Ausgabe 
12.8.1797
 
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Lttrze Belebrung 'über de» Anbgtr des «nächten AkKZl'enbsums.

Verfolg.

DaS Versetzen selbst, welches am besten iw März geschiehet veranstaltet man fol- gendergestalt:

Erstlich macht man z Schuh weit und 3 bis 4 Schuh tiefe Löcher, oder wie es sonst die Beschaffenheit der Pfal und Ne­benwurzeln erheischen möchte. Man macht Deswegen tiefe Löcher, damit man die Herz­oder Pfalwurzeln des jungen Baums we­der umzulegen noch zu verstimmeln braucht; denn diese sind oft sehr «lang. Nachdem nun sämtliche Löcher gehörig gemacht sind/ so zieht man mit größter Sorgfalt die jun­gen Baume nach und nach aus ihrem Saa- menbeet ans, und versetzt sie, wo es mög­lich ist, sogleich. Ein Mann halt Key dem Versetzen den Stamm in der Mitte des ausgegrabenen Loches frey; ein anderer verstehet die Wurzeln mit lockerer Erde, drückt sie gehörig an, füllet die Grube wie­der ordentlich aus, und tritt sodann die Erde auf der Oberfläche wieder an. Ist man nun so weit fertig, so kann man zur Vorsorge den um den Stamm heum noch immer lockern Boden, mit Laub bedecken, damit ein vielleicht nach kommender Frost nicht zu leicht zu den Wurzeln dringen mö­ge. Ueberhaupt ist sehr zu empfehlen, daß man vorzüglich da den Wurzeln eine Win­terdecke gebe, wo die Anpflanzungen der rauhesten Luft im Winter ausgesetzt sind. Steht nun der Baum so , und ist trocken Wetter, so begieße man ihn, um die Wur­zeln hierdurch gehörig anzufchlemmen und ihnen den zum Anwachsen nöthigen Grad von Feuchtigkeit mitzutheilen. Nachher aber ist es weiter nicht nöthig mit Begießen zu helfen, sondern da ists am-besten, wenn man alle Kultur beendigt und seine An­pflanzungen der guten wohltätigen Natur überlaßt.

Das hiöher gesagte hoffe ich wird jeden Landwirth ermuntern, sich der AnbaueS dieses so nützlichen Baumes zu unterziehen, ich will daher nur noch einige Belehrungen geben, wie die Akazie als Hochwald, Kopfr Holz, Schlag und Buschholz zu behandeln sey.

Die Akazie als Hochwald.

Will man nun die Akazie zu einem Hochwald ziehen, so müssen die Stämm­chen blos aus Saamen erzogen seyn; Ab­leger würden nie einen so geraden Schuß machen. Beym Ausheben aus dem Saa- menlande, so wie beym Versetzen selbst, verschone man so viel möglich alle Neben- wurzeln, hauptsächlich aber die zum WachS-- thume und Halte eines hohen und starken Baumes dienliche Pfalwurzel; und damit die Bäume recht geschlossen stehen, so setze man sie gleich gemüßigl enge, sv daß sie sich einander tragen helfen, einander schü­tzen, sich von selbst von den untern Aesten putzen, und so als Hochwald recht in die Höhe gehen. Herr Regierungörath Medi­cus rath 4, und Herr von Burgsdorf 6 Schuhe Weite der angepflanzten Stämme an; letzteres dürfte wohl zweckmäßiger als jenes ftyn.

Will man'etwa die Akazie auf Weide- * platzen und Viehtriften zu hohen Baumen ziehen, so muß man sie weiter auseinander pflanzen, in ersten Jahren ihnen Pfale geben, und die untern Aeste, wenn sie die Weide zu sehr oerdämpfen sollten , weg- fchneiden. Wenn man untep einen Wie- derausschlag befurchtet, so lasse man gleich im Frühjahre diesen in seiner ersten kraut­artigen Jugend wegbrechen.

Die Akazie als Kopfholz.

Zu dieser Art von Anpflanzung behan­delt man die Akazie eben so, wie bep einer Hochwaldung. Haben die Baume wenige

Jahre