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Auweisirng, Lirschen ohne Rerne zu ziehen.
Beschlu S.
Es ist zu bemerken, daß bei dieser Art von Pfropfen, wofern eS gerathen soll, durchaus kein Eisen gebraucht werden muffe, und zwar aus dem physikalischen Grunde, weil sich das Eisen abnutzt, und also in allen Fallen etwas zurück läßt, das den Lauf der Nahrungssäfte hindert, oder Letztere gar verdirbt, welches sich an einer durchgeschnittenen Frucht leicht wahrnehmen läßt, als welche an dem Orte des Messerschnitts schwarz anläuft. Man muß sich auch wohl in Acht nehmen- daß man/die Wände der Markröhre nicht zu sehr bekratze; denn weil dieses der empfindlichste Theil an einer Pflanze ist, so könnten dieselben leicht beschädigt werden. Wenn der Kitt eine vollkommene Festigkeit erlangt zu haben scheint, so muß man das Bandabschneiden. Die Kirschbaume, welche diese gefährliche Operation haben aushalten können, haben zu wachsenfortgefahren, sind zu ihrer natürlichen Größe und Stärke gelangt, und haben Kirschen ohne Kern, oder vielmehr solche, die anstatt des Kerns nur etwas weißes, ohne die geringste Dichtigkeit hatten, hervorge- bracht.
Sie sind eben so groß und von eben dem Geschmack, wie andere von eben derselben Gattung. Aus dieser Beobachtung kann der Schluß gezogen werden, daß das Mark in den Bäumen zur Fortpflanzung unentbehrlich sey, und eigentlich den neuen Saamen derselben Art hervorbringe; denn weil der vorerwehnte Baum keinen Keim in seinen Früchten hervorbringt, so kann er auch nicht wieder fortqepflanzt werden. Es istauch zu glauben, daß man auf gleiche Art mit andern Bäumen, welche Kernobst tragen, würde verfahren können, und daß aus gleichen Ursachen gleiche Wirkungen erfolgen würden«
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Eine andere Methode, Kirschen unV Pflaumen ohne Kerne zu ziehen, ist folgende. Man soll nemlich auf einen Kirschbaumstamm, der etwa 2 Zoll im Durchschnitte hat, 2 Pfropfreiser einander gegen über pfropfen. Wenn hernach beide Reiser beklebt sind, laßt man solche bis zum Frühling des folgenden Jahrs wachsen, und wenn die bequeme Zeit zum pfropfen ist, schneidet man die obersten Gipfel von beiden Seiten ab, so daß eines so hoch als das andere bleibt, spaltet den einen Pfropfreis oben auf, und nachdem man den an- dern Keilförmig zugeschnitten , steckt man ihn in des erstem Spalt, dergestalt daß Schale an Schale kommt, und verbindet die Zufammenfügung wie gewöhnlich mit Baumwachs. Wenn nun die beiden Reiser oben zusammengewachsen und beklebt sind, so schneidet man den einen ab, da denn der übriggelassene in dem folgenden Jahre Kirschen geben soll, welche zwar in- wendig einen kleinen weichen Kern, jedoch ohne harte Schale haben.
Ein gewisser Liebhaber der Gärtnerei pfropfte einen Reis von einem Pflaumenbaume auf einen Quitienbaum, und bog da solches geschehen, eben diesen Pfropfreis, und pfropfte dessen Spitze an einen andern Ort eben dieses Quittenbaums ein, und verwahrte und verband dies an beiden Enden mit Thonerde. Hierauf klebte der Reis an beiden Enden, und trieb Zweige, welche Pflaumen trugen, .die an Geschmack denjenigen gleich waren, davon, der Pfropfreis genommen war, mit dem Unterschiede daß diejenigen, welche aus der eingepfropften Spitze des Reifes gekommen, keinen ordentlichen, sondern einen ganz kleinen ; dahingegen die andern Pflaumen, welche aus dem stärksten Ende des Reises gewachsen, ihren gewöhnlichen Kern gefuhrer».
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