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Bekanntmachung von verschiedenen Sachen.
i) Wegen verschiedenen eingekomme- nen Beschwerden, daß öfters sehr schlechte mit Wasser vermischte Milch allhier verkauft werde, werden diejenige so Milch zu. verkaufen haben, hiermit verwarnet, sich für dergleichen Verfälschungen bei harter Strafe zu hüten, auch demjenigen, so eine gegründete Anzeige wegen verkaufter mit Wasser vermischten Milch zu thun im Stande ist, eine Belohnung nebst Verschweigung seines Rahmens hiermit zugesichert, Giesen den gtenIuni 1796.
Fürstl. Hess. Polizeideputation das.
2) Nächstkünftigen Donnerstag den i6ten dieses, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem allhiesigen Rathhaus , die dem Fürstlichen Gefammlhaus Nassau Saarbrücken heimgefallene vierzig vier Sechs- zigtheile am sogenannten Kroppacher Zehenden, theils in der Gieser- und theils in der Heuchelheimer Gemarkung gelegen, weiter
die vierzig SechSzigtheile am sogenannten kleinen - oder Pulvermühlen Zehenden unter denen in dem Verstrichstermin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich verstrichen werden, welches hiermit denen Streichlustigen nachrichtlich bekannt gemacht wird. Giesen den yten Jun. 1796.
Lieber
Die Steinkohlen und den Torf.
Die gestochenen Steinkohlen dunsten wenn sie lange Zeit an der Luft liegen, dergestalt aus, daß sie merklich leichter werden , und die Schmiede bemerken, daß sie geschwinder wegbrennen. Große Stücke brennen lange, sie machen eine Flamme, und wenn diese nachlaßt, so bleiben sie im glühenden Zustande f und geben einen
Schwefeldampf von sich, welcher die Lunge angreift, und den eisernen Rost, der wegen des Luftzuges zum Brands nölhig ist, zernagt. In England und Lüttich bedient man sich der Steinkohlen zur Küchenfeuerung, und heizt eiserne Studenöfen damit. In den Salzsiedereien wird die Sole damit ahgedampft und Salz gesotten. Auf. den Englischen Glashütten wird die Glasmasse in verschlossenen Glasern bei Steinkohlen flüssig gemacht. In Holland und Westphalen feuern die Schmiede ihre Essen damit an, und sonst brenntman Kalk und Ziegeln damit.
Der Torf ist dem Wesentlichen nach eine auSgetrocknere Sumpferde, voller halbverfaultcn Pflanzenwurzeln, so man aus dem Boden auesticht , welchen die Holländer Morland, die Westphalinger Torfmoor, andere Brok ( Bruch) nennen. Der Torf ist eine verwitterte Schlammaffe aus unzähligen Wurzeln, Moos,', Stengeln und oft mit Lehm und Sand verbunden. Er ist im Gewichte viel leichter, und nicht so schwarz gefirnißt, als die Stein- kohlen. Er verzehrt sich im Feuer geschwinder, und sein Geruch ist im Feuer etwas widerlich. Mancher Torfist weißlich oder gelblich an Farbe, sonderlich an der Oberfläche des Bodens, weil eraus Heidekraut, Moos und einem Wurzelgewebe aemifcht ist. Die Hollander nennen ihn Hentruf, oder leichten gelben Torf. Den Mtttct- schweren, der brauner ist, stjchr man auS einem feuchten Lehmqrunde. Den derben schweren Torf zieht man aus der Tiefe der Sumpflander. Er ist fett, braun oder schwarz, und die Holländer nennen ihn Baggerturf, die Niedersachsen Kluin Der schwarze riecht übel, aber er halt lange Feuer, der leichtere lodert bald auf, und riecht nicht so übel. Der vom Meer auS. geworfne oder aus salzigem Boden herauf- geholte Torf gredt einen stinkenden Dampf von


