Ausgabe 
5.10.1793
 
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Er füllte zwölf alte Schampagner« bouteillen mit Wasser; «erpichte sie auf eben die Art, wie Vieser Wein aus Frank, reich kommt; und machte unter diesem falschen Gepräge dem Doktor ein Ge- schenk für seine Kur. Da ihm die Lei. denschaft des Doktors so bekannt war wie seine eigene; so schloß er aus seine« Grundsätzen so: die Sparsamkeit des Doktors wird es nicht zulasten, auch nur eine BouteiUe für sich selbst zu ver­zehren ; und andern Freunden etwas vorzuseßen, ist in seinem Hause nie Ge­brauch gewesen. Sie bleiben also uner- öfnec bis an des Doktors seliges Ende. Der Erfolg zeigte, baß er richtig geur. theilt hatte.

Der Doktor starb nach Verlust erni- ger Jahre; und feine Erben fanden die zwölf Bouteillen Schampagner noch un. berührt in seinem Keller; zugleich aber auch eineRachricht, woher sie gekommen waren. Hoch erfreut öfneten die Erden die Flaschen ein« nach der andern, nah. men aber dabei eine Verwandlung wahr, vte sie äusserst befremdete: denn das Was. fer war faul geworden.

Diese kleine Geschichte hat zwar sehr diel Anschein von Erdichtung; allein ,ch versichere, daß sie vollkommene Wahr­heit ist. ______________

Aus Briefen eines hohen Preuss. Offiziers bestätigt sich der glänzende Steg, welchen die Preuncn über die Franzosen bei Pirmasens erfochten ha. den.

Die Preussen hatten an Tobten nur 4Offiziere, iz Unteroffiziere und 21 meine; an Verwundeten 7 Offiziere und iiyGcmrine. Von den Franzosen blie- den 5000 Tobte auf dem Schlachtfelde; 2OO stark Verwundere; 2000 wurden zu Gefangenen gemacht und 19 Kanonen er» oben.

Man fand, baß die Tobten große- stentheils aus jungen Burschen von 15 bis r8 Jahren bestanden.

Der vortrestichen Reiterei ist es be­sonders zuzurechrrrn, daß sich der Sieg auf eine so glänzende und fürchterliche Art auf die Seite der braven Deutschen wendete.

EDikralvorlaDung.

Nachdem« Anton Seitz von Pohl- göns sowohl gelegenheitlich eines Baum­frevels, welchen er begangen, von hier entwichen, als auch sich, da er zur Re- crutirungvorgeladen worden, nichtsistlkt hat; so wird derselbe edictaliter biermrt vorgeladen, um innerhalb drei SDtona* then so gewiß vor dahiesigem Fürst«. Amt zu erscheinen, um sich einestheilsvon dem Verdacht jenes begangenen Baumfrevels zu reinigen , anderntheils auch die a!S Unierthan schuldige Kriegsdienste zu lei, st«n, als er sich ansonsten zu gewärtigen, daß nachAblaufjenes Termins ohnewet- tere Rücksicht mit der Confiscation sei- nes Vermögens vorgegangen werden solle. Signatum Langgöns den Zvten Sept. 1793-

Fürsil. Hess. Amt daselbst.

Karl Georg v. Zangen, Fürst!. Hess. Regierungsrath und Dnt- mann des Amts Hüttenbergs.

Bekanntmachung von verschiedenen Sacken.

1) Nachdem« man resolviret hat, annoch einen Vieh - uud Klämer-Markt zu halten, und dazu der 6le November, als der Mittwoch nach Aller Seelen, be- stimmt worden; so wird solches hier, durch öffentlich bekannt gemacht. Gie­ßen den.2ten Oclober

Fürst!. Hess Oberamt allda.

Sues.

2) Der