37-
827-
817,
Russland . .
Obligationen de fl. 500
4
81%
817,
fl. 50 Loose v. 1840
53
527,
in R. fl. 2.b. Grün. etU.
—
-—
fl. 35 Loose.....
327,
327,
ditto b. Stieglitz et C,
4
■ —
887.
(fold,
fl.
kr.
Silber.
fl.
kr.
inverse Actien und i^oose.
IST ICJ
ijreia
Pistolen.......
Pr. Friedrichsd'or . Holl. 10 fl. Stücke . Rand-Ducaten . . . 20 Francs-Stücke . Engi. Souvcrains . . Gold al Marco . ■ .
9
9
9
5
9
11
382
51% 56 52% 38 34% 56
Laubth., ganze . . .
1 Preuss. Th al er . . .
1 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber . Gering- u. mitteih.
1
2
24
457,
21
30
Kurhessische Loose . . . Sardinische Loose .... Cöln-Aachen........
Cöin-Minden........
Ludwigsb.-Bexbach .... Frdr.-Wilhs.-Nordbahn. .
32 337,
97
80%
427.
317. 33
96% 79% 42%
Disconto 27, Papier.
A. Sulzbach,beeid. Makler.
Druck und Verlag der G- D Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.


