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sah unZ einen Augenblick mit einem in Thränen chwimmenden Auge an und sprach traurig: „Pauvres jeunes g'ens — coucher dans la foret — et ne Dien que leur *mi!“
Und er wandte sich von uns, um uns die Thränen des Mitleids zu verbergen, die auf seinen hervorstehenden Backenknochen weilten, und schloß die Thür hinter sich, während er den Pflichten der christlichen Milde, die er sich auferlegt, zu genügen eilte.
Bald kehrte er zurück, und mit trauerndem Gesicht und schwankender Stimme benachrichtigte er uns: „11 n’y a pas de chambre lä!“
„Nun dann," antworteten wir, „ist unser Ziel nicht zweifelhaft" — und das Wort zur That machend, rüsteten wir uns zur Abreise.
„Restez, restez!“ rief unser Gastfreund. „Ich habe es — folgen Sie mir in das Zimmer — da — sehen Sie das Bett! in vergangener Nacht war es mein Ruheplatz, heute soll es der Ihre sein — es ist nicht weich, doch weicher als die Erde und viel wärmer."
Dieß Anerbieten wurde mir einem Ernst gethan, daß wir fühlten, es würde Mühe kosten, es abzulehnen, doch thaten wir es ohne Zögern, kehrten in das kleine Gemach zurück, wo wir gegessen hatten, dankten dem alten Manne für die empfangene Freundlichkeit und bereiteten uns von neuem zum Weggehen vor.
Doch wurden wir von unfern E ntschluß durch den Ernst und die Wärme des alten Mannes zurück- gebracht, mit den er unsere Abreise bestritt. „Bleiben Sie," sagte er nach einer kurzen Pause, während welcher er sichtbar mit einem peinlichen Gedanken rang, „ich habe es! Besser, unsere Regel wird übertreten, als zwei Reisende gezwungen, durch die Strenge dieser Regel umzukommen. Ich will Ihnen Betten geben, doch sind sie sehr gering. Heute kann ich keine besseren geben; morgen sollen Sie besser gepflegt werden." Indem er uns verbot, seinen Vorschlag abzulehnen, nahm er die Laterne und bat uns, ihm zu folgen.
Nachdem wir einige Schritte in dem Hofe ge
gangen waren, führte unser gütiger Wirth uns in ein geräumiges Gemach, das auf drei Seiten fast wie ein Stall abgetheilt war, und in jedem dieser kleinen Ab- theilungen stand eine kleine Bettstelle mit einem Strohsack und einer härenen Decke. Dies, sagte unser alter Freund," wäre unser Schlafzimmer, und hier könnten wir nach Belieben das Bett wähle», worin wir die Nacht zubringen wollten.
Ohne uns mit einer Untersuchung über die Güte unseres Lagers aufzuhalten, entledigten wir uns schnell unserer staubigen Kleider, und nachdem der alte Mann uns sein „Bon soir“ und „Benedicite“ zugerufen und sich versichert hatte, baß wir bequem untergebracht waren, zog er sich mit eiligem Schritt zurück und überließ uns der Ruhe. Doch kaum war die Thür hinter ihm geschlossen, als der dicke Bursche, dessen Bekanntschaft wir vorher in Gesellschaft mit dem Koch gemacht hatten, eintrat, auf den Zehen durch das Zimmer schlich, als fürchte er unfern Schlummer zu unterbrechen, und an einem der Betten in frommer Haltung niederkniete. In zwanzig Minuten war er mit seinen Abendgebeten fertig, und aufstehend begann er mit manchem leisen Murren die harte Oberfläche seines Lagers zu untersuchen, und dabei lief er von Zeit zu Zeit: „C’est vilain — Diable memporte —■ c’est abominable.“
(Fort setzung folgt.)
Anekdote.
Zwei Gerichtsdiener wurden abgesendet, um einen Schuldner zu verhaften. Als dieser sie kommen sah schloß er die Thüre zu und schimpfte vom Fenster herab. Die Gerichtsdiener nahmen darüber sofort ein Protocoll aus: Hr. N. N. hat uns, als wir ihn arretiren wollten, geschimpft und gesagt: wir wären Schurken, Spitzbuben, Esel, Schlingel, welches wir hierdurch der Wahrheit gemäß mit unserer Unterschrift bestätigen.
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auf die
Jllustrirte Zeitschrift
als Beiblatt zum Anzeigeblatt.
Die Jllustrirte Zeitschrift erscheint nach wie vor wöchentlich einmal und erhalten die Subskribenten des Anzcigeblattes solche zu 36 fr. per Quartal. Schon früher haben wir auf die Vielseitigkeit und zeitgemäße Lectüre dieser Zeitschrift aufmerksam gemacht und erwähnen deshalb hier nur, daß der nun vollendete Jahrgang in gelungenen Illustrationen und Beschreibungen bot, was dem Volk frommte. Die tragischen und erhebenden Momente der Geschichte von 1849, die Kämpfe in Ungarn und die Erhebung in Baden, die Porträts aller geschichtlich merkwürdigen Männer. Aber auch aus dem Bereiche der Belletristik in Prosa und Versen, Anekdoten 2t., brachte diese Jllustrirte Zeitschrift Gediegenes. Sie wird auch in diesem Jahr das Möglichste auf diesem Felde zu leisten suchen uud laden deshalb alle Leser unsers Anzeigeblattes ein, an der Subskription Theil zu nehmen. Die zwei letzten Jahrgänge liegen in der Erped. zur Ansicht offen. Der Subscriptionspreis beträgt, wie schon oben bemerkt nur 36 kr. per Quartal. Tue Red.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.


