Ausgabe 
21.5.1796
 
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Eviktalvorladunz.

Nachdeme Konrad Ludwig von Kirch- gönS vor mehreren Jahren als Schremer- Pursche von da weg - und auf die Wan­derschaft gegangen, bei der Vorladung sämtlicher abwesenden jungen Pursche des dahiesigen Fürst!. Amts ober von dem ein­schlägigen Orts Vorstand übersehen wor­den, derselbe jedoch vorliegender hoher Vor­schrift zufolge, in sein Vaterland zurück zu kehren aufgefordert werden soll; so wird derselbe edictaliter hiermit vorgela- den, um innerhalb 6 Wochen sich so gewiß bei dahiesig Fürst!. Amt zu sistiren , als ansonsten nach Massgabe der vorliegen­den höchsten Verordnungen gegen ihn vor- gegangen werden wird. Signatum Lang­göns am zren Mai 1796.

Fürstl. Hess. Jusrizamt das, E. G. v. Zangen.

Mittel, zur Vertilgung der Apfel­baumraupe.

Verfolg.

Die Daumgärten und benachbarten Felder, wo man dieses Ablesen vernach- tassiget hatte, gaben in den Fahren 1762 und 6z einen ganz andern Anblick. Die Raupen erschienen daselbst in einer gro­ßen Menge, und das Laub wurde von den Apfelbäumen ganz uni) gar abgefres- sin. Die Augen, welche der Verwüstung entgangen waren, blieben klein, und konn­ten keine Früchte dringen. Es liegt also nur an den Menschen, neuen Verwüstun­gen vorzubauen. Man hat in dieser Ab­sicht nichts weiter zu thun , als die Bälg­lein zu der angegebenen Zett abzulesen. Im Junius ist die einzige günstige Zeit dazu, welche man nicht darf vorbelstrer- eben lassen. Man thut sehr wol, wenn man alle Jahre auf den Bäumen Nachsu- khen hält; denn es kann leicht geschehen, daß einige Bäiglfin der Aufmerksamkeit

derjenigen, die zum Ablesen der selben ge­braucht werden , haben entwischen können. Ausserdem können auch leicht solche Ge­häuse in den Ritzender Rinde "der Aepfel- bäume versteckt liegen, so wie andere sich an den äussersten Enden der Zwergabthei- lunqen befinden, und welche man nicht wahrgencmmen haben kann. Es gehört bekanntermasen nur rin geringer Anfang in dieser Art dazu, vornemlich in den tro­ckenen Jahren, wenn man die Raupen gar bald wieder hervorkommen sehen will.

Anweisung, Lüscben ohne Rerne?it ziehen.

Ein gewisser Liebhaber der Gärtnerei wollte wissen, ob das Mark in den Bäu­men .einigermassen zu ihrer Fortpflanzung beitrüge, und nahm zur Anstellung seines Versuches einen Kirschbaum, welcher aus dem Kern hervergewachftn war, noch in der Baumschule stand, und nur erst einen einzigen Sprössling getrieben hatte. In dem Frühlinge des folgenden Jahrs, ehe noch der Saft sehr m Bewegung war, zx der Zeit, wenn man zu pfropfen pflegt, spaltete er diesen jungen Baum von dem obersten Ende seines Stammes bis unten, wo die Wurzeln auseinander gehen, an dem Orte, wo das Mark sichtbar zu wer­den anfangt, mitten von einander. Aus diesen beiden ganz biegsamen Theilen des Baumes nahm er alles Mark mit dem Ende eines Stückgen Holzes heraus, wel­ches dergestalt zugeschnitten war , daß es in den kleinsten Kanal , worin sich das mar­kige Wesen cingehüllet befindet, genau hinein passete, wobei er aber die Verficht gebrauchte, daß dadurch die Wände nicht beschädigt würden, damit eine desto qe. nauere Wiedervereinigung erfolgen könnte, und der Lauf der Säfte nicht gehindert würde.

Der Verfolg im nächsten Stück.