Ausgabe 
28.2.1795
 
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) §5 ( *

für Personen, die von schäv- lichen Dünsten betäubt oder erstickt sind.

Berfolg.

In beiden Fällen bestehet bk erste Hülfe darinnen: baß man einen solchen Unglücklichen schleunigst an die frische Luft bringe, und ihn von allen drückenden oder engen Kleidungsstücken befreye.

Blos Betäubte erholen sich oft leicht, wann sie mit kaltem Wasser bespritzet, wann ihnen scharf riechende Sachen um ter die Nase gehalten , oder auch ein paar Priesen Tabak nach und nach behutsam in ftlbige geblasen werden.

Ist aber eine wirkliche Erstickung vorhanden, alsdann wird mehr Bemü. hung und Zeit erfordert. Die bewähr» testen Hülfsmittel sind folgende:

i) Man bringt den Verunglückten, tzer bereits der beschwerlichsten Kleidungs­stücken entlediget worden, in ein kühles Zimmer, worinnen, die Witterung mag fryn, wie sie will, Fenster und Tbüren offen seyn müssen. Man setzet ihn der» gestalt, daß der Oberleib aufgerichtet ist, die Füße niederhangen, mit solchen bis »n die Kniee in ein lauwarmes Bad, das nach und nach mehr erwärmet werden kann.

2) Ist «in Wundarzt zu bekommen, so muß dieser sogleich eine Ader, und Vorzüglich die am Halse, eröfnen.

3) Die Umstehenden halten indessen dem Kranken scharfriechende Sachen vor die Rase, besonders den flüchtigen Sak. Miakgeist, der in diesen Fällen nach den Neueren Erfahrungen, innerlich und äus» serlich gebraucht, von vorzüglicher Wirk» samkeit seyn soll.

4> Man muß sich ferner bemühen,

Se» -rwöhntichrr Miss fest verschlosse­

nen Munb Zes Kranken |u Sfitttt t und ihm Luft einzublasen. Fangen derglei- khen Personen erst wieder zu schlucken an, alsdann ist es Zeit, ihnen einige Tropfett von flüchtigem Salmiakgeist, mit etwas Wasser verdünnet, cinzuflößen; auch wenn das Schlucken noch freyer wrtd, einige Gran vom Brechweinstein (Tar­tarus emeticus ) so ebenfalls in einer hin­reichenden Menge Wasser aufqrlöfetwor­ben, sind sedoch nur Theelöffelweise «in­zugeben , um dadurch ein leichtes Bre­chen zu bewirken.

5) Tabaksklystiere sind hier eben fo heilsam, alSbeiimWafferVerunglükten.

6) Auch kann man aus bloßem kal­ten Wasser ein Klystier geben, desglei- eben aus einer Handvoll Rauchtabak mit einem starken Löffel voll Salz, itt einem Schoppen Wasser gekocht..

Der Schlus im nächsten Stück.

Bekanntmachung.

Gottfried David Richter, Karten- mahler allhiet in Giesen, wohnhaft in der Neustadt, Nro. 592., macht und verkauft alle Sorten Spielkarten, das Dutzend zu 40Kreuzer, und L'hombrc» karten zu einem Gulden > einzeln zu 4 und 6 Kreuzer.

2) Ein halber Morgen Garten in der angenehmsten Lag«, zwischen dem Walltbor undberMüdlen-Schanz«, wor­auf, fl.jährl. Abqadehaftet,ist ausffreier Hand zu verkaufen. Hr. Schützenl-ieu- trnant Borngesser sagt das Nährte davon.

Bei Ausgeber dieses Blatts ist Ztt haben:

Grundriß und Prospekt, der Festung Rheinfeis und Stadt St. Goar, welche der Kommandant Generalmajo^p. Re- sius am 2. Nov 1794 übergeben hat, Hhtmtnirt 3°fr», schwarz r8 kr.