EÄktalvorladung.

Nachdeme Konrad Ludwig von Kirch- gons vor mehreren Jahren als Schreiner- Pursche von da weg- und auf die Wan­derschaft gegangen, bei der Vorladung sämtlicher abwesenden jungen Putsch- deö dahiesigen Fürstl. Amts aber von dcm ein- fchlagigen Orte Vorstand übersehen wor- den, derselbe )edoch vorliegender hoher Vor­schrift zufolge, in sein Vaterland zurück zu kehren aufgefordert werden soll; so wird derselbe edictaliter hiermit vorgela­den, um innerhalb 6Wochen sich so gewiß bei dahiesig Fürstl. Amt zu sistiren, als ansonsten nach Massgabe-der vorliegen­den höchsten Verordnungen gegen ihn vor- gegangen werden wird. Signatum Lang­göns am zren Mai 1796-

Fürstl. Hess. Justizamt das. E. G. v. Zangen.

Bekanntmwck-ung".

Es wird ein junger Mensch zu einem Scribentcn bei einem Fürstlichen Justizamt gesucht. Die wesentliche Eigenschaften- desselben müssen seyn, daß er ehrlich, treu und rechtschaffen seye, eine gute und deut­liche Hand schreibe, und wo nicht den cur (um iuridicum absolvirt habe , doch wenigstens einige juristische Kenntnisse be- fiye.' Bei Ausgebern dieses sind nähere Nachrichten zu erhalten.

Von Ausartung der Kartoffeln , und den Mitteln, solches zu verhin­dern.

Verfolg.

Noch muß ich erinnern, daß man' nicht so sehr im Frühjahr mit Auestecken der Kartoffeln eile, sondern bedenke, daß dieKartoffeln aus Peru, als dem hetfesten Erdstrich in Amerika herstammen, und daher in unfern kalten Gegenden nicht eher rinen guten Fortgang Haden z bis die Son­

nenstrahlen den Acker hinlänglich durch­warmen können , da ste dann in acht Ta­gen stärker wachsen, als vorher in 4 Wo­chen.' Legt man aber die Kartoffeln zu früh, und es fällt kalte Witterung ein, so wird gleich der junge Trieb in seinem WachSthume gehemmet, und jedem ist öe- funnt, wie schädlich dies einer jungen Pflanze sey. Man richte sich also nach der Witterung, und stecke die Kartoffeln vom Ende des Aprils bis in die Mitte vom Mai. Man kann mit Vortheil zwischen dieKar­toffeln rothe oder Burgunder Rüden pflan­zen, welche sich deswegen gut zusammen schicken, weil beim Häufeln von diesen die Erde weg, und zu Len Kartoffelstocken gezogen wird, welches beiden gut bekommt.

Mittel, zur Vertilgung der Apfel­baumraupe.

Man beobachtete um bie, Mitte des Junius 176k., welches Jahr für die Apfel­bäume sehr fatal war, den Gang und die Verwandlung der Apfelbaumraupen. Man bemerkte, daß sie einen Haufen von Moo­sen zu ihren Bälglein bereiteten , und die­selben vorzüglich in diesem Jahre unter die dicksten Aeste der Apfelbäume, oder da, wo ihre Stämme gespalten, befestig­ten. Man fand, daß sie dieselben sehr^ künstlich und gemeiniglich unter Spinne­weben anlegten, um vor Regen und Wind gedeckt zu seyn.

Damals erkannte man , wie leicht es sey, sie zu vertilgen. Die Apfelbaum- raupe bleibt so wie die Maulbeerbaum­raupe, nachdem sie sich ein Balglein zube- reitet hat, unter der Gestalt einer Puppe ohngefehr zehn Tage lang vor Ausgang des Junius unbeweglich Durch Hinweg» nehmunq und Vertilgung des Gehäuses der Raupe, oder vielmehr der Menge der Bälglein, welche man auf den Apfelbäu­men findet, werden zugleich die Puppen vertilgt, die Entwickelung und das Aus- . . . -flieget