Ausgabe 
13.9.1794
 
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gilt innerlich noch äusserliches Mitte! zu gebrauchen, oder baß man das liebe! zu spat wahrgenommen, oder dir Mrtte! wären allenfalls ohne Nutzen und guten Erfolg angewendet worden , so verrich­tet man also gleich die Operation.

Man bringt also das Messer mit der Spitze von oben herab in gerader Linie an Iden bezeichneten Ort an, sticht gerade in den Wanst, läßt das Messer darinn stecken, drehet es öfters ein we. nig herum, damit denen Winden desto bessere Gelegenheit gemacht wirdheraus zu kommen, welches etwa in einer viertel oder halben Stunde geschehen kann, oder man zieht das Messer heraus, und steckt ein beinernes oder messingernse Röhr» lein, welches oben einen Knopf oder Blättlein hat, daß es nicht einrutschen kan in die Oefnung ein, oder nur ein glattes Hölzlein von einer Weiden, wel. ches an dem äusser» Ende eine Gabel hat, Damit es nicht in den hohlen Leib ein- schliefet. Sind nun die Winde völlig ver« schwundrn, so zieht man da6 Holz wie' Der heraus, benetzt die äussere Wunden der Haut mit etwas Hefendrandttwein, oder mit reiner Karrenschmier um das Ungeziefer davon abzuhalten.

Bei einem erwachsenen oder großen Ochsen, können die Maas wie schon ge. mildet vier Zoll lang seyn, bei einer Kühe, wie auch zwei - bis dreijährigen Stück Viehdrei Zoll, und der einem nur jährigen zwei Zoll.

Und da man bei einem großen erwachse, nen Stück Viehe einer Spannen tief sticht, so sticht man bei den kleineren nur eine halbe Spanne tief.

Eine andere Art, welche noch weit besser als mit einem gewöhnlichen Mesi ser. Man nimmt eine Klinge einer starken SpastUkst lang, und eines geringen Zill,

gers breit, vornen etwa» nur einen starken halben Zoll lang wohl spitzig und zwei- schneidend wie eine Lancette, da wo daS schneidende anfhöret, muß es oval rund wie eine platt gedrückte Röhre und in­wendig hohl, oben daraufabereinBlätt- lein seyn damit es nicht einschliefen kan, zu beeden Seiten muß auch diese hohle Klinge mit etlichen Löchern versehen ftyn. So bald nun dieses Messer in den Leib gebracht, und der Stich nur die äussern Theile erreicht, so kan die Luft gleich durch die Löcher eindringen und obenher- aus fahren. Gehet die Luft schon genug, sam ab, so ist der Stich nicht weiter fort­zusetzen, wäre es aber nicht, so kan man die Klinge erst noch tiefer, und endlich wenn es nöthig ist, ganz einstoßen, also hat man auf diese Art ein Messer, mit welchem man sich nach jeder Größe eines Stück Viehes richten kan, ob es niedrig oder tief zu stechen ist, auch wird hier­durch die Wunde selbst schon gehörig of­fen gehalten, und es ist nicht nöthig auch den Ausgang der Winde durch ein Röhr­lein oder Holz zu bewirken.

Nach geschehener Operation ist dem Viehe etwan ein paar Tage lang, der­gleichen grünes blähendes Futter gänz­lich zu entziehen , und stakt dessen Grum­met, Heu, oderekwas eingeweichte Ger­sten zu geben, doch aber von allen nicht gar viel. Den andern Tag kan das Vieh gleich zu seiner, jedoch nicht gar zu schweren Arbeitwieder gebraucht werden.

Der Schlus im nächsten Stück.

Nachricht.

Bevorstehende MichaeliS-Messe er­scheint

Ralender für Deutsche

auf das Jahr 1795., mit schwarzen und ilrunrrninen Kupferst jst r8, gebunden.

Dis