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haben sich, tote früher schon in meiner Wohnung, nun auch in anderen Häusern so bewährt, daß ich dieses Mittel unbedenklich für den fraglichen Zweck empfehlen kann. Selbst eine augesüllte und umge­rührte Grube, die recht in Fäulniß war, hörte augen­blicklich auf zu riechen, als ein kleiner Korb voll dieses Pulvers hineingeworfen wurde. In Fällen, wo sich in verschlossenen Räumen hauptsächlich Am­moniakgas entwickelt, könnte man der Braunkohle etwas Gyps zusetzen , und zwar gemahlen, wie er auf die Aecker gestreut, wird. Auch von dessen Wir­kung habe ich mich bei? mehreren Gelegenheiten hin­reichend überzeugt. Daß durch beide Stoffe, in Ver­bindung mit einander angetoendet, fast das nämliche, vielleicht eben so viel erreicht werden kann, als durch das bekanntlich gegenwärtig in Frankfurt a. M. von Franzosen zu dem nämlichen Zweck auögebeutete, aus theurern Ingredienzien bestehende Mittel, läßt sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit annehmen. Uns kostet die so verwendete Braunkohle nicht nur gar nichts, sondern wir sind sogar froh, sie auf solche Art ver­wenden zu können, da diese Abfälle von den geform­ten Stücken erst wieder geformt werden müßten, um verbrannt zu werden, was eine sehr schmuzige und viel Wasser erfordernde Arbeit ist, daher in einer ge­wöhnlichen Haushaltung nicht leicht vorgenommen werden dürfte. Es wäre übrigens zu untersuchen, ob nicht dasselbe Resultat auch mit Steinkohlenklein zu erreichen wäre, vielleicht auch mit Torferde, da der wirksame Stoff unstreitig nur die fein zertheilte Kohle ist. Sollte aber auch nur unsere Erdkohle dazu sich eignen, so wäre diese immer noch zu einem hinreichend geringen Preise nach Darmstadt und Frank­furt zu bringen, um durch dieses sehr einfache und wohlfeile Mittel einer vielfach empfundenen widrigen Plage zu begegnen, welche bisher bei allen Bemühun­gen der Architekten noch nicht vollkommen entfernt werden konnte; denn der Centner unserer Braunkoh­len kostet nur 10 fr. und 2 3 Centner reichen vollkommen- hin, einen gewöhnlichen Abtritt auf meh­rere Monate gänzlich von seinem Geruch zu befreien, ja es reicht hiezu bei sonst richtiger Anlage des Ab­tritts noch eine weit geringere Quantität schon hin.,,

Die an und für sich interessante Mittheilung des Hrn. Soldan verdient gerade eben um so mehr Beachtung, als wie darin bemerkt, in Frankfurt eine Gesellschaft von Franzosen für einen ähnlichen Zweck concessionirt wurde, welche mit der geruchlosen Entleerung der Abtritte übrigens noch ein wei­teres Geschäft, nämlich eine auf wissenschaftliche Principien sich gründende Düngerbereitung, zu ver­binden beabsichtigt. Das Verfahren, dessen sich diese HHrn. bedienen, ist Gehcimniß, und wir haben

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darüber nur so viel erfahren können, daß zur Ent­leerung einer Grube zuerst der flüssige Theil derselben vermittelst einer Pumpe in Fässer gehoben, sodann zur Geruchvertilgung pulverförmige thierische Kohle, nach andern Nachrichten auch Eisenvitriol, dem festen Rückstand beigefügt wird. Bei dieser Vermengung werden zugleich auch andere Stoffe beigefügt, welche geeignet sind, einen je nach Verschiedenheit des Zwecks verschieden zusammengesetzten Dünger zu erhallen. So erhält z. B. der Dünger für Weinberge einen Kali­zusatz, weil der Weinstock sehr reich an Kali ist, der Dünger für Getraide erhält viel Kieselerde und Gpps, weil beide Bestandtheile vorherrschend im Roggen, Gerste u. s w. gefunden werden u. s. w. In welchem Verhältnis' rie Wirksamkeit der von den ge­nannten HHrn. angewendeten Mittel, als Geruchver- tilgungsmittel betrachtet, zu der desinficirenden Wir­kung der erdigen Braunkohle sich verhält, ist uns unbekannt. Da von Seite des großherzogllchen Ge- werbvereins Versuche mit letzterer anzustellen beschlos­sen wurde, so werden die Resultate demnächst durch dessen Vereinszeitschrift zur öffentlichen Kenntniß gelangen.

Einfluss des Mondes auf die Pflanzen.

Der vielfach bestrittene Einfluß des Mondes auf die Pflanzen ist in neuerer Zeit außer Zweifel geset-t, jedoch auch dahin berichtigt worden, daß der Mond nur einen theilweisen und untergeordneten Einfluß äußert. Weil nun aber dieser Einfluß seiner Stärke nach nicht so genau bestimmt werden kann, so ist eS nöthig, viele Beobachtungen zu besitzen, um aus die­sen eine Folgerung zu ziehen und die Ergebnisse bei landwirthschaftlichen Verrichtungen als Regeln beo­bachten zu können. Die bis jetzt ziemlich bestätigten Erscheinungen sind ungefähr folgende: 1) Bau- und Nutzholz soll man 2 bis 3 Tage vor dem Neumonde also bei sogenannten kleinen Monde, fällen, indem es zu dieser Zeit am wenigstens Saft besitzt, was auch mit der Beobachtung übereinstimmt, daß zwischen dem letzten Viertel und Neumonde im Durchschnitt am wenigsten Regen fällt. Eichenbauholz soll man vor Gallus (16. October) bei kleinem Monde fällen, weil alles Holz, was nicht nach diesen Regeln ge­hauen wird. 2) Pflanzen, welche durch Entziehung deö Lichtes verbleicht waren, sollen durch das Mond­licht wieder grün geworden sein. Früchte, die dem Mondlichte ausgesetzt sind, sollen eher reifen; tobte Thiere im Mondlichte schneller verwesen. 3) Es wird auch bei uns vom Landmann angenommen, daß gewisse Pflanzen, bei zunehmenden Monde gesäet wer­den. Dahin gehören grüne Gewächse, Salate re. Wurzelgewächse sollen dagegen besser in abnehmen­dem Monde gesäet werden.

chen Buch- und Steindruckere, in Meßen.