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Weber den Gebrauch des RLuAabaks. (Aus dem Volksfreund.)
Befchlus.
Da er hitzig ist, und den Körper in etwas austroänet, so ist er hitzi-ren Personen nicht dienlich, weil er die Hitze noch vermehrt; man muß aus dieser Ur« fache auch suchen, den Speichel bei sich zu behaltin, wodurch die Leibesöfnung desto mehr befördert wird.
Bei trägen Leuten befördert er auch den Abgang des allzuvielen Wassers und Schleims, und verursacht einen lebhaften Umlauf des Bluts.
Ueberhaupt ist er bei Schleimkrank, beiten und Flüssen , zum Beispiel in den Zähnen gut; die Wilden in Amerika bla. sen beim Schnupfen, um sich zu helfen, den Rauch durch die Nase.
In daS Gehirn komme er gar nicht hinein, kann es also auch unmöglich, wie wo! gesagt wird, schwarz machen.
Die Lunge kann er auch nicht aus. trocknen, denn sobald etwas Rauch da hinein kommt, so entsteht ein Husten, wodurch sie es wieder auswirft. Man kann mit Recht von ihm sagen, baß er Hunger und Durst stillt, weil er über. Haupt dir Empfindungen vermindert, und besonders die Speicheldrüsen des Ma. gens reizt, und dadurch einen starkern Zufluß des Speichels erregt, der also zum Therl gegen den Durst dient. Raucht man also kurz vorm Essen, so verdirbt man sich den Appetit; und rauchr man gleich nachher, so verhindert man die Verdauung; besonders wenn man viel dabei auswirft, weil der Speichel zur Verdauung der Speisen im Magen nicht wenig beiträgt.
Durch blosen allzuhäuflgen Auswurf des Speichels kann allein schon der Man»
gen auf lange, oder immer sehr ge. schwächt und die V rdauungskrafr in ih. ren Wirkungen gehindert werden, und dies verursacht endlich Hypochondrie, womit Traurigkeit, Melancholie, Schwachheit und Auszehrung verdun. den sind. ‘
Werstarkauswirft, wird melancho. lisch, selbst die jüngsten stärksten Leute, bei denen sich der Appetit verliert, und die dadurch mager werden. Daher zn starkes Rauchen, wobei man auswirft, freilich sehr schädlich ist.
Des Abends eine Pfeife befördert den Schlaf.
Die Spanier versenden ihren besten L.abak in Körben, die sie Kanastra neu» neu; dieser Kanastertabak hat im Geruch vor allen andern den Vorzug. Wenner aber allzustark im Geschmack ausdie Lunge fällt, so kann er Uebelkeit, Ohnmacht uud kalten Angstschweiß verursachen; eben dies geschiehst auch, wenn er seiner Nasse wegen, oder weil die Pfeife verstopft ist, schlecht brennt, und man aU* zustark saugen oder ziehen muß. Eben deswegen muß man auch nie zu stark rauchen.
Gläserne Pfeifen wären freilich die reinsten, aber sie würden auch bald sehr warm werden; schon nicht so gut find die thonern, noch schlechter die hölzernen. Beim Anbrennen nehme man Wachs oder Papier; Kohlendampf, Oeldampf der Lampe »nd Schwamm find nichtgesund, wenigstens Muß man bei diesem solange warten, bis er fast ausgebrannt ist.
Je länger eine Pfeife ist, desto besser raucht sichs, denn warmer Rauch schmeckt nicht, und verdirbt die Zunge und den Gaumen.
Zu stark muß man sich den Tabak nicht angewöhnen, denn sein scharfes
Salz


