6
I n den Privathäusern.
Bei Wtw. Ort, Frl. Ort ». Homburg. — Bei Hrn. Schreiber, Hr. Schreiber Milit. v- Friedberg. — Bei Hrn. Landauer: Frl. Mainz v. Mainz. — Bei Hrn. Dr. v. Klip
stein: Maper u. Comas ö. Wetzlar. — Bei Hrn. Heß: Hr. Rosenbach, Privatm. b Offenbach. — Bei Hrn. Glaser Bierau: Hr. Bierau, Soldat v. Darmstadt. — Bei Hrn. Beckers Wtw.: Hr. Hoffmann nebst Frau o. Bornheim. — Bei Pistors Wtw.: Hr. Pistor.
Versteigerung.
14) Steinbach.
Montag als den 7. Januar 1850, des Vormittags 9 Uhr, lassen die Erben des Kirchenrechner Keßler zu Steinbach Erbvertheilungs halber: ein Paar Ochsen, eine Kuh, ein Rind, Frucht aller Art, Heu, Stroh, Kartoffeln, einen Webstuhl mit Zugchör, sowie einen
Wagen, 2 Pflüge, eine Egge und Hausgeräthschaften aller Art, öffentlich meistbietend versteigern.
Die Herrn Bürgermeister der umliegenden Orte werden ersucht, dieses, in ihren Gemeinden gefälligst bekannt machen zu lassen.
Steinbach am 31. December 1849.
Im Auftrag der Erben.
Ludwig Keßler.
I um neuen Jahr.
in neues Jahr beginnt ein altes ist verstossen,
Mit Pulver und mit Blei hat man's zur Ruh' 'geschossen,
Getäuschte Hoffnungen barg viel das alte Jahr
Vielleicht bringt's neue wol was uns verheißen war. —
Dem Leser will ich nun noch im Gedichte geben Ein Bild der Zeit, wie mir's die Muse eingegeben:
Es steht ein mächt'gerBauni, doch wo will ich verschweigen Der deckt die ganze Erd' mit seinen dichten Zweigen, Er setzet jedes Jahr, wie alle Bäume an, Doch stirbt er nimmer ab, den Casus merke man, Sein Holz ist eisenfest, kein Wurm zernaget ihn, Auch Knospen treibt er viel, die nimmermehr verblüh'»; Die Blätter alle stnd vom schönsten Pergament, Worauf die goldne Schrift uns das Gescheh'ne nennt, Zu Neujahr treibet stets ein neuer Zweig hervor Und blitzschnell fliegt darauf ein munt'rer Sängerchor; Nun kommen Tag für Tag die Blätter angewachsen, D'rauf stehet was gescheh'» an Ernstlichem und Foren,
Der Blätter Zahl ist grad als Stunden find im Jahre, Nicht mehr, nicht weniger, das ist das Sonderbare, So ist vom vor'geu Jahr nun auch ein Zweig zu finden, Mit Blättern bunt bemalt, so bunt fast zum Erblinden, Auf Tausend Blättern steht bald Schrift wie Feuerglut, Und and're Zeilen seh'» just aus wie Menschenblut, Auf andern Blättern stnd am Rand gemalte Zeichen, Der lust'gen find's nicht viel, doch viele Menschenleichen, Drum hängt auch dieser Zweig gar trauernd schlaff herab, ■ So wie ein Eschenzweig fich beuget über's Grab.
Der Sängerchvr, der fich in seinen Blättern schattet. Singt ernst und trüb als sei er von viel Leid ermattet Und tönt ein Helles Lied mit in der Töne Schwall, So ist's doch nie der Sang, der frohen Nachtigall, Den Böllern wird der Zweig ein ewig Merkmal bleibe», Und eine gute Lehr dem später» Enkel schreiben.
Was nun im neuen Jahr der Zweige Blätter füllet, Liegt in der Zukunft Schoos, dem Menschengeist verhüllet Doch mag ein frommer Wunsch aus allen Herzen stieh'n, Die für des Volkes Wohl in heil'gem Eifer glüh'», Nicht möge das Geschick die schrecklichen Gestalten, Von Mord und Bürgerkrieg vor unserm Äug' entfalten, Der Frieden kehre ein in Herzen und in Hütten, Und hehr und groß ersteh'» des deutschen Volkes Sitten, Die Fluren mögen sich in reichem Schmuck erneu'», Daß alle Mensche» sich des reichsten Segens freitit. Es werde dieser Wunsch in vollem Maße wahr, —- So schließ' ich dies Gedicht mit Prost zum neuen Jahr!
F. H ü n e.
Das Anzeigeblatt für die Stadt uud deu Regierungsbezirk Gießen erscheint auch im nächsten Jahr wöchentlich 2 Mal, am Mittwoch und Sonnabelld. Avertissements jeder Art, welche längstens bis Dienstag Morgens 9 Uhr an die Erpedition eingesendet werden werden in das am Mittwoch erscheinende uud diejenigen, welche längstens bis Freitag Morgens 9 Uhr eingehen, in das am Sonnabend erscheinende Blatt ausgenommen. Die Prä- nummeration für das ganze Jahr ist für Einheimische 1 fl. 30 fr., für das halbe Jahr 45 fr incl. Bringerlohn; für Auswärtige für das ganze Jahr incl. des Portos und Postgebühren 1 fl. 42 fr., für das halbe Jahr 51 fr. Da das Abonnement auf dieses Blatt für das laufende Jahr mit dein 31. d. M. zu Ende geht, so belieben sich diejenigen auswärtigen Abonnenten, welche solches auch für das folgende Jahr fort zu halten wünschen, wegen Bestellung desselben, an die ihnen zunächst gelegenen löbl. Postämter oder Posterpeditionen und Einheimische au die unterzeichnete Erpedition zu welchen und den Pränummerations- betrag franco einzusenden.
Die Expedition des Anzeigeblatts für die Stadt und den Reg. Bez. Gieße»
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei."


