Ausgabe 
4.4.1795
 
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Benatzsng des Wassers auf den Wirth» sckafrshöfen.

(Schluß.)

Die Gänse fressen die Meerlinsen eben so gern, als die Enten. Auch di« Hühner auf dem Hofe gesellen sich zu die» sem Wassergeflügel, und fressen gern diese Entengrütze, besonders, wenn sie mit Klee vermenget wird, da sie denn von den Truthühnern auch gern gefressen «erden; so wie sie im Sommer über­haupt nach grünen Sachen sehr begierig sind, die ihnen auch sehr neben der Füt­terung mit Körnern, zur Gesundheit und Legung mehr schmackhafter Eier gereichen.

Hat man nun Gräben im Felde, bi« lhr Wasser nicht verlieren, so kann man sie mit Meerlinsen begatten, und davon von Zeit zu Zeit seinem Geflügel ganze Körbe voll vorwerfen lassen. Es scha. det nichts, wenn schon die einmal so be­gatteten Gräben in der Dürre ihr Was­ser verlieren. Die Linsen kommen wie. der, sobald sich das Wasser wieder ein, findet. Nur muß man die Enten nicht auf so begattetes Wasser kommen lassen, «eil sie die langhaarigen Wurzeln der Linsen aufs begierigste verschlingen, und hiemit bas Wasser veröden.

Schonung der wiesen, ;ur Befjrde» rang des wiesenwachsrs.

3u der Zeit, da dis Wiesen nochbn -rieben werden, ist aus den gewöhnlichen Triften, Wälder und Aeckern u. d. gli. fo viel GraS, besonders für das Schaf. Vieh, baß dies füglich von den Wiesen Lieiben kann. Sollte auch manches Frühjahr die Gräseret sehr knapp seyn, so könnten dis Schafe und anderes Vieh vis in die Mttke des Aprils, aber länger mcht die Wiesen betreiben. Dadurch würde das Wachöthnnz der Meftfl nicht'

fo rurnirek, als wenn bis Alt-Wak- purqis darauf geführet wird. .Mau muß 14 Tage oder g Wochen im Frühjahr vor Walpurgis die Wiesen schonen. Bis in die Mitte des Mayes sind die Wiesen noch kahl, die heissen Sonnenstrahlen haben die Winterfeuchtigkeit zi-emlichauS- gezogen, die Kräfte der Wurzeln zum Treiben sind über die Hälfte verschwun­den, das Gras welket, die durchdrin­genden Regen fehlen mehreutheils zu Vie­ser JahrSzeit, Kein Wunder, wenn Miswachs im Heufutter sich darstellk. Wenn gleich bei Schonung der Wiesen um Walpurgis der Regen fehlt, so bleibt der Wuchs so lange zurück, bis der Re­gen kommt. Kommt dieser spät, so wird baS Heu spät reif, mithin entgehen den» Grummet so viele warme Tage und warme Nächte, als zu seiner Reife erforderlich sind. Nasse und saure Wiesen muß man durch Ziehung der Gräben trocknen (mit der aufgeworfnen Erde, wenn sie verfault und mit Kalk vermengt worden, kann zugleich gedüngt werden ), andere Düngung alS Pferchen , Asch« u. dgl. auch gebrauchen, Maulwurfhügel absto­ßen, und die Maulwürfe zu vertilget» suchen. Die sehr trockenen und hohe« Wiesen muß man umpflügen und mit de? Lucerne besäen.

EdiktalvorlaSrmg'.

Da es nach Absterben des Konrad DöringerS und dessen Ehefrau zu Anne­rod, den ssatum pslllvum auf eine rechts­beständige Artfestzusetzen erforderlich ist» so werden in der Hinsicht alle diejenige^ welche an obbcsagke Eheleute etwas zw fordern zu haben glauben, <t>ictatit<c und mit dem Aafügen hiermit vorgela­den, daß sie in denk deshalb auf verz 9ten April- laufenden Jahres an beraum» ten- Termin vor allhiesigenk Fürstlich«» Amt erscheinen, ihre LordekunLen rechts,