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Bekanntmachung.

Nachdeme in verflossener Nacht dem Adam Heitmann von Külbe, ein Wallach­pferd von schwarzer Farbe, mit einer Blessen, von dessen eigenem Knecht, wel- cyer großer Statur, blasser Gesichtsfarbe ist, und gelbe Haare hat, auch theils ei­nen blauen, theils einen weissen Kittel, und darunter einen grauen Rock trägt, entwendet und fortgeführt worden, so wird dieses hierdurch öffentlich bekannt gemacht, mit dem Anfügen, daß Jedermann im Fall einer Entdeckung es sogleich anzeigen soll, und sich dafür ein Douceur von i Earolin zu gewärtigen haben. Giesen den löten März 1796.

Fürstl. Hess. Oberamt allda.

Von den Glocken und ihrem Gebrauche, besonders von der Tag und

Abcndglocke.

ES ist bekannt, daß der meiste Ge­brauch von den Glocken bei dem Gottes­dienste gemacht wird, und also ist die Frage natürlich: wie und warum und wenn ist diese Veranstaltung aufgekom­men ?

In den ersten Zeiten der Kirche sind die Christen durch besondere dazu bestellte Personen zusammenberufen worden, und es ist leicht zu denken , daß dies in den ersten Zeiten, wo es ein so großes Verbre­chen war, ein Christ zu! seyn, nicht an­ders ft»n konnte. Man hieß solche Leute Gottesläufer, was rezt unsre- sier sind. Sie wurden auf Treu und Glauben von der Kirche erwählt. Sie ladeten in der Stille zum heil. Abendmal und zum Gottesdienste ein. Als nach lan­ger Zeit ( ohngefähr im Jahr 340.), die «Christen anfiengen sich von der Grausam­keit ihrer Feinde zu erholen, und öffent­lich auftreten und als Bekenner Christi sich zeigen durften, fieng man auch an

öffentliche Zeichen zu den geistlichen Zusam­menkünften zu geben. Vermuthlich ge­schah solches durch hölzerne Instrumente, oder durch Retschen, wie eS noch heutiges Tages bei der katholischen Kirche in der Chärwoche im Gebrauch ist.

Erst am Ende des 7ten Jahrhunderts kommt in der Geschichte der Name der Glocken bei den Kirchen vor. Weit älter war doch der Gebrauch von Glöckchens. Kaiser.August ließ den Thurm von Jupi­ters Tempel zu Rom mit Glöckchen aus- zieren.

Die ersten Glocken sind unstreitig in Asien zuerst erfunden worden, von da ka­men sie nach Griechenland, von da nach Italien, dann nach England, und aus England ließ sie der erste teulfche Bischoff, Bonifacius , nach Teutschland kommen.

Der Verfolg im nächsten Stück.

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Gottes-