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Fürst!, ^rrordttung.
Vsrr Gottes Gnaden Ludwig/ Landgraf zu rc. rc.
Es ist zwar in dem §. i. der von Un» fers in Gort ruhenden Herrn Vaters Gnaden, wegen des anstößigen mit in# «erlichen Krankheiten behafteten Viehes, unferm io.. Decemder 1766 erneuerten Verordnung unter andern allgemein der» ordnet, „daß pornemlrch dahin gesehen Werden solle, damit das nut bösen Seuchen, worunter sonderlich die Lun» genfäule, das Lenze! und übergallig, auch in gewissermaßen die sogenannte Perlen- oder Franzosen - Krankheit zu verstehen, behaftete Vieh weder von dem Eigenthümer selbst geschlachtet und. ver» fpeifet, noch anandebe, wer es auch sey, Christen oder Juden, Einheimische oder Fremde , verkauft oder heimlich der« Bracht, sondern vielmehr als wasummä und amtaualich keinen andern, als iün ÄSasuchrneistern , jedoch mit dem Un« verschied überlaufen werde, daß diesen solches iunaenfaulr und mit andern vor, Benannten innerlichen Krankheiten und Seuch n angrsteckte Vieh völlig mit Haut und Haarzufasten, bei dem im Schlachten fastenden- mit den Franzosen dehaf. : trren Z-eh aber dem Eigenthumsherru pre -^rZahi frei stehe, ob er das Un schlitt und ^te Hautselsst behalten und dagegen dem WaMimnst'r inclus. drs^lbdeckerlohns von einem Achsen st. uüd von einer Kühe MdriR'Nd Lfl l;Ald. enrrichren, oder ^ber mit der blofen Haut stch begnügen und dem Wafnmmeister das Ur sch litt d<m Fleisch, welches diesem ohne» dem gehöret, belass a.pnd Een-den 15 Wlv. Äbdeckerlohn bezahlen wvstrrc
Nachdeme aber, soviel insbesondere das bei dem Schlachten Mit der füge, Nannten Franzosenkrankheit Behaftet be#
Rinv-lch bektifft, das Fleisch
davon, so lang b>'e daran wahrzuneh- mende Knoten und Blasen noch rn leinen wirklichen Eiter ober Geschwüre üderge# gangen sind, keineswegs für unrein und Ungesund gehalten, sondern ohne asten Nachlheil der menschlichen Gesundheit verspeiset werden kann, mithin dre Vor# aussetzung, als ob dasselbe rnjedem Fall ganz untauglich und daher dem Wasum« preister zu überlassen sey, auf einem fal# scheuVorurthe.'l beruhet; diesem oWc zum merklichen Schaden Unserer IThtet# tbatien länger nicht nachzugeben st'eh/t; dabei jedoch zugleich ohnumgängUch n5# thiq seyn will, daß das Puonkum gegen alle aus dem Genuß des der Gesundheit wirklich schädlichen Fleisches entstehen könnende Gestihr gesichert werde: So staden wir llne auf die eingezogene B^# richte Unserer medicinischen Facultät zu G'eßen sowohl als Unsers hiesigen Col- legii mostici gnädigst bewogen, den iten § 0 orb?mclbkcr Verordnung zum gern ei# neu Besten dahin zu modistciren.und z'u erläErn, daß '
i) der Elgerrthümer eines geschlach# terrn'Stück Nindviestks, wobei sich tfrei# ter nichts, als die vorerwähnte Knoten und Blasen äußern, solches dem Wasum# master zu verabfolgen, kemeSwegssichul- d<<j, sondern vielmehr befugt seyn soll, das Fleisch selbst zu gebrauchen, oder an# d.sn zu überlassen, und überhaupt da# mit zu machen, was er will..
2) Wenn hingegen dergleichen Knot# chen und Bläsqen etwa angefangen hätten, eitrig zu werden, oder gar in wirk# Uches Geschwür schon übergegangrn wä. ren, oder man auch die inwendigen 'Thcile des geschlachteten Viehes verhärte^ und gelbe Blattern daran fände, so soll niemand das alsdann ungesunde Fleisch weher selbst geniesen noch andern verkaufen, sondern es in diesem Fall bei demfeniLen / was der j. 1« der rnehrgi-
dach-


