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Dochte überreicht, etwas Kampher und Katharinenöl mischet, oder wenn Man die Döchte vordem Bestreichen in Branntwein, worin etwas Kampher aufgelöst ist, tunkt, und sie wieder trocken werden läßt.
Für große Haushaltungen ist eS oft nöthig, einen großen Vorrath von Sichlern auf einmal zu bereiten. Da nun aber die alten Lichter nicht nur im Brennen übel riechen , sondern zugleich auch sehr ablaufen: so kann man beides dadurch verhindern» daß man die Döchte vor dem Ziehen oder Gießen in scharfen Weinessig legt und dann wieder trocknen laßt.
Das Unschlitt zu guten Lichtern betreffend; so kommt hier das meiste auf eine geschickte Mischung an. Rindertalg allein ist zu weich, Hammel - und Ziegen- takg zu spröde; daher nimmt man entweder von beiden die Hälfte, oder noch besser Zweydrittheik Hammeltalg und Eindrit- theil Rindetalg. Ueberhaupt muß man zu gezogenen Lichtern stets etwas mehr Rindetalg, zu gegossenen aber mehr Schaaf- oder Ziegenunfchlitt nehmen.
Von altem, stinkenden Unschlittwerden nie gute Lichter, auch nicht von dem des krrpirten Viehes, oder welches aus den Kaldaunen ausgefchmolzen worden. Nie« renunschlitt ist das beste, und um jedem Betrüge zu entgehen, muß man dies gleich vom Fleischer kaufen und selbst auslassen.
Dieses Auslassen geschieht am besten folgendermasen. Man schneidet das Un» schlitt in ganz kleine Stücken, macht bei einem gelinden Feuer Wasser in einem Kessel siedend, thut, wenn es im völligen Sieden ist, das geschnittne Unschlitt hinein und läßt es so in dem Wasser aus; doch muß man dabei immer einen Topf mit siedendem Waff-r in Bereitschaft hahen, von welchem man , wenn das Wasser ein
gesotten ist, immer etwas nachgiefet. Hat das Insekt gesotten : so nimmt man den v Kessel vom Feuer, laßt alles kalt werden, hebt den Guß Unschlitt vom Wasser ab und bewahrt ihn auf. Soll das Talg durch das Auslassen auch noch rein und weiß werden: so muß man beim Ausschmelzen ein wenig Salz und Alaun hineinwerfen. In das Gefäß, in welchem sich das durch ein Haarsieb darein geseihete Talg zum Lich- terziehen befindet, gießt man bekanntlich siedenvheisses Wasser, damit das Anbrennen des Unfchlitls verhindert werde, und sucht den rechten Grad der zum Flüssigerhalten deö UnschlittS nöthigen Warme entweder dadurch zu erhalten, daß man an die Stelle des kaltgewordnen Wassers neues eingießt, oder daß man unter das Gefäß eine Kohlpfanne seht, um das Unschlitt in einer mäsigen Flüssigkeit zu erhalten, ^a weder bei zu heißem, noch bei geronnenem Talg das Lichterziehen gerathen kann. Oft aber begeht man den großen Fehler, daß man zu viel Wasser gleich Anfangs eingieftt oder nicht fleisig genug Unschlitt nachgiesct, wodurch die Döchte mit den untern Enden ins Wasser kommen, roel-' rhes die üble Folge hat, daß dergleichen Lichter fpritzeln. Man muß daher immer geschmolzenes Talg in Bereitschaft haben, um es nacvjugiesen, damit das untere Wasser stets tief genug stehe, um nicht von den Döchten berührt zu werden.
Die übrige VerfahrungSart beim Ziehen ist bekannt. Nur das erinnern wir noch, daß, wenn man kein längliches Gefäß oder Trog hat, sondern sich eines runden Kessels, Topfes u. dgl. bedienen muss, die Döchte nicht wohl an Stäbe befestigt werden , sondern besser an Reifen, die etwas kleiner sind, als der Umfang des Gefäßes, vderauch an runde Scheiben, in welchen sich zwei Finger breit von einander entfernte Löcher befinden, durch welche die


