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fidjf noch durchs Gefühl überzeugen." Was versteh» man aber unter einem G<- spenste anders, als die Erscheinung ei. ves Geistes aus einer andern Weit, odet iined abwesenden Menschen? Liegt dem» nach Wahrheit in Jesu Rede — und welcher Christ könnte hieran zweifeln? — so giebt es keine CrscheiNungin dieser Art, — keine Gespenster.
Vielmehr lehret alle Erfahrung, daß bas, was man als Gespenstergeschichten «usgeschrirn bot, fast jedesmal, roi« schon oben gesagt worden, entweder tn der täuschenden Einbildungskraft und blinden Furcht, oder in Unwissenheit, oder in sträflichen Eigennutz, Betrüge» rei und Bosheit, oder in einer widerns» lürlichen Beschaffenheit unsrer Organe Dder Empfindungswerkjeuge, oder auch «0hl in einem unzeitigen Vorwitze, th» ren Grund hatten Da die Aufdeckung vorgeblicher Spukereien das wirksamste Gegenmittel ist, und oft mehr Eindruck macht, alS die deutlichsten, auS der in» nern Beschaffenheit der Sachehergenom» menen Beweist, so will ich zu jeder Art von den angegebenen Quellen und Veranlassungen , worauf gemeiniglich jene Erscheinungen beruhen, einige Beispiele hersetzen.
Täuschende Einbildungskraft, Furcht tinb Unwiffnheit sind sehr oft, ja- in den meisten Fallen, wovon Gespenstern die Rede ist, beisammen. Der Unwis- sende wird sehr viel öfterer in Gefahr kommen, sich bon den Dingen um ihn her eine falsche Vorstellung zu machen, veil er sich entweder nicht gewöhnt hat, über sich selbst und die eigentliche Bkschaf, fenheit der Dinge äusser ihm, richtig zü denken und Ueberlegungen anzustellen, eher sich überhaupt keine Kenntniß von In Natur, von ihren Wartungen/ XrLs»
ten und den Verbindungen drr Dinge in der Welt erworben hat; der Furchtsame wird seiner Einbildungskraft um so «het freies Feld lassen, ie mehr in seines Furchtsamkeit der nörhigen Standhaf. tigkert und Gleichmüthigkeit beraubt, die zu einer »uhigrn Untersuchung ungewöhn* kicher oder unerwarteter Auftiitte so no» thig ist; daher kömmt es, daß di« aller» meisten Geister - und EpukegeschichteN auf Rechnung ter Unwissenheit ünv Furchtsamkcitgeschkieben werden müsset». Der Unwissende steht da und staubt, kann nicht begreifen, wie so etwas na» türiich zugehe, den Furchtsamen ergreift Angst und banges Entsetzen: beide ma« ehe» sich irrige und — wegen des leider so allgemein verbreiteten und tief eing«» prägten Glaubens an Gespenster —* fürchterliche Vorstellungen. Alte «inge» wurzelte Vorurtbeile thun hier bald ihre Würrung, und so müssen oft dir unschuk» digsten Ding« Gegenstände des allge» Meinen Gesprächs , deS allgemrinerr Schreckens Und des khörigsten Entsetzens Wetden. —- So setzte einst ein Tobten» köpf, drU ein Mann als Ueberbieibicl sei» nes in einer Schlecht gekosteten Freun» des zu dessen Andenken in seiner Schlaf, kämmet aufgestellt hatte, «in ganze- Städtchen in Furcht und Schrecken. Schon der bloße Anblick dieses Schädels, noch mehr aber der Umstand, daß er sich bewegt haben sollte, jagtegleich amerstea Tage einigen Einfältigen einen Schauder «in. Die Sage, daß es damit nicht recht richtigsey, und daß derjenige, demer einst gehört habe, wahrscheinlich nicht ruhen könne, weil der Kopfnicht begraben wor» den seh, verbreitere sich im Kurzen durch den ganzen Ort. Der Besitzer, der sich an dieses Geschwätz nicht kehrte, fantr# als er den Nachmittag von seinem Gar, ten in feine Wohnung zurückkehrte, diese von einet MeugeMeulchen umgeben, und dis


