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Vom Auflättfeu dks XmVviebeg unv de» Heilungen dieses Nebels.
Verfolg.
In dem Hohentohifchen, wo dke Krankheiten nicht ungewöhnlich, sind folgende Kur-Methoden gebräuchlich:
Man nimmt einen Schoppen Essig, zerläßt barmn etwas Theriac, und schüttet es dem Vtehe ein, wobei man zugleich den Mastdarm ausräumen, und dabei eine mit Salz bestri» chene Unschlittkerze in denselben ernstecken, das Vieh aber so lang herumführen las. sen soll, bis die Dünste herausfahren.
Zweitens geben sie dort dem Viehe auch ein Trinkglas voll Brandtewein, und lassen es dann eben auch so lange herum treiben, bis die Blähungen abge» gangen sind. Folgende dritte Kur-Art aber, soll noch am besten befunden wor- den seyn.
Man nehme «ine Maas kuhwarme Milch, rühre ein Glas voll Essig hinein, und sobald es nun anfangen will, zu gerinnen, zerreibt man dar» inn eine Handvoll Sauerteig, und schüttet solches dem Viehe ein.
Worauf unter einer anhaltenden Bewe» gung gar bald ein Durchbruch erfolgen soll. Gleichwohl hat man auch in die- sen Gegenden erfahren, daß bei dem Ge< brauche dieser Mittel ebenfalls noch sehr viel Vieh umkommt.
Der Herr Pfarrer Mayer zu Kupferzell hat in seinem Lehrbuche vor die Land- und Hauswirthe nachfolgendes tu der - Schwatz mit Nutzen gebrauchte Mittel bekannt gemacht:
Man nehme fünf Pfund oder eine Maas frischgemolkene M'lch, oder NiU< süsse Milch, die man etwas ge- warmtoat, mischrzwei Lorhschwär, zett geriebenen Schnupftabak darein,
oder rühre, wie andere im Gebrauche haben, ein halb Glas voll Essig und eine Handvoll Sauerteig darunter, schütte es dem Vieh ein, und treibe es langsam herum, worauf sich alsogleich ein Durchbruch ereignen soll.
Alle diese innerliche Mittel sind.übrigen- nur im Stande, diesen Zufall zu heilen, weirn die Dünste nur noch in den Mägen u. Gedärmen allein sich befinden, sind sie aber durch die Häute der Gedärme schon gewaltsamer Weise durchgetreten, und die Krankheit also schon verwickelter geworden und in eine wahre Windsucht über- gegangen, so hat man keine andere al- folgende sicherste und geschwinde Hülfe durch die Operation, einen Stich nämlich zu unternehmen, und das damit be- fallens Vieh aus der schon wirklich drohenden Gefahr des Zerplatzens noch erretten zu können. Die Theile, so durch den Stich des Messers getroffen werden, sind erstlich die äussere Bedeckung oder Hauk; zweitens eine dicke sehnichte Ausbreitung, und denn etwas vom kleinen Lendenmuskel, (psoas parvus) und dann drittens der Magen oder der Wanst an seiner odern, etwas eckigt oder spitzigten Erhabenheit selbsten. Die zwei erster» Theile werden keinem so viel Bedenken machen, als wie der dritte, der Wanst selbsten, allein dieVerwundung desselben ist nicht so gefährlich, daß man sich Bedenken dabei machen sollte.
Der Verfolg im nächsten Stück.
Xlftcbricbt.
Die Besitzerin eines von Silbermann zu Strasburg verfertigten Flügels, ist gesonnen, dieses Instrument nach der jetzigen 4ottn Hess Caff.lischen Lotterie' zu vcrloosen, und bat mich Endesunterzeichneten ersucht, die Vollziehung diese- Geschäfts über mich zu nehmen.
Ja


