Ausgabe 
4.3.1797
 
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Gedanken über die Nalrnnncbr im Grossen/ zur Besetzung Oer - unö JLtinO* fi rassen mit Bäumen.

Daß über Liesen Gegenstand schon vie­les geschrieben / vieles unternommen / und hie und da zur Ausführung gebracht wor­den , und daß viele würdige Männer sich grosse Mühe gegeben haben, durch gute Vorschläge sowohl, als mittelst selbst an­gewandten FleisseS/ das Publikum zur Er­weiterung der Baumjucht aufzumuntern, das alles ist eine bekannte Sache, diebei­nahe einen jeden abschrecken sollte, noch et­was weiters hierzu beitragen zu wollen.

Inzwischen, so groß auch die Anzal der dahin einschlagenden Schriften immer seyn mag, so dünkt es mich doch, es siy noch nicht alles gesagt, müsse noch et­was zurük seyn; es habe noch Niemand den offenbaren grossen Nutzen von An-. Pflanzung mehrerer Baume, von Anle­gung grosser Baumschulen und Besetzung der Haupt- und Landstrassen mit Bäu­men überzeugend genug aus einander qe- sezt; noch Niemand die Schwierigkeiten der Ausführung gründlich zu heben gezeigt; noch Niemand durch selbst gemachte Er­fahrungen in Versuchen, die Möglichkeit und Thunlichkeit einer solchen Unterneh­mung hinlänglich erwiesen und die Erwar­tungen sattsam gerechtfertigt: weil die Baümzucht im Grossen noch immer nicht so vvrgenommen wird, daß man in einem kurzen Zeitraum mit wenig Kosten junge Baume zu Tausenden, ja zu Millionen an- «jxhen _ und damit alle Haupt - und randstraffen in ganz Deutschland besitzen könnte.

Die Baumzucht ist freilich etwas, das mehr unfern Nachkommen , als uns selbst zu gute kömmt , aber wir sind auch unsi rer Nachkommenschaft eben die Aufmerk-

samkeit und Fürsorge schuldig, die wir unftrn Voreltern zu verdanken haben ; auch scheint es mir Pflicht gegen uns selbst zu seyn, unsere Nachkömmlinge in dem Anschauen und Genuß dessen, was wir für sie gelhan haben , alsdann noch zum Dank und zum Andenken an uns zu verbinden und zu erhalten, wenn wir selbst schon lange nicht mehr vorhanden sind. Je mehr wir des Guten und löblichen hinterlassen, desto überzeugender ist es, daß wir unser Dasiyn auf der Weit wohl angewandt haben.

Zwar ist nicht zu laugnen, daß seit etwa 40 Jahren in vielen Gegenden Deutsch­lands die Baumzucht so ziemlich in Auf­nahme gebracht worden haben hohe Landesregenten auf ihre Kosten auch schon beträchtliche Baumschulen anlegen und ihren Unterthanen ohnentgeltlich viele Baume daraus abgcben lassen. Nicht nur die Garten in und um viele Städte und Dörfer, sondern auch Allgemein - Platze und Landstrassen sind an vielen Orten mit Baumen besitzt, und zeugen von den preiö- würdigen Anstalten der Landeoregkuten, und von dem Fleisse der Innwohner sol­cher Lander Allein bei der Uebei sicht ke- Ganzen können gar wohl noch Millionen Baume, und besonders an den Haupt - und Landstrassen füglich Pla; sinden, und Deutschland zu dem angenehmsten Garten bilden.

Bei der Baumzucht im Grossen, ist zwar der Obst - Ertrag als zu sehr dem Zufall unterworfen, am wenigsten in An­schlag zu bringen, ob schon solcher, wie sich hernach zeigen wird, sehr beträchtlich werden kann. Dcr.Anwuchs wehrern Hol­zes ist noch weit beträchtlicher und sicherer, und hernach kömmt die Verschönerung ei­nes Landes und die Reinigung der Luft, die durch Bss tzung der Landstrassen bewirkt werden, in billige Betrachtung.

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