Vermischte' KAchrichten ferner.
3) Marburg den 14. Januar I83L Zweimal haben wir hier bereits das Vergnügen gehabt, den venetianischen Künstler, Herrn Oli- vo, von seiner überraschenden und fast allen Glauben übersteigenden Geschicklichkeit Proben ablegen zu sehen. Aus den Wunsch des Publikums wird er Morgen noch einmal auftreten, und sich zugleich als den jungen Herkules zeigen.
4) Künftigen Sonntag, den 23. Januar d. I., wird im Gasthaus zum Rappen die Leichenkasse-Rechnung des vergangenen Jahrs öffentlich abgehört, wozu man alle verehrlichcn Interessenten höflichst einladet.
Zugleich macht man hierdurch bekannt, daß auch wieder zwei neue schwarze Pferdedecken an- gescbafft worden sind, der Leichenwagen demnach künftig, auf Verlangen, auch vierspäunig abgegeben werden kann.
Giessen den 21. Januar 1831.
Der Vorstand der Leichenkasse - Gesellschaft.
5) Da das in den zwei letzten Anzeigeblat- tcrn angezeigt gewesene abhanden gekommene schwarze junge Hündchen, mit einem weißen Flecken vor der Brust, bis heute noch nicht zu- rückgeliefert worden ist: so ersucht man wiederholt den jetzigen Besitzer, solches alsbald an die Expedition einzuliefern. Demjenigen, welcher dessen Aufenthalt ausmittelt und genau angiebt, wird eine Belohnung zugesichert.
6) Bei dem am verflossenen Sonnabend ausgebrochenen Brande hat die Thatigk.it und Beherztheit der hiesigen Einwohner wieder auf eine so rühmliche Weise sich bewahrt, daß, nächst der Gnade des Himmels, nur durch die Anstrengungen und den Eifer derselben, größeres Unglück verhütet worden ist, — und ich zu dem aufrichtigsten Danke dafür mich verpflichtet fühle.
Außer Stande indeß, allen denen, welche durch ihre thätige Hülfe zur schnellen Löschung
des so sehr Gefahr drohenden ^'Feuers beigetragen haben, selbst meinen innigen Dank zu sagen, bitte ich diejenigen, welche ich dies nicht persönlich versichern kann, von meiner herzlichsten Dankbarkeit überzeugt zu seyn. —
In dem Bewußtseyu treu erfüllter Pflicht gegen ihre Nebenmenschen, werden dieselben den schönsten Lohn ihrer Anstrengungen und ihrer muthvollen Thätigkeit finden.
Giessen den 20. Januar 1831.
l)r. W. Mettenheimer.
7) Unterzeichneter findet sich veranlaßt, allen denjenigen, welche bei dem in der Nacht vom 14. auf den 15. d. M. so nahe ausgebrochenen und Gefahr drohenden Feuer ihm zu Hülfe geeilt sind, und so thatigen Antheil nahmen, hiermit seinen verbindlichsten Dank abzustalten.
Giessen im Januar 1831.
I. L.C. Münch.
8) Ich habe dem Herrn H. G. Advocateü Steinberger zu Giessen die Agentur der gegen Feuerschaden versichernden französischen Phönix- Gesellschaft, für die Provinz Oberhesse», übertragen, welches ich für diejenigen, denen es vielleicht von Interesse seyn sollte, hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringe. -
Mannheim den 1. Januar 1831.
Franz Jos. Razen, Hauptagcnt der französischen Assecuranz-Gesellschaft.
Durch die Uebernahme, dieser Agentur bin ich in den Stand gesetzt, denen, welche dieser Assecuranz-Gesellschaft beitreten wollen, mnnd-- lich sowohl als schriftlich das ihnen zu wissen Wüuschenswerthe mitzutheilen, und versichere dabei alle mögliche Pünktlichkeit.
Giessen den 20. Januar 1831.
Steinberger, Hofgerichts-Advocat.
9) Im Gasthaus zum Preußischen Hof in Wetzlar wird der Wirthschaftsbetrieb


