Ausgabe 
25.10.1794
 
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BemevkttttZett eines ä-eksnsmen über das Einlegen der Gurken.

Ich habe es mit meinen Augen ge> sehen , daß man, wenn Wasser-Gurken eingelegt worden, und sie in die Gah» rung kommen, einige Stücke Messing hineingethan, und auch noch den innern beweglichen Deckel mit Gewicht, eben* falls von Messing bedeckt, und beides so lange darinnen gelassen hat, biS sämt. lichr Gurken recht grün geworden. Vor solchen grünen Gurken hüre sich jeder« mann , und lasse sich wegen der jchönen grünen Farbe den Appetitvergehen/ weil solche wegen des Messings, sehr schäd» lich sind.

Die sogenannten Pfeffergurken wer, den mit noch grösserer Gefahr zu g.enie, sen zubereilek.

Man nimmt oft den sauersten Essig, Ließt solchen entweder in einen Kessel von Messing oder Kupfer und läßt solchen eine Nacht darin stehen, daß man den Hellen Grünspan amKesselhangen fiehet, und gftßt diesen über die Gurken.' iSltr anderer nimmt den Hammerschlag, der vom Kuvfer abgrhrt. Es kam einfima. len einer vomLande zu mir, undverlangte Grünspan. Ich fragte ihn, was er da, mit machen wollte? Er sagtet es ist mir aerakhen worden, die Gurken damit ein, ruleacn , da würden sie grün. Ich sagte ihm, daß Grünspan Gift fey.

Alle Gurken sind kalter Eigenschaft. Daher muß darauf gesehn werden, daß dieselben mtt solchen Sachen eingelegt tsefOcnr di« solche verdauen helfen, und unter allen ist die grüne Dill das beste. Das Einlesen aber beruht hauptsächlich darauf, daß man hierzu Gurken rrwah- jrt, die büdsch schlank gewachsen und usch keine großen Kerue haben. Diese

werben abgewafchen, mit einem Tuche wieder abgetrocknek, und dann eineLage sauber abgewaschener Blätter von Schle- endorn, oder wo diese nicht zu haben, Blätter von säuern Kirschen genommen, denn die Blätter von Weinreben machen zu viel Schleim; von einer Sorte dieser Blätter nun, nebst dergrünen Dill, wird eine Schicht aufden Boden gelegt; denn eine Lage Gurken und so continuiret, bis das Faß eben voll ist. Oden darauf kommt noch eine reichliche Lage von Blät­tern und Dill. Das Faß aber muß ein Weinfaß ftyn; auch dieses trägt viel zu einem guten Geschmack« bei. Dann wird vom allerhärtesten Brunnenwasser, so vorher gesalzen und das Salz bereits zer­gangen, dieses Faß voll gegossen; nun muß maq 2 Deckel haben, Vereine muß ganz leicht in das Faß gehen. Dieser wird auf die Gurken gelegt, und mit rei­nen Kieselsteinen, so aus einem fliesen­den Wasser geholt werden, beschwert, in Ermangelung dieser, noch ganz neue wohl gebrannte Ziegelsteine hierzu ge­nommen werden können. Der zweite Deckel muss so beschaffen 'seyn , daß ck Daumeysbreit über das Faß übergehet, und wenn nun die Gurken gänzlich per» Zähren und ihre rechte Säure haben, wer­den sie vom Schaume gereinigt, der un­tere Deckel rein abgewaschen, und dann wieder eine Schicht von frischen Blättern daraufgelegt, dann mit diesem Deckel wieder belegt und mit den Steinen, so vorher rein abgewaschen, beschwert, dann wird das Faß mit gesalzenem Wasser voll gegossen, nun kommt der obere Deckel darüber, und oben daraufnochein Tuch, daß keine Luft hinzu kommt. Dieses ist die leichteste Art, die Gurken so bald ver­speiset werden, einzulegen, und wenn ei­nige Gurken L-erartsgenommen werden, so muß der innere Deckel allemal wieder darauf gelegt, auch mit Steinen wieder belegt