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409) Ta ich am letzten Sonntage durch Un- wohlseyn verhindert war, von meiner geliebten Pfarr­gemeinde persönlichen Abschied zu nehmen, und die schnelle Einberufung an den Ort meiner neuen Be­stimmung mir nicht länger zu bleiben gestattete, so bleibt mir nur dieser Weg offen, derselben das Herz- lichste Lebewohl zu sagen.

Gießen den 5. Mai 1835.

Dr. L ü f t.

435) Vaterländische Feuer - Versicherungs- Gesellschaft tu Elberfeld.

Direktion:

F. A. Jung, W. Blank, Löhlcr- Bockmühl, Pet. Conr. Pcill, Keldmann - Simons, Willemsen, bevollmächtigter Direktor und General- Agent.

D i r e k t o r i a l - R at h:

Abr. Pet. v. Carnap, Winand Simons, Job. Keetman, G. H. Orth, F. A. Jung jun. Protokoll der 12. General - Versammlung

Die Direktion eröffnete die General-Versammlung und lud dieselbe ein, für die heutigen Verhandlungen einen Vorsitzer und einen Protokollführer zu wählen, worauf zu Ersterem Herr Eduard von Carnap und zu Letzterem Herr Wilhelm Wort mann bc- stimmt wurde.

Ter Herr Director und General-Agent Wil­lemsen nahm nun das Wort und entwickelte in ei­nem umfassenden Vortrage, unter Darlegung des Rechnungs-Abschlusses des vorigen Jahrs, sowohl was zur Förderung des Geschäftsgangs Seitens der Di­rektion im vorigen Jabre geschehen, wie auch, welche Resultate durch diese Bestrebungen hcrbcigeführt wurden.

Dieser Vorrrag enthält unter vielen andern be­züglichen, auch die folgenden Mittheilungen.

Das Jahr 1834 zeichnete sich bekanntlich, als ein dem Versicherungs-Geschäft allgemein höchst un­günstiges aus, auch wir hatten auf 260 Punkten Brandschaden mit überhaupt Thlr. 147,711-,8% Sgr. zu bezahlen.

Die auf das Jahr 1834 verfallende freie Ein­nahme genügte zwar, diesen Schaden zu begegnen und zeigte sich selbst noch ein kleiner in Reserve ge­stellter Uebcrschnß, allein es bleibt schmerzlich, daß alle Sorge bei der Geschäftsleitung, im Versicherungs­wesen kein Resultat zu sesseln vermag. Hier, dürfte man sagen, ist ter Mensch mehr als in irgend einem andern Geschäfte auf die bewahrende Hand des Höch­sten verwiesen!

Was als bewahrende Einwirkung der hohen und höchsten Behörden gewünscht werden muß, wird, nach den sich herausstcllenden Erfahrungen, vcn Zeit zu Zeit nachgesucht, und auch im vorigen Jahre geschah

das, wie die deßfallsigen Mittheilungen näher entwi­ckelten, in einer Erfolg versprechenden Weise.

Das Geschäft gewann, unerachtet zweckmäßiger Beschränkungen, auch im Jahre 1834 im Allgemeinen wieder an Ausdehnung, wie die vorgelegte Uebcrsicht nachweist.

Die seit dem Jabre 1829 bestandene Einigung mit der Würtembergischcn Feuer - Versicherungs # Ge­sellschaft zu Mitversicherungen, wurde im Laufe des vorigen Sommers durch persönliche Verhandlungen noch gefestigt.

Im Großherzogthum Baden, wo neben aus­wärtigen Feuer - Versicherungs - Gesellschaften unsere Gesellschaft allein als deutsche Actien-Gesellschaft seit dem Jabre 1830 concessionirt ist, bildet sich jetzt eine eigene Mobilar-Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, und sind wir dieser neuen deutschen Gesellschaft gern an­nähernd entgegen gekommen.

Es wurde uns ein Antrag gemacht wegen An­schlusses der Hannöverischen Mobilar-Feuer-Versiche­rungs-Gesellschaft, worauf wir aber, grundsätzlich auf zu übernehmende Mitversicherungen uns beschränkend, nicht eingehen konnten.

Unsere Gesellschaft ist

in Preußen, Bayern, Hannover, Sachsen, Baden, Braunschweig, Hessen, Nassau, den übrigen Theilen Deutschlands und in der Schweiz

durch hundert Haupt-Agenturen nnd dazu gehörenden Agenturen vertreten, und hat

in Würtemberg eine Haupt-Agentur unter obiger Beziehung.

Die General-Versammlung vernahm mit großem Interesse gedachten Vortrag und kann es nicht ver­kennen, daß, wenn nach obiger Msttbeilung, in dem für das Feuer-Versicherungs-Geschäft so unheilvol­len Jahre 1834 unsere Gesellschaft statt Schaden noch einen kleinen Vortheil hatte, dieses, nächst Gott, der Vorsicht und Sorgfalt der Direktion und insbe­sondere dem Herrn Director Willemsen zu danken ist; sie spricht diesen Dank mit Aufrichtigkeit hier aus und wünscht, daß so treue und sorgfältige Leitung dem Institute noch recht lange zu dessen erfolgreichsten Gedeihen erhalten bleiben möge.

Nach dem Statut muffe auch dieses Jahr wieder ein Mitglied der Direktion austrcten, welches den Herrn Wilhelm Blank sch. betraf. Herr Blank wurde einstimmig von der General - Verfammlung um Beibehaltung seines Amts als Direktor gebeten, welches derselbe zu gewähren die Güte batte; ebenso wurde Herr Gustav Blank als Substitut des Herrn Wil­helm Blank von der General-Versammlung neu bestätigt.

Aus dem Direktorial-Rath traf nach dem Statut die Reihe des Ausscheidens den Herrn Winand Si­mons und seinen Substituten den Herrn Trovst-Si-