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89) Oeffentliche Vorladung. In der bei dem unterzeichneten Gerichte anhängigen Rechtssache des Schneiders Heinrich Seip aus Ockershausen, Klagers, wider die Elisabeth Hahn aus Schönstadt, Verklagte, wegen Trennung eines Eheverlöbniffes, wird der Letzteren hierdurch ausgegcben, ihre Vernehmlassung auf die ihr bereits mitgetheilte Klage durch einen hiesigen von ihr gehörig zu bevollmächtigenden Obergerichtsanwalt binnen 8 Wochen dahier einzurei- chen, widrigenfalls sie zu gewärtigen hat, daß in ihren Ungehorsam, nach dem Klagantraae, und weiter w. N. ist, erkannt werden wird.
Marburg am 17. Januar 1835.
Kurfürstliches Obergericht der Provinz Oberhessen, Civilsenat.
Meyerfeld.
53) Nachdem Großherz. Hofgericht dahier über das Vermögen des Bürgers und Gastwirths Philipp Büßer dahier den förmlichen Concursprozeß erkannt und das unterzeichnete Gericht mit dessen Leitung beauftragt hat, so werden alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Foderungen an den genannten Büßer zu haben vermeinen, hierdurch aufgefodert, in dem auf Montag den 16. März d. I., Morgens 9 Uhr anberaumten Termin zum Versuch der Güte in Selbstperson zu erscheinen oder durch gehörig Bevollmächtigte sich vertreten zu lassen, indem sonst angenommen wird, sie wären dem Beschluß der Mehrheit der erschienenen Gläubiger beigetreten. Sollte aber kein Vergleich Statt finden, so haben dieselben ihre Foderungen so gewiß an- und auszuführen, auch die Gründe, worauf sie etwaige Vorzugsrechte stützen wollen, anzugeben, als sie sonst mit ihren Foderungen ohne weiteres Präclnsivdecret von der Masse ausgeschlossen werden und beziehungsweise angenommen wird, die Location der Foderungen wäre dem Ermessen des Gerichts überlassen worden. Sodann haben sich die Gläubiger in dem bestimmten Termin so gewiß über die Bestellung eines Eurators zu erklären, als sonst ein solcher von Gerichtswegen bestellt werden wird. Bemerkt wird noch, daß zur Ver- theilnng unter die bis jetzt bekannten nicht privilegir- ten Gläubiger, deren Foderungen 1585^ fL 2 kr. betrauen, nach dem aufgenommenen Vermögensverzeich- niß" nur 217 fl. 29 kr. übrig bleiben.
Gießen den 7. Januar 1835.
Großherzoglich Hessisches Stadtgericht. Müller.
Versteigerungen.
73) Fruchtversteigerungen bei dem Dient« amte Giessen.
Mittwoch den 11. Februar 1835, Vormittags 9 Uhr, werden auf dem hiesigen Rath Hause
60 Mltr. Walzen, 400 Mit. Korn, 150 Mlt. Gerste und 200 Mit. Hafer;
sodann Freitag den 13. desselben Monats, Vormittags 9 Uhr, auf dem Rathhause in Allendorf an der Lumda:
80 Mlt. Korn und 100 Mlt. Hafer unter den bekannten Bedingungen versteigert.
Gießen den 18. Januar 1835.
Großherzogl. Hess. Rentamt. Schneider.
93) Heeldversteigerung bei dem Rentamt Giessen.
Dienstag den 3. Februar, Nachmittags 1 Uhr, wird in der herrschaftlichen Zehntscheune dahier eine Parthie Heelb. versteigert.
Gießen den 30. Januar 1835.
Großherzogl. Hess. Rentamt. Schne ider.
96) Montag den 2. Februar werden im Do- manialwald des Reviers Schiffenberg im Distrikt Alt- geheegten öffentlich meistbietend versteigert:
95 Stecken Buchen-, Eichen- u. Nadelholz-Scheide,
93* " " n Prügel,
88 „ " " u Stöcke,
1150 Gebuild n " o Reißer,
14 Eichstämme, meist Wagnerholz zu 213 Cubikfuß,
5 Kiefernstamme zu 104 Cubikfuß,
1 Cicheustauge zu 5 Cubikfuß.
Der Anfang geschieht des Morgens um 9 Uhr auf deut Kleinlindner Weg, zunächst der Lcihgesterner Schneiße.
Bei ungünstiger Witterung wird die Versteigerung auf dem Nathhause zu Watzeborn vorgenommen.
Gegen verordnungsmäßige Zahlungsfäbigkeits- bescheinigung oder Bürgschaft kann Zahlungsfrist bis Martimtäg d. I. gestattet werden.
Baumgarten am 29. Januar 1835. Der Rrvierförstcr
Borkhausen.
94) Nächsten Dienstag als den 3. Febr l. I., sollen nachfolgende Arbeiten, als:
Taglöbnerarbeit für 30 fl.
Steinbrecherarbeit. 119 „
Fuhrarbeit . . . 340 „
in Summa 489 fl.
an den Wenigstnehmcuden öffentlich versteigert werden.
Gießen den 31. Januar 1835.
Der Bürgermeister C. Silbereisen.
95) Tie Anfertigung einer Parthie neuer lederner Feuereimer soll nächstkommenden Donnerstag als


