150
PferdemarkL zu Gernsheim
am 2. Mai 1844.
Mit höherer Genehmigung werden künftighin Pferdemärkte dahier abgehalten werden, und zwar der erste Donnerstag, den 2. Mai 1844.
Die Lage von Gernsheim im Mitteipunkte einer Gegend mit ausgedehnter und guter Pferde- Aufzucht, in der Nähe vieler Städte und Orte mit starkem Pfcrdebedarf, sodann an einem Uebergangs- punkte über den Rhein mit der Ausmündung vieler Straßen des linken und rechten Rheinufers, an der Lirccten Straße von Frankfurt nach Mannheim, in Vereinigung mit dem täglichen mehrmaligen Gange von Dampfschiffen, Fahrposten, Gesellschaftswagen rc. nach allen Richtungen, das Freundliche der Stadt selbst mit größeren öffentlichen Plätzen, den nölhigen Gasthäusern und vielen größeren Pferdestallungen, machen diese Stadt zur Abhaltung eines solchen Marktes ganz besonders geeignet.
Indem die unterzeichnete Commission die Ehre hat, zu dessen Besuch hiermit noch besonders freundlichst einzuladen, bemerkt sie, daß der Markt an jenem Tage Morgens um 9 Uhr mit einem solennen Umritte unter Musikbegleitung beginnt, daß weder Pflaster- noch Stallgeld zu bezahlen ist, und daß überhaupt die Bewohner Gernsheims, wie die Commission selbst, zur Förderung der Zwecke der Marktbesucher Alles aufbieten uud namentlich auch besondere Stallungen, auf vorherige Bestellung bei dem Großh. Bürgermeister, werden parat gehalten werden.
Gernsheim, den 21. März 1844.
Die Pserdemarkts-Commission.
13) Eine Schnupstabacksdose und
ein Kindertäschchen
sind gefunden und auf Gr. Polizcibüreau abgegeben worden. Gießen am 11. April 1844.
Edictalladung.
528) Johann Viehmann und Katharine Seelbach, seine Ehefrau von Weidenhausen,
Kaspar Helm und Katbar. Vogt, seine Ehefrau von Volpertshausen, sowie
Georg Veit mit seiner Ehefrau Marie Kinzenbach von Vollnkirchen, beabsichtigen nach Amerika auszuwandern.
Etwaige Ansprüche an dieselben sind im Termin Mittwoch den 24. d. M.,
Morgens 9 Uhr, dahier anzumelden, indem nach Ablauf desselben das Vermögen der Auswandernden zur Erportation frei gegeben wird.
Atzbach den 6. April 1844.
Königl. Justiz-Amt.
Disterwcg.
Besondere Bekanntmachung.
479) Zur Verbesserung des Wiesengrundes an der Wicseck von der s. g. Gäusmühle (in Wiesecker Gemarkung) an bis zur Brücke am Selterstbor, dessen Ertrags-Erhöhung und Entsumpfung, Tkeils durch Schutz der Wiesen gegen unfreiwillige Ueber- fluthungen vermittelst Rectificirung des Wieseckbettes auf Kosten der Gemeinde Gießen und Wieseck, Tbeils durch Bewässerungs- und Entwässerungs-Anlagen
auf Kosten der bctheiligten Wiesenbesitzer, ist ein Plan entworfen worden, welcher baldmöglichst in Ausführung gebracht werden soll.
In Gemäßheit der Bestimmungen des Wieseu- cultur-Gesetzes werden hierdurch in Auftrag des Gr. Kreisraths sämmtliche hiesige Grundbesitzer im Wiescckgrunde, Gießer und Wiesecker Gemarkung, hiervon mit dem Anfügen in Kenntniß gesetzt, daß der Wiesenverbesserungs-Plan mit Anlagen 6 Wochen lang auf hiesigem Bürgermeistcrei-Bürcau zur Einsicht offen liegt, Termin zur Erklärung über die Zustimmung zur Ausführung des Plauö auf
Montag den 22. April l. I., festgesetzt und hinsichtlich derjenigen Wiesenbesitzer, welche an dem genannten Tage nicht abstimmcn, angenommen werden wird, daß dieselben zur Ausführung des Plans einwilligen.
Gießen den 1. April 1844.
Der Gr. Bürgermeister der Stadt Gießen. Gg. Reiber.
Versteigerungen.
301) Montag den 15. April, Nachmittags 2 Ubr, sollen aus dahiesigcm Rathhaus nachbenannte, den Erben des Bürgers und Fuhrmanns Johann Philipp Noll dahier, zustehendc Immobilien öffentlich meistbietend, wegen Erbvertheilung, versteigert werden:


