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Pfarr. v Crumbach — Bei Hrn. Hofger.-Adv. Pfannmüller: Hr. Schweißgut, Pfarr. v. Busenborn. — Bei Sin. Stud. Mclior: Hr. Melior, Cand. v. Friedberg. — Bei Hin. Buchb. Hofmann: Jungfer Atzelhöfer v. Gladenbach. — Bei Wittwe Schwan: Jungfer Gütting v. Gladenbach. — Bei Hrn.
Physik-Arzt Dr. Stammler: Frl. Stammler v. Alsfeld. — Bei Hrn. Marc. Arnstein: Hr. Arnstein, Kaufm. v. Laubach. - Bei Hrn. Stud. Schildwächter: Hr. Röschen, Cand. v. Friedberg
Haus- und Landwirthschaftliches.
Wie man in Friedland in Böhmen die kranken Kartoffeln behandelt.
Auch in unserer Gegend herrscht die so allgemein verbreitete und Verderben bringende Kartoffel- krankbeit, und zwar in einem nicht unbedeutenden Umfange; denn so weit es sich erheben ließ, beträgt die ganze Ernte auf der Herrschaft Friedland 177,109 Strich; bei dieser Summe sind natürlich die ganz schlechten Kartoffeln, welche beim Herausnehmen gleich von den bessern abgesondert wurden und auf dem Acker liegen blieben, nicht gerechnet; unter obiger Summe befinden sich 75,481 Strich kranke und 101,628 Strich gute Kartoffeln, also mehr als % Theile kranke.
Leider ist das Unglück da und wir können cs nicht ändern; unsere Sache ist es nun, die noch ge- simden Kartoffeln zu erhalten zu suchen, um uns vor Mangel an Samen zu schützen.
Der Unterzeichnete erlaubt sich nun, die Maßregeln, die hiergegends zur Erhaltung der gesunden und wo möglichen Verwendung der kranken Kartoffeln ergriffen wurden bekannt zu machen.
Beim Herausnehmen der Kartoffelil winden die ganz schlechten, welche zu gar keiner Verwendung mehr taugen, von den guten abgesondert unb auf dem Acker liegen gelassen; die übrigen Kartoffeln wurden auf eine Scheuertcnne gefahren, wo sie genau durchgelesen und die anbrüchigen von den guten getrennt wurden; die abgesonderten guten Kartoffeln wurden auf der Tenne so oft umgeschauselt, bis sie ganz trocken waren; nun wurden sie in luftige Keller oder Gemächer gebracht (in Erdgruben ist die Aufbewahrung nicht räthlich,) allwo sie in kurzen Zwischenräumen wieder durchgelesen und die anbrüchigen von den guten abgesondert wurden. Freilich erfodert dieses Geschäft viele Aufmerksainkeit und verursacht Auslagen, aber doch hat man bis jetzt die beruhigende Ueberzeugung, daß die gesirnden Kartoffeln größten- theils erhalten werden.
Um nun auch die anbrüchigen Kartoffeln wo möglich zu verwenden, wurden dieselben theils zur Fabrikation des Stärkemehls verwendet, theils verfüttert. Die Fabrikation ves Stärkemehls dürfte
Druck und Verlag der G. D. Brühl's
wohl Jedein bekannt sein; die Verfütterung der kranken Kartoffeln geschieht, wie folgt:
Die zur Verfütterung bestimmten Kartoffelil werden . gehörig abgewaschen, dann zerkleinert oder gescharbt und kommen dann in einen mit Wasser gefüllten Zuber, wo sie 24 Stunden stehen bleiben. Nachdem sie nun auf diese Weise hinlänglich gewaschen sind, werden sie mit Salzwasscr besprengt und unter das Brühfuttcr, unter Anincngung von Spreu gegeben und verfüttert. Dieses Futter ist dem Äiehe keineswegs nachthcilig, denn das Vieh bleibt wohlaussehend und milchergicbig wie früher, wo sich doch beim Rindvieh der schädliche Einfluß zuerst bei der Milchnutzung bemerkbar machen sollte.
Die von vielen Oekonomen aufgestellte Behauptung, daß neuer Same aus Nordamerika von dieser Krankheit verschont bleibe, hat sich hierorts nicht bewährt. Auch hat man hier die Bemerkung gemacht, daß die Kartoffeln in feuchtem Boden oder in frischem Dünger vorzugsweise von dieser Krankheit hcimgesucht wurden. Zeitlich gesetzte und zeitlich herausgenommene Kartoffeln sind hier größtentheils gesund geblieben, während die später gesetzten Kartoffeln, von einem und demselben Acker und von einem und demselben Samen, säst ganz schadhaft sind. Daraus läßt sich wohl Meßen, daß diese Krankheit durch schädliche Wittcrungseinflüsse entstanden sein mag.
Friedland in Böhmen, 25. Nov. 1845.
3- Weiß.
Unfehlbares Mittel, im Winter das Wild- pret von den Bäumen abiuhulten.
Man bestreiche die Rinde der Bäume zwei Fuß hoch vom Boden an mit einer Mischung von Thran und Oker. Dieses Anstreichen erneuert man im Winter zwei bis dreimal. Die Knospen dars man aber mit dieser Mischung nicht bestreichen, denn sonst fallen sie ab.
Vie Slüthen vor dem Spätfröste ;u sichern.
Man setze das obere Stück einer Gießkanne auf eine Handpumpe und bespritze mit dieser die Bäume mit lauwarmem Wasser.
Buch- und Steindruckerei in Gießen.


