Ausgabe 
14.1.1797
 
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Milz ist allemal widernatürlich gros, bran- dicht und voll schwarzen geronnenen Bluts. In den Eingeweiden, so wie an den äu- ftm Theilen, sind oft Knoten und Ver­härtungen. Daher heißt der Milzbrand auch Knotenkrankheit, fliegendes Feuer, gelbe Schelle.

Dieses sind die Seiden beyder Seu« chen, welche klassische Schriftsteller, Ada­mi , Wollstern und Abilogaard lehren. Ich glaube, sie sind hinreichend, um den wesentlichen Unterschied beyder Seuchen festzusetzen und um diesen Unterschied nicht für rufäUig, nicht für eine will' ührliche Benennung zu halten.. Bey der ersteren liegt ein pestartiges Miasma, bey den letz- teren ein inflammatorisches, erysipekatö- ses Fieber zum Grund, und schon der Name Rose, Brand, zeigt, daß man hier kein gallrchl- faulichter Fieber zu suchen habe.

Die Maulseuche (aphthae epizoo- ticae) und der Zungenkrebs (gloflan. thrax) sind, wie ^avemann zeigt, eine garij andere Krankheit. Sie lentstehen von verdorbener Weide, Honiqthau, In­sekten , und örtliche Behandlung der ge- schwängen Zunge und des Maules sind zur Kur hinreichend. Am 6ten Tag schup­pen sich die Bläschen ab, und, wenn die Thiere sterben, so geschieht es aus Ver­nachlässigung der Wunde und aus verhin. dertem Schlingen, am2vsten, zosten Tag.

Den Unterschied des Lungenbrandes und der Löserdürre setzt Rausch) auseinan­der. Jener tobtet oft in wenig Stunden, ist zuweilen mit Karfunkeln verbunden, ist nicht ansteckend und die Substanz der Lun­gen ist allemal verdorben. Dagegen sind die Eingeweide des Unterleibs und besow Vers die Galle unverdorben, und das kalte Wasser und Aderlässen sind seine vorzüg­lichsten Heilmittel.

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Es kann wohl, nach den angegebenen Urfachen des Milzbrands, geschehen, daß er zu gleicher Zeit und in eir em Lande mit der Löserdürrr gesehen wird. Aber er müßteiezt, so wie der Lungenbrand, langst aufgehört haben, da sie noch kein Beobach­ter in den Wintermonatcn gesehen hat. Ich gebe auch zu, daß be» der Löserdurre, obwohl selten (ich habe es noch nicht ge­sehen), Lungen, Milz und.Zunge örtlich angegriffen seyn können: aber diese Erschei­nung berechtigt uns noch nicht, Krankhei­ten , die ihren Ferchen nach wesentlich ver­schieden sind, zu verwechseln und sie für Krankheiten eines und desselben Mrasma'S zu halten. Die Pest den Menschen hat auf diese Art oft örtliche Verderbnis der Ein­geweide und der Haut zu Folge; aber sie ist deswegen immer von andern epidemi­schen und ansteckenden Krankheiten der Menschen, bey welchen man eine Verderb­nis wahrnimmt, z. B. Lungenentzündung, Keuchhusten, Pocken, Masern, Schwamm« rhen, Gallenfiebern und Leistenbeulen, we­sentlich verschieden.

D. Nebel.

Bekanntmachung von verschiedene» Sacken.

i) Nachdeme Mittwochen den 25tetr dieses das Ecksteinische Wohnhaus nebst Zu- gehör, gegen den neuen Bauen, neben Herrn Regierunasralh Schmidt und Jo­hann Melchior Vögten Scheuer gelegen, sodann ein halber Morgen, 28Rutcn, 13; Schu Acker über dem Schäzgesbronner Weg, neben Ludwig und Johann Georg Weil, zu Linneö, und Georg Con­rad Simon gelegen, in einer öffentlichen Versteigerung an den Meistbietenden Über­laen werden soll; als können sich dieje­nige, welche auf gedachtes Wohnhaus mit* jubieten gesonnen sind, in dem anberaum- len Termin, Nachmittags «Uhr, in de-

Hrm.