Ausgabe 
1.9.1798
 
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bisher gemeiniglich von den Menschen sich selbst überlaste-'.

Hiemit hoffe ich, soll obige Frage in so weil beantwortet seyn, um auf die da­her siiesende Mitwlrkunz schließen zu können.

Unsere Beschwerden gründen sich also einzig auf eine mehrfache Stöhrung jenes großen Gleichgewichts; wir wissen hier- nächst wenigstens die wichtigsten Ursachen, die sie hecvorbrachte. Cs käme also wohl darauf an, nachzusehen, ob sie zu heben unser Vermögen nicht übersteigt, um zu wissen , ob von daher durch menschliche Be­mühungen Hülfe für jezt und Schutz ge­gen die Zukunft zu schaffen sey.

Direktion der Witterung ist freykich nicht in unfern Händen ; eben so zufällig, wie in andern Angelegenheiten, müssen wir uns ihre Wirkungen gefallen lassen, weil Vorkehrungen dagegen hier schwerlich anwendbar sind.

Hingegen verdient die vollkommenste Aufmerksamkeit die Theilnahme vorange­zeigter Thierarten:

Hegung wilder Schweine wird zwar darum eben nicht zu empfehlen seyn; wich­tige Gründe deswegen sind bekannt genug; so möchte auch in Rücksicht der Insekten wenig weiter gethan werden können; aber auf die Vögel , diese hier so bedeutende Klaffe, wird man um so mehr sein ganzes Augenmerk richten müssen.

Diese schone man vor allem, und höre nicht nur auf, sie zu morden , son­dern nehme vielmeher Bedacht auf ihre Er­haltung

Selbst die Anhäufung derselben ist rathsam. weil sie es allein sind, die den sonst begünstigenden und ncht zu verbessern­den Umständen entgegen arbeiten können. Nicht Klagen werden daraus folgen, son­dern noch weit auegebreiteter ihr Wirken zum Gemeinwohl sich äuffern. Wo wäre der von ihnen kommende Rachtheil, der sich mit ihrer Nutzbarkeit vergleichen ließe!

S'nds nicht eben die Waldvögel, die am wrntgnen auf Kosten des Sandmanns lebend Wiche Uiimenschlicykeil aber wäiees, einem fast unaufhörlich für uns arveiten- den Geschöpfe Oie wilden, meist nur zum geringen Gebrauch dienenden Fruchte, oder im Nolhfalle die wenigen ohnedem meh- rintheils als ausgefallen verlornen Körner, nicht gönnen zu wollen !

Die Baume selbst leiden von ihnen ge- wiß keinen Schaven, im Gegentheile würde mancher schöne Sramm, der, ,m Fall häu­fig vorhandener jUfer und Maden, we­nigstens , wie so allgemein zu bemerken ist, seiner Krone beraubt worden wäre, nun ihnen den schlanken Wuchs verdanken. , tlnd trift endlich, wie unvermeidlich Ware, durch sie das Loos der Verminde­rung zugleich auch andere in der Hinsicht nutzbare Infekten, so kommt dies darum weniger m Betracht, weil diese an sich schon unbedeutend sind, und solche, we­nigstens als Würmer, noch überdies ge­meinschaftlich an dem Verderben der Bäume arbeiten.

3n Wahrheit, ich wüßte unter allen Mir bekannten Mitteln keines, welches im Voraus vortheilhaftere Folgen hoffen ließ, keines, welches leichter und allgemeiner ausführbar wäre, als auf diefe Weift uns der Mitwirkung der Natur selbst m bedienen

Nachdenken und Zufall entdeckten zwar schon mehrere ausserordentliche Wege, die Hülfe gegen solche drückenden Insekten» Verheerungen versprechen, dahin Anwen. düng des Feuers, der Kohlenmeiler in Waldern, Auffammein und unmittelbare Tödlung , schnelles Hinwegschaffm des ge­fällten wie des durch Käfer angegriffenen Holzes, Verbrennung der Rinde und des Gesträuches u. f. w. gehören; sie leisten zur Herstellung der Ordnung die besten Dienste; aber wo ist zur Zeil nur eines, welches nicht lästig, und mit vielem Nachtheu ver­

knüpft