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674) Gieße n. In Nr. 26. des Anzeigeblatts lassen sich dieMehrere Meister" abermals gegen mich vernehmen. Bestand noch irgend ein Zweifel, über die verläumderische Absicht dieser Menschen, so tritt diese durch ihr neueres Inserat recht deutlich hervor, und habe ich bereits auch dieses Gr. Stadt­gericht nachträglich zu meiner Anklage vorgelegt. Wie wenig diese Meister Veranlassung gehabt ha­ben, meine Ehrlichkeit zu beanstanden, mag das Publikum aus dem Resultate meiner am verflossenen Samstag vollzogenen Rechnungsstellung entnehmen.

Rechnung

der combinirten Maurer-, Weißbinder- und Dach­deckerzunft vom 24. März 1849 bis dahin 18 50.

a. Einnahme.

I. Kassenvorrath aus voriger Rech- fl. kr. nung ......... 8 35

II. an liquidirten Ausständen . . i 40

III. an Auflagen ...... 20 IV. an Meistergelder . .... 47

V. an Aufdinggeld von Lehrlingen 4 50 VI. an Lossprechgeld von Lehrlingen 3 20

VII. an Zinsen von Capitalien . . 6^745 fn Die Zinsen von 50 fl. Capital bei der Spar­und Leihkasse werden demselben beigeschrieben.

b. Ausgabe.

fl. kr.

I. An ausgeliehenen Kapitalien .

II. an Beitrag zur Recheuschule für Lehrlinge, laut Quittung vom 18. December 1849 .... 8

III. an Unterstützungen ...... IV. an jährlicher Miethe für die Zunft­

stube .........10

v. insgemein ........ 3 50

VI. an Honorar der beiden Zunftmeister 7

28 fl. 50 kr.

Rechnungsabschluß.

a. Betrag der Einnahmen 65 fl. 45 fr.

b. Betrag der Ausgaben 28 50

36 fl. 55 kr.

Liquidationen.

Die Liquidationen betragen an Aufla­gen, Meistergeld, Ding- und Los­sprechgeld von Lehrlingen aus den Jahren 1846, 47, 48 und 49 66 ft. 10 fr.

m , 66 fl. 10 fr.

Vermogensbestand.

fl. fr

1. An ausgeliehenen Capitalien bei der Spar- und Leihkasse ohne beigeschrie­bene Zinsen pro 184%0 .... 50

2. an Kassenvorrath ...... 36 55

3. an Liquidationen 66 10

Zusammei715l7fl75f7

Vorstehende Rechnung wurde von den unterzeich­neten Meistern geprüft und für richtig befunden

Gießen den 30. März 1850.

3ustus Kann. Heinrich Demuth. Wil­helm Seipp. Gottlieb Strauch. Au­gust Nauheimer. Balth. Kann. Chr. Petri, Maurermstr. Louis Petri. Hein­rich Hartmann. Chr. Petri, Weißbinder. Rochus Schmitt. Karl Kasper.

Es ist ersichtlich, daß die hauptsächlichsten Ein­nahmen der combinirten Maurer- u. s. w. Zunft aus den Meistergeldern erwachsen. Solcher Meister- gelber habe ich 47 fl. eingenommen, und zwar 15 fl. 40 kr. am 9. November 1849, 15 fl. 40 fr. am 9. März 1850 und 15 fl. 40 fr. am 24. März 185 0. Der Kassenvorralh aus voriger Rechnung in 8 fl. 35 fr. und den Schuldschein von 50 fl. bei der Spar- und Leihfasse verblieb in der Zunft- lade und ich war während meines Dienstjahres nicht im Besitz dieser Gelder.

Daß ich unter solchen Umständen keine Capitalien ausleihen konnte, wird jeder Vernünftige einsehen.

Nach den Zunftartikeln hat der Zunftmeister die Obliegenheit jährlich Rechnung zu stellen, daß dieses nicht eher geschehen kann, als bis nach Ab­lauf des Dienstjahrs des Zunftmeisters, wird auch jedem Vernünftigen klar sein. Den 24. März 1850 bin ich, nachdem ich am 16. desselben Monats ge­wählt worden war, als Zunftmeister verpflichtet worden und den 30. März habe ich Rechnung gestellt.

Was die Zunftversammlungen betrifft, so habe ich nach den Zunftartikeln eine solche zu halten, aber keine Bestimmung an welchem Tage und cs hängt dieses von den Geschäften für die Zunft ab, ob ich eine solche innerhalb des Jahres anzuberaumen nöthig habe.

Im Nebrigen verweise ich auf mein Inserat in Nr. 25 des Anzeigeblatts.

Gießen den 2. April 1850. Jac. Reiber.

706) Grünberg und Offenbach. Um den Abnehmern meiner bekannten Talgseife in der Um­gegend von Grüuberg den Bezug derselben zu er­leichtern, so zeige ich hiermit an, daß Hr. W. Groos in Grünberg von mir veranlaßt, bereit ist, die mir bestimmten Aufträge, mit denen man sich für die Folge an denselben wenden wird, mit aller Pünkt­lichkeit auszuführen. Hr. Groos ist in den Stand gesetzt, die Aufträge unter Zuziehung der Fracht, mit mir zu gleichen Preißen auszuführen, und hat man bei Beziehungen von demselben den Vortheil, meine Seife bis zu 50 Pf. auch selbst bis zu 25 Pf. Herab , also in kleineren Quantitäten zu erhalten, als ich solche von hier versenden kann.

Offenbach im April 1850.

C. Naumann's Seifenfabrik.

In Bezug auf vorstehende Anzeige bin ich bereit die mir eingehenden Aufträge auf die be- fannten Seifenfabrikate der besagten Fabrik mit aller Sorgfalt und zu gedachten Bedingungen aus- zuführen, und sehe ich daher recht zahlreichem Zu­spruch entgegen.

Grünberg im April 1850. W. Groos.