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Ueber (Sefpenfierfarcbt und Gcfpen- fiererscheinungen.

Verfolg.

Zuförderst weise ichjedenaufdieBe, krachtunq ber Weisheit und Güte hin, womit das höchste Wesen die Welt re# gieret, und frage jeden, ob sich in dem Regierungsplanedes Schöpfers, soweit wir ihn «iusehen können, auch nur die Wahrscheinlichkeit des Gespensterdoseyns entdecken laste. Je genauer, je sorgfal» tiger wir den Gang der weisen Vorsehung, je gewissenhafter wir die Gesetze, nach denen sie die Welt regieret, prüfen und untersuchen, desto Heller wird unsre Ein, sicht, desto fester unsreUebeezeugung wer, den von der Wahrbeit : daß diese Welt« regierunfl und diese Gesetze in der groß, ten Weisheit und Güte gegründet sind, oder mit andern Worten: daß die Vor, sebunq zur Erreichung ihrer wohilhäti» gen Zwecke sich immer auch der besten Mittet bediene, und daß diese Mittel selbst in der Natur der Dinge liegen, nicht über ihre Kräfte rchaden smd.

Und wenn gleich auch der aufmerk­samste Beobachter auf seinen Untersu« ehunqen auf Schwierigkeiten und Dun, kelheiten stößt, wie dieses bei so ringe, schränkten Kräften, als wir Sterbliche besitzen, leicht der Fall seyn kann, und wirklich in der physischen und moralischen Welt oft der Fall ist, so muß er doch ge. stehen, daß diese Dunkelheiten keine Wi» dersprüche in sich fassen. Sind wir nun und das kann nicht fehlen, sobald wir nur unfern Verstand richtig gebrauchen wollen von der Allweisheit deS Welt« »»egiererS überzeugt; so müßten wir doch wohl billig fragen^ wrlch^ weise und zum Wohl der Menschen abzwcckende Absicht könnte doch ein Gespenst haben ? Etwa tzrn MenschenTvdrSschrecken einzujagen?

ihn Uttnöthigerweise tu quälen und da, durch seiner Gesunl heit, seiner Ruhe und Glückseligkeit zu schaden? Nein, es würde Lasierung seyn , so etwas von dem gütigsten aller Wesen nur zu vermuthen. Aber vielleicht soll durch dergleichen Erscheinungen der Tugendhafte in seinen Gesinnungen gestärkt und ter Böse vom Laster abgeschreckt werden ? Auch ein sol­ches Verfahren ist doch wohl schwerlich eines weisen Herrschers und Regierers der Dinge würdig; denn wie wäre doch ein Gespenst im Stande, heilsame Er, kenntnisse und bleibende fromme Ent, schsießungen in unsrer Seele zu erwecken und zu befestigen; ein Gespenst, das der Sage nach nur selten und allein, an ge» wissen wenigen Orten zur Mitternachts, stunde erscheint? Wer thörigt genug seyn kann, dies zu glauben, muß wenig wissen, was Tugend ist, und was sie fordert. Wer nur dann nach den Ges«, tzen l-bt, nur dann Gutes thut und seine Pflicht erfüllt, wenn ihn Furcht vor Skra, fen und vor den unglücklichen Folgen sei­ner V-rg«hungen dazu zwingt, der ver, dient roarlid) nicht den Namen des Tn, gendhafken, mithin würde unsre Tugend durch Bilder des Schreckens erweckt und unterhalten, nicht Tugend seyn.

Auch die Natur unsrer Seele wider, spricht dem Wahne, womit sich schwache Menschen, in Ansehung ihrer Wiederer, fcheinung nach der geschehenen Trennung von dem Leibe herumtragcn. Wirkun» gen ohne Körper sind den Ges«tz,n der Natur zuwider und für endliche Ge, schöpfe, ohne Wunderkraft« zu besitzen, unmöglich. Zwar wirkt die Seele auf den Leib in uns, wiewohl sie nichts Kör» perliches ist, aber sie wirket auch nur in und durch ibn. Vermöge ihrer physifg, lischen Verbindung mit demselben kann fie den Nervensaft lenken, wilikührsiche

Vel-