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v. Echzell. Hr. Buchhammer, Weißb v. Darmstadt. Hrn. Geschäftsl. Klos t>. Wilsbach, Achenbach v. Hattenrod, Kübel u. Reinhard D. Herbstein. Hr. Engel, Oecon. u. Hr. Völfing, Bürgermeist. v. Oberseibertenrod. Hr. Kraft, Ge- schäftsm. v. Ulrichstein Hr. Spanier, Metzg. v. Schotten.
In den Privathäusern.
Bei Hrn. Hofger.-Advoc. Welker; Hr Welker, Psarr. v. Oberofleiden, Frls. Schaum v Hochweisel u. Müller v. Öberingelheim. — Bei Hrn. Bäckermeist. Noll: Hr. Meper, Oecon. v. Hermannstein. — Bei Hrn. Dachd. Koch: Jungfer «ranz v. Bischoffen. — Bei Hrn Schrifts. Stich: Jungfer Wallsnfelc! v. Allendorf. — Bei Hrn. Gpmn. Jockel: Hr. Knobeloch, Landger.-Act.-Geh. » Altenschlirf. — Bei Hrn. Schneid. Eiff: Fr. Herrmann v. Crumbach u. Hr. v. Schenck, Cabinetspredigt, weiche Gottlieb Kober ;um
Tröste des Landmanns gehalten hat.
(Fortsetzung.)
Aber, wie presset man uns arme Bauern! Einen Flegel, einen Schlingel, einen groben Ochsen und dummen Esel um den andern wirft uns der bloße Frohn an den Hals. Ich will nicht sagen, wie uns Einnehmer, Schreiber, Ausreiter, Gensdarmen schu- rig'ln und tribulircn. Da heißt es: Bauer, du Schelm, Bauer, du Dieb, Bauer, du Lauer! Daran kehre dich nicht. Ist es doch gut, wenn der Bauer ein Lauer und Schlauer. O ja! er ist ost klüger, als alle Die, so ihn pressen und plagen. Es gibt nicht eitel grobe Harzbauern und nicht allenthalben schlimme schwäbische Bauern: die märkischen Bauern sind aeschcid genug, die altenburgischen und gothaischen fürwahr auch keine Narren. Da mag man wohl sagen: Der Bauer ein Schlauer! Ja, ja, traue nicht, Bauern verstehen auch Latein. Jener Dorsmüller erwies es stattlich durch seine Klugheit. Ich will dir's kurz erzählen: Der damalige König in Frankreich ritt vor einem ansehnlichen Kloster vorüber und gedachte, wie solches zu dem königlichen Hofstaat sehr dienlich. Er ließ daher den Abt zu sich kommen, und sagte: Er höre, daß die Brüder im Kloster faule Gesellen wären und nichts studirten. Er wolle ihnen drei Fragen vorlegen; wofern sie ihm darauf nicht könnten antworten, wolle er sie aus dem Kloster jagen. Erstlich sollten sie ihm sagen: Wie viel Sterne am Himmel wären? Zum Andern: Wie viel der König werth sei? Zum Dritten: Was der König im Sinn habe? Der Abt ward mit den Mönchen hierüber heftig bestürzt. Er ging kurz hierauf ganz tiefsinnig bei der Mühle herum, die zum Kloster gehörte. Der Müller kam ihm entgegen und fragte: Warum so traurig, Herr Abt? Der Abt erzählte ihm die Fragen, so der König aufgegeben, mit Vermelden, wie das Kloster würde verloren gehen, wenn er zu bestimmter Zeit
Gpmn v. Schweinsberg. — Bei Wittwe Reibling: Fr. Knippel v. Oberweidbach. — Bei Hrn. Joh. Noll: Fr. Seng v. Lehnheim. — Bei Hrn. Hofger.-R. Langsdorff: Hr. Langsdorfs, Gpmn. v. Büdingen. — Bei Hrn. Hofger-Adv. Welcker: Fr. Pfarr. Schaum u. Hr. Schaum, Pfarrvic v. Hochweisel u. Hr. Schaum, Privatm. v. Elberfeld. — Bei Hrn Regier.-R. Eckstein: Fr. Ober-Kamm.-R. Münch v. Wetzlar u. Fr. Kamm.-R. Otto v. Laubach. — Bei Hrn. Stud. Jäger: Hr. Schimpf, Cand. v Friedberg. — Bei Hrn Profeff. J)r. Buff: Hr. Kestner, Privatm. v. Thann.— Bei Hrn. Phpstk.-Arzt Dr. Weber: Hr. Weber, Gpmn. v. Büdingen. — Bei Hrn. Scrib. Ritter- Hr. Ritter, Kfm v. Saffet. — Bei Hrn. Leinweb. Arnold: Hr. Rausch, Oecon. v. Merlau.
darauf nicht antworten könne. Der Müller hieß den ‘21 bt ohne Sorge sein; er wolle dem Könige schon antworten.
Da die bestimmte Zeit kam, forderte der Müller vom Abt seine Kleider; er legte solche an, ging nach Paris und begehrte Audienz. Da er vor den König kam, fragte dieser den vermeintlichen Abt: Wie viel sind Sterne am Himmel? Der Müller antwortete: Es sind 99,767,000; wenn es der König nicht glauben will, so steige er hinauf und zähle sie selbst. Hierauf fragte er: Wie viel der König werth? Der Müller sprach: Er ist werth 29 Silberlinge, denn der König aller Könige ist um 30 Silberlinge verkauft worden; so wird denn wohl der König von Frankreich noch einen weniger gelten. Endlich war die dritte Frage: Was hat der König im Sinn? Der Müller sprach: Der König meint, ich sei der Abt, aber er irrt, ich bin der Müller. Klug genug geantwortet! Dieser Landmann soll manchen Klugen und Gelehrten ziemlich beschämt haben. Darum verachte man keinen Bauer, jedoch von Verständigen werden sie allezeit werth gehalten. Kaiser Maximilian I. zählte sich unter die Bauern und ging gern mit ihnen um; König Philipp herbergte auf der Jagd bei ihnen; jene Prinzessin sah aus ihrem Fenster auf den Schloßhof herab und wurde gewahr, wie die armen Bauern im harten Winter Holz in das Schloß führten, sie sah, wie ihnen die Haare von Reif und Eis befroren waren, daß sie wie die wilden Männer aussahen. Das jammerte sie sehr und sprach: Was sind wir Fürsten besser denn diese armen Leute? und schickte ihnen eine gute Weinsuppe hinunter.
(Schluß folgt.)
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.


